Jetzt soll sie also doch gebaut werden, die große Spiel- und Bewegungslandschaft in Bernhausen. Bereits 2018 hatte Filderstadt dazu ein Bürgerbeteiligungsverfahren gemacht, „danach gab es finanzielle Engpässe, und wir haben anders priorisiert“, sagte der Erste Bürgermeister Falk-Udo Beck in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Die finanzielle Situation ist zwar nach wie vor mehr als angespannt, doch nun soll „Pulzz“ endlich kommen, das fast 5000 Quadratmeter große Freizeitareal im Dreieck zwischen der Pulsstraße und dem Stützenweg unweit des Flughafens.
Dem Ausschuss sind in der jüngsten Sitzung die Details präsentiert worden. Demnach soll Pulzz für wirklich alle und jeden Bedarf etwas bieten. Das Entwurfskonzept umfasst viel Grün, zwei barrierefreie Eingänge mit Fahrradabstellplätzen, einen zentralen Platz mit Trinkbrunnen, begehbare Pflanzböschungen und ein öffentliches WC mit Defibrillator und Wickeltisch. Zu den Attraktionen zählen ein Bolzplatz mit Toren und Basketballkörben, eine Boulderwand, eine Calisthenics- und Senioren-Fitnessanlage, Spielgeräte für alle Altersgruppen wie Schaukeln, ein Bodentrampolin, Kletterelemente, eine Rutsche und Inklusionsspielgeräte, einen Wasserspielbereich, eine Liegewiese, Tischtennisplatten, eine Boulebahn und mehr. Eine drei Meter hohe Lärmschutzwand um den Bolzplatz soll die Nachbarschaft schützen. Pulzz als Eigenname soll sich im Design der Anlage wiederfinden. Wie ein Pulsschlag soll sich eine gezackte grüne Linie übers Gelände ziehen.
Das Angebot hat allerdings einen stolzen Preis: Die Kostenberechnungen liegen bei nahezu 2,7 Millionen Euro. Hinzu kommen Instandhaltungskosten von voraussichtlich mehr als 200 000 Euro im Jahr. Zum Vergleich: 2018 war man für den Bau von nicht einmal 1,5 Millionen Euro ausgegangen. Seitdem haben sich allerdings Bau- und Materialkosten erhöht, auch wurde konzeptionell nachgebessert.
Die beträchtlichen Kosten ließen einige Ausschussmitglieder schlucken. Mancher stellte sich ganz quer. „Ich kann die Vorlage nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, wir müssen mal ans Sparen denken“, sagte etwa Matthias Weinmann (Freie Wähler) und plädierte für eine abgespeckte Variante. „Bei uns gehen regelmäßig Beschwerden ein, dass es zu wenige Möglichkeiten für Jugendliche gibt, Sport zu treiben. Wir kompensieren mit diesem Platz sehr viel“, entgegnete Falk-Udo Beck.
Letztlich empfahl der Ausschuss den Grundsatz- und Baubeschluss dem Gemeinderat mit großer Mehrheit zu Annahme. Entscheiden wird das Gesamtgremium 9. Dezember. Stimmt es zu, werden die Planungen weitergehen. Der Bau wird sich gleichwohl bis ins Jahr 2026 hinziehen.