Stadtplanung in Leonberg Viele Fragen rund um Stadtgarten und Postareal

Wann der Startschuss für die Neugestaltung des Leonberger Postareals endlich fällt, ist weiterhin unklar. Foto: Simon Granville

Bei einem städtebaulichen Rundgang durch Leonberg gibt Baubürgermeister Klaus Brenner aus erster Hand Infos zu aktuellen Projekten.

„Ab durchs Quartier“ – unter diesem Motto hat Baubürgermeister Klaus Brenner am bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ die Bürger zu einem Rundgang über die anstehenden Bauprojekte in der Leonberger Innenstadt eingeladen. In Kürze wird die Brache vor dem Layher-Wohngelände an der Bahnhofstraße in einen Stadtgarten umgestaltet und auf dem Postareal beginnt das Gebäudemanagement mit dem Rückbau der alten Hauptpost und anliegender Gebäude. Für den Startschuss der Bauarbeiten auf dem geplanten neuen Wohn- und Geschäftsquartier auf dem Areal der ehemaligen Hauptpost durch den Investor Strabag Real Estate muss allerdings der Gemeinderat zunächst die Auslage des Bebauungsplanes und dann den Plan selbst beschließen.

 

Der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt und Strabag wurde bereits am 26. März unterzeichnet, aber: sie bedingen einander. Der städtebauliche Vertrag steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Gemeinderates zum Bebauungsplan. Beides gehört untrennbar zusammen, üblich sei es sogar, so Matthias Beck, Leiter des Stadtplanungsamtes, zuerst den Bebauungsplan zu beschließen und dann den städtebaulichen Vertrag zu unterzeichnen. Nachdem der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung allerdings das Thema Bebauungsplan mit dem Hinweis auf die Kurzfristigkeit der dem Gemeinderat zur Verfügung gestellten Unterlagen vertagt hat, steht das Projekt nun vor einem Problem. Denn der Investor Strabag wird auf dem Postareal erst aktiv, wenn tatsächlich auch der Gemeinderatsbeschluss für den Bebauungsplan vorliegt. Er ist die Grundlage für alle weiteren Detailplanungen. „Der Investor braucht Planungssicherheit. Und verschiedene Dinge bedingen einander“, so Brenner, „zum Beispiel kann der obere Teil des Stadtgartens erst gestaltet werden, wenn das Postareal bebaut wird.“

Vom Projekt Postareal hängen mehrere andere Bauvorhaben ab

Bis auf fünf Meter an das Postgrundstück heran kann aber jetzt mit der Gestaltung begonnen werden. Doch die geplante „intelligente“ Zisterne, in der Regenwasser aus dem Postareal gesammelt wird, um damit den Stadtgarten nach Bedarf nachhaltig zu bewässern, kann erst fertiggestellt werden, wenn die Bebauung auf dem Postareal startet. Und auch der Bau der geplanten Brücke über das sogenannte „Loch“, die Senke am Eltinger Fußweg, hängt mit der Bebauung des Postareals zusammen. So lassen Brenner und Beck bei dem Rundgang mit rund 100 interessierten Bürgern keinen Zweifel daran, wie ungünstig die Vertagung für den Fortgang des Projektes ist. „Wir verlieren viel Zeit, wenn der Gemeinderat jetzt nicht zügig dem Bebauungsplan zustimmt“, so Brenner. „Man muss manches entscheiden um weiterzukommen, auch wenn dabei anderes noch offen bleibt und zu einem späteren Zeitpunkt detailliert ausgearbeitet wird.“

Drei große Bauabschnitte geplant

Geplant sind für das neue Quartier drei große Bauabschnitte. Zum einen der Brückenschlag von der Altstadt zum Postareal. Rund um die sechs Meter breite Brücke für Fußgänger und Radfahrer sollen Wohnungen aber auch Gewerbe in neue Gebäude einziehen. Auch der Bereich unter der Brücke wird in die Planungen einbezogen. „Unser Ziel ist eine belebte Brücke“, so Maximilian Schuster von der Strabag. „Durch die Aufteilung der Kosten für den Brückenbau unter Strabag und Stadt und dank öffentlicher Förderung wird die Brücke für die Stadt fast zum Nullsummenspiel“, erklärt Brenner. In den weiteren Bauabschnitten auf der heutigen Hauptpost wird ein Quartiersplatz entstehen, weitere Wohnungen, Einzelhandel, Gastronomie und ein Hotel mit 140 Zimmern sind geplant.

Großes Interesse hatten die Teilnehmer am Stellplatzschlüssel, der mit 1,0 Stellplätzen für Wohnungen unter 65 Quadratmetern und 1,5 Stellplätzen für größere Wohnungen vom Gemeinderat bereits beschlossen wurde. Trotz der Verzögerung zeigt der Rundgang, dass es jetzt vorangeht in Leonberg. Im September startet durch das Gebäudemanagement der Rückbau der Postgebäude und der anliegenden, von der Stadt erworbenen Gebäude, die Teil des Brückenschlags werden. Sieben Gebäude mit rund 30 000 Kubikmetern Rauminhalt werden zunächst entrümpelt, auf Schadstoffe geprüft, zurückgebaut und eingeebnet. Sechs Monate wird das dauern.

Rückbau der Gebäude startet im September

In der Zwischenzeit wird der Stadtgarten am Layher-Gelände Gestalt annehmen, im Mai beginnen die Arbeiten. Geplant sind im oberen, steileren Teilstück Spielterrassen für Kinder unterschiedlichen Alters, eine Seillandschaft und eine Kletterwand, hinter der sich die bereits erwähnte Zisterne verstecken wird. Im flacheren Teil, der barrierefrei zugänglich ist, wird eine Liegewiese angelegt, ein Boule-Feld und ein Fitnessbereich mit Outdoor-Geräten. Alles wird begrünt mit zahlreichen schattenspendenden Bäumen, Stauden und Gräsern. Und auch an einen Trinkbrunnen für heiße Tage wurde gedacht.

Auch auf der anderen Seite des Layher-Geländes wird in Kürze gearbeitet. Hier wird der durch die Bauarbeiten stark mitgenommene Gehweg entlang der Lindenstraße saniert. Der Weg wird neu gepflastert und durch weitere Linden aufgewertet.

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