Stadtpolitik in Leonberg Viel Lob für den neuen OB: „Er kann das richtig gut“

Tobias Degode kann sich freuen: Der Leonberger OB wird parteiübergreifend gelobt. Foto: Geronimo Schmidt

Die Fraktionschefs von SPD und FDP haben unabhängig voneinander für die ersten Amtswochen Tobias Degodes anerkennende Worte. Was genau sie am Rathauschef gut finden.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Zwei unterschiedliche Veranstaltungen, zwei unterschiedliche Orte und zwei unterschiedliche Lobreden. Diese allerdings waren in Inhalt und Diktion erstaunlich ähnlich. Adressat war jeweils der Leonberger Oberbürgermeister Tobias Degode. Die Lobspender waren der SPD-Fraktionschef im Gemeinderat, Ottmar Pfitzenmaier, und sein Kollege von der FDP, Horst Nebenführ.

 

Beide Parteien hatten kurz vor der Landtagswahl zu Empfängen eingeladen, die Sozialdemokraten unter dem Attribut „Frühling“, bei den Liberalen ging es noch als Neujahrstreffen durch.

Stimmung im Gemeinderat Leonberg „merklich entspannter“

Für die politischen Äußerungen war das nebensächlich, und sie begannen beide mit Worten der Anerkennung: „Dass Tobias Degode als Düsseldorfer beim Pferdemarkt und bei der Fasnet eine gute Figur abgegeben hat, ist nicht weiter verwunderlich“, spielte Pfitzenmaier auf die rheinische Herkunft des neuen Rathauschefs an. Doch auch im profanen Leben habe der OB, der seit dem 1. Dezember im Amt ist, überzeugt.

„Herr Degode hat sich sehr schnell in die Themen und deren Hintergründe eingearbeitet“, lobte der SPD-Vormann den parteilosen Oberbürgermeister. Im Rathaus sei eine Aufbruchstimmung zu beobachten, und auch im Gemeinderat sei die Stimmung „merklich entspannter“ als in früheren Tagen.

Was natürlich auch auf die vergleichsweise gute Finanzlage zurückzuführen sein. „Gerade bei der Gewerbesteuer haben wir eine gute Mischung aus kleineren und größeren Betrieben“, sagte Pfitzenmaier und erwähnte die aktuelle Ansiedlung des renommierten Unternehmens Knorr-Bremse, die 300 Arbeitsplätze bringe. Mit Blick in die Nachbarstädte, etwa Ditzingen, meinte Pfitzenmaier: „Von einer Haushaltssperre sind wir weit entfernt.“

Beim gesetzlich vorgegebenen Bau einer Mensa für die Spitalschule in der Altstadt wirbt die SPD für eine kostengünstige Lösung: Ein Neubau koste mehr als zehn Millionen Euro, ein Umbau des jetzigen Theatersaals lediglich zwei Millionen Euro. Für bisher dort auftretende Schauspielgruppen gäbe es genügend Ausweichmöglichkeiten in anderen Schulaulen oder in der Steinturnhalle – in der auch der Jazzclub eine äußerst beliebte Heimstatt gefunden habe.

Leonberger FDP: „Vernünftige Hierarchien im Rathaus“

Zufriedene Ausführungen kamen ebenfalls von Horst Nebenführ beim FDP-Treffen im Galerieverein. „Er kann das wirklich gut“, urteilte der Stadtrat über die ersten Arbeitswochen des Oberbürgermeisters. „Tobias Degode hat in kurzer Zeit qualifizierte Aussagen zu verschiedenen Themen gemacht.“ Im Rathaus gäbe es wieder „vernünftige Hierarchien“, der OB würde Verantwortung an die Mitarbeiter delegieren.

Die Finanzlage beurteilte Nebenführ ähnlich zuversichtlich wie sein Kollege von der SPD: „Wir haben einen gut aufgestellten Haushalt mit Rücklagen. Deshalb kann die Stadt nicht nur Pflichtaufgaben übernehmen.“ Rot-gelbe Einigkeit herrschte zudem beim Thema Sanierung der vielen Schul- und Sporthallen in der Stadt: Die müsse nun zügig angegangen werden.

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