Stadtradeln in Fellbach Raus aus dem Auto und rauf aufs Rad

Auch Stadtradeln-Star Carmen Brauer wird bei einer Fotoaktion in Szene gesetzt. Foto: Eva Schäfer

Die Aktion Stadtradeln, mit der CO2 eingespart werden soll, ist in Fellbach gestartet. Mit dabei ist auch Carmen Brauer, für sie heißt es jetzt, 21 Tage lang den Alltag per Rad zu erledigen.

Rems-Murr: Eva Schäfer (esc)

Es geht nicht darum, mal einen kleinen Ausflug am Wochenende mit der Familie auf dem Rad zu machen. Vielmehr soll das Rad zum Transportmittel im Alltag werden. Carmen Brauer will es testen, wie sich das anfühlt. Die Schmidenerin ist in diesem Jahr Stadtradeln-Star und hat am Montag im Fellbacher Rathausinnenhof symbolisch ihren Autoschlüssel an Bürgermeisterin Beatrice Soltys übergeben.

 

Freiwillig will sie sich während der kommenden drei Wochen nicht mehr ins Auto, sondern auf den Radsattel setzen. Das bedeutet für sie beispielsweise, zur Arbeit mit dem Fahrrad nach Ditzingen zu fahren. „Ich habe das heute gemacht“, erzählt Carmen Brauer am Montagnachmittag. Einfach sind das 19 Kilometer – hin und zurück 38 Kilometer. Sie radelt mit ihrem Mountainbike. „Es ist eine schöne Strecke“, sagt sie, „aber ich bin viel auf der Straße gefahren.“ So überlege sie, sich vielleicht doch noch eine andere Strecke auszugucken.

Ziel des Stadtradelns ist es, beruflich und privat möglichst viele Wege mit dem Rad zurückzulegen. Die Sonderkategorie Stadtradeln-Star bedeutet, noch einen Schritt weiterzugehen, denn Stadtradeln-Stars dürfen 21 Tage am Stück kein Auto von innen sehen.

Beim Maikäferfest hat sich die Schmidenerin informiert

Für Carmen Brauer ist es eine neue Herausforderung, der Umstieg aufs Fahrrad im Alltag. Das Radeln mache ihr großen Spaß und sei „Freiheit pur“. „Wenn man nach einem Anstieg oben angekommen ist, ist das ein tolles Gefühl“, erzählt sie. Carmen Brauer hatte sich schon beim Fellbacher Maikäferfest über die Teilnahme beim Stadtradeln informiert. Die Aktion, die im ganzen Kreis läuft, soll Lust auf den Umstieg aufs Rad im Alltag machen.

Bis 23. Juli heißt es rauf auf den Sattel und fleißig in die Pedale treten. Fellbach macht zum neunten Mal beim Stadtradeln mit. Wie bereits im vergangenen Jahr radeln die Fellbacher gemeinsam mit dem Rems-Murr-Kreis. Die Kilometer zählen einmal für Fellbach und zusätzlich für den Landkreis. Im Rekordjahr 2020 konnten mit insgesamt 372 Stadtradlern 115 144 Kilometer erradelt werden. Auch 2021 wurde die 100 000 Kilometermarke geknackt, über 440 Radelnde haben dazu beitragen.

Diese Ergebnisse sollen nach Möglichkeit 2022 übertroffen werden, geht es nach den Organisatoren. Stadtradeln ist eine Kampagne des Klima-Bündnisses, ein Netzwerk europäischer Kommunen in Partnerschaft mit indigenen Völkern, das lokale Antworten auf den globalen Klimawandel entwickelt. Bei dem Wettbewerb geht es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zu absolvieren und damit CO2-Ausstoß zu vermeiden. Im Rems-Murr-Kreis machen beispielsweise auch Winnenden und Backnang bei der Kampagne mit.

Carmen Brauer ist gut vorbereitet auf die drei Wochen ohne Auto

Carmen Brauer ist für die drei Wochen Rad statt Auto gut vorbereitet. „Ich war 20 Jahre als Briefträgerin tätig und Wind und Wetter gewohnt“, sagt die 44-Jährige, die derzeit eine Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten macht. „Andere verzichten auf Schokolade, ich lasse jetzt mal das Auto stehen“, sagt sie. Das sei auch ein schönes Signal für ihre Kinder, ihren 17 Jahre alten Sohn und ihre elf Jahre alte Tochter. Gut passt auch, dass ihr Partner radbegeistert ist.

Am Montag zum Auftakt der Kampagne Stadtradeln in Fellbach gab es eine Fotoaktion. Fotograf Lukas Breusch setzte die Radler in Szene und machte damit gemeinsam mit Franziska Rickert von der Initiative Radkultur Baden-Württemberg Werbung fürs Radeln. Mitmachaktionen und verschiedenen Angebote rund ums Fahrrad, damit werden Kommunen durch die Initiative Radkultur vom Land Baden-Württemberg gefördert. Fellbach ist eine der Kommunen.

Später ging es dann auf eine Tour mit anderen Teilnehmern und Stadträten zur Landungsbrücke. „Es soll eine Genusstour sein“, sagte Birgit Orner. Ein Teil verlief auf dem neu sanierten Abschnitt des Neckartalradwegs in Oeffingen. Birgit Orner und Julia Dickow von der Stabsstelle Radmobilität radelten natürlich mit. Und die Verpflegung wurde per Lastenrad mittransportiert – auch die begleitende Polizei war entsprechend im Einsatz: auf dem Radsattel. Carmen Brauer wird auf dem Stadtradeln-Blog über ihre Erfahrungen berichten.

Informationen zu der Aktion auch unter https://www.stadtradeln.de/fellbach.

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