Stadtradeln-Star aus Oberstenfeld Den Alltag ohne Auto bewältigen

Vanessa Rampmaier fährt ohnehin schon mit dem E-Bike auf die Arbeit und zum Kindergarten ihrer Tochter. Foto:  

Vanessa Rampmaier ist einer von ganz wenigen sogenannten „Stadtradeln-Stars“ der gleichnamigen Aktion. Sie hat sich vorgenommen, bis zum 21. Juli alle Strecken mit dem Rad zurückzulegen – und so gut 600 Kilometer für ihre Gemeinde zu sammeln. Damit das gelingt, hat sie eine besondere Maßnahme ergriffen.

Oberstenfeld - Eine passionierte Radfahrerin ist Vanessa Rampmaier ohnehin schon. Rund 100 Kilometer ist sie pro Woche mit ihrem E-Bike unterwegs. Sowohl den Arbeitsweg nach Ilsfeld legt die Oberstenfelderin mit dem Rad zurück, wie auch die Strecke zum Kindergarten ihrer vierjährigen Tochter in Prevorst. „Da geht es ein Stück über einen Feldweg, der bei matschigem Untergrund schon interessant ist“, erzählt Rampmaier mit einem Schmunzeln in der Stimme.

 

Doch Herausforderungen liegen der 30-Jährigen, die den Traum hegt, eines Tages ihren Alltag ohne Auto bewältigen zu können. „Mit zwei Kindern ist das derzeit unmöglich, aber ich wollte die Situation einfach schon mal ein Stück weit testen“, erklärt sie ihre Teilnahme beim Stadtradeln, die zum vierten Mal auch im Kreis Ludwigsburg stattfindet . Als sie hörte, dass erstmals auch ihre Heimatgemeinde Oberstenfeld mit dabei ist, war es für sie klar, dass auch sie dazu beitragen will, dass ihre Kommune auf möglichst viele Kilometer kommt, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Der Autoschlüssel liegt vorerst im Rathaus

Die Aktion kam ihr auch deshalb ganz gelegen, da es ihr ohnehin ein Anliegen sei, ihren Familien- und Freundeskreis davon zu überzeugen, das Auto öfter stehen zu lassen und mehr zu Fuß oder mit dem Rad zu erledigen. „Mit der Teilnahme beim Stadtradeln habe ich nun eine größere Reichweite“, erläutert sie. Das liegt vor allem daran, dass sie eine von nur vier Stadtradeln-Stars im Kreis Ludwigsburg ist. Als solcher hat sie nicht nur ihren Autoschlüssel bis zum 21. Juli im Rathaus abgegeben, um „auf keinen Fall ein Auto von innen zu sehen“, sondern sie wird über ihre Erlebnisse auch berichten. „Freitags werden meine Erfahrungen im Mitteilungsblatt von Oberstenfeld veröffentlicht“, freut sie sich.

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Angst, die drei Wochen ohne Auto nicht zu überstehen, hat sie keine. „Schlimmstenfalls erleide ich einen Sturz und kann nicht weiterfahren, aber mit Verletzung könnte ich auch nicht Auto fahren“, so Rampmaier pragmatisch. Als größte Herausforderung hat sie das Wetter ausgemacht. „Bei Gewitter und Starkregen setze ich mich nicht aufs Rad, ich will meine Tochter keiner Gefahr aussetzen.“ Um dennoch für alle Fälle vorbereitet zu sein, hat sie sich der Unterstützung von Familie und Freunden versichert. „Wenn es wirklich mal in Strömen regnet, nimmt eine andere Mutter meine Tochter im Auto in den Kindergarten mit“, nennt sie ein Beispiel. Ihre Eltern kommen ins Spiel, wenn der zwölfjährige Sohn zum Handballtraining nach Abstatt muss und das Wetter nicht mitspielt: „Der kommt ansonsten ganz gut alleine klar und ist mit Bus, Fahrrad oder E-Scooter unterwegs.“

Auch der Bürgermeister tritt in die Pedale

Vanessa Rampmaier hat es sich zum Ziel gesetzt, rund 600  Kilometer zum Oberstenfelder Gesamtergebnis beitragen zu können. Einen etwas kleineren Beitrag will auch Oberstenfelds Bürgermeister Markus Kleemann beitragen. „Dienstliche Termine in Großbottwar und Beilstein sind mit dem Fahrrad gut machbar, aber für eine Fahrt nach Ludwigsburg fehlt mir die Zeit“, berichtet er. Er freue sich aber über jeden einzelnen Kilometer, der bei der ersten Teilnahme zurückgelegt werde.

Steinheim ist schon eine Institution

Fast schon eine Institution bei dieser Aktion ist dagegen die Stadt Steinheim, die bereits zum sechsten Mal mit von der Partie ist. „Bevor die Teilnahme über den Landkreis Ludwigsburg lief, haben wir die Kampagne auf eigene Faust umgesetzt“, erläutert Rebecca Roller, die Klimaschutzmanagerin der Stadt.

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 266 Teilnehmer in der Urmenschstadt für das Rekordergebnis von mehr als 87 500  Kilometern gesorgt. Diesen Rekord noch einmal zu übertreffen wäre schon toll, stehe aber nur an zweiter Stelle. „Wir freuen uns über jeden einzelnen Kilometer, der klimafreundlich zurückgelegt wird“, erklärt Roller.

Was ist Stadtradeln überhaupt?

Die Aktion Stadtradeln geht zurück auf die Initiative Radkultur, die das Verkehrsministerium Baden-Württemberg 2012 ins Leben gerufen hat, um den Anteil des Radverkehrs zu steigern. Ziel der Aktion ist es, möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die gefahrenen Kilometer werden online über www.stadtradeln.de oder mit der Stadtradeln-App digital erfasst. In diesem Jahr läuft die Aktion vom 1. bis zum 21. Juli. Der Landkreis Ludwigsburg ist zum vierten Mal dabei, aus dem Landkreis haben sich 15 Kommunen angemeldet. Im Jahr 2019 belegte Ludwigsburg den zweiten Platz unter allen Landkreisen in Baden-Württemberg.

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