Die Verwaltung wollte aus Spargründen das innerörtliche Busticket streichen. Der Gemeinderat hat anders entschieden.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Die Stadt muss so sehr sparen wie lange nicht: In der global vergleichsweise schwierigen Wirtschaftslage gehen in diesem Jahr und absehbar in den Folgejahren die Gewerbesteuerzahlungen zurück. Sie waren seither die Haupteinnahmequelle der Ditzinger. Zugleicht sieht sich die Stadt in diesem Jahr mit hohen gesetzlich geregelten Abgaben an Bund und Land konfrontiert, die wiederum aus guten Einnahmen in der Vergangenheit resultieren.

 

Weil zwar in den kommenden Jahren weniger Abgaben gezahlt werden müssen – aber eben auch die Einnahmen ausbleiben – haben Gemeinderat und Verwaltung nun ein ganzes Paket an Sparmaßnahmen geschnürt.

Vieles war in dem Grundsatzbeschluss allgemein gehalten, um die Entscheidung dann im Detail zu treffen. Eine dieser Entscheidungen bezog sich auf das Stadtticket, also durch einen städtischen Zuschuss vergünstigten Fahrschein für die Busnutzung innerhalb des Ortes.

 Die Verwaltung hatte in den Sitzungen des Technischen Ausschusses und Gemeinderats im Herbst dem Gremium eine Vorlage zur Haushaltskonsolidierung im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs vorgelegt, das unter anderem den Ausstieg beim Stadtticket beinhaltete. Der Technische Ausschuss lehnte dies mehrheitlich ab, auch mit dem Argument, einerseits den ÖPNV stärken zu wollen, andererseits dieses die Stadtteile verbindende Element nicht missen zu wollen. In der abschließenden Gemeinderatssitzung baten die Räte darum, die Entscheidung zu verschieben mit dem Argument, bis zum Kündigungstermin am 30. Juni bliebe noch Zeit. Bis zu diesem Zeitpunkt muss sich die Stadt erklären, wenn sie sich von dem Angebot trennen will.

Die Verwaltung legte dar, dass sie die Diskussion zum Stadtticket so aufgenommen habe, dass dieses mehrheitlich gewollt sei. Auch die vorangegangenen Beschlüsse des Rates zum Öffentlichen Personennahverkehr hätten eine Stärkung deutlich gemacht, so die Verwaltung. Daher, so teilte die Verwaltung nun mit, werde sie „bis auf Weiteres keinen Beschlussantrag zur Abschaffung des Stadttickets dem Gremium vorlegen“. Die Stadträte nahmen dies wohlwollend zu Kenntnis.

Das Stadtticket ist für beliebig viele Fahrten an einem Tag innerhalb der Stadt gültig. Es kostet vier Euro für eine Einzelperson und acht für Familien und Gruppen bis fünf Personen.