Milaneo in Stuttgart Bürger fürchten noch mehr Wildparker

Von Martin Haar 

Im Norden herrscht Unmut über das wilde Parken rund um das Einkaufscenter Milaneo – Stadtrat Christoph Ozasek unterstützt die Bürger und kritisiert die Parkanreize des Centers.

Die Polizei(behörde) kontrolliert nur noch selten in den Anliegerstraßen. Foto: Zweygarth
Die Polizei(behörde) kontrolliert nur noch selten in den Anliegerstraßen. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Das Einkaufscenter Milaneosetzt gezielt auf Kunden, die mit dem Auto kommen. In der neusten Aktion des Centers heißt es: „Bis zu drei Stunden kostenlos parken mit dem Milaneo-Parkbonus, ab einem Einkaufswert von 100 Euro.“

Die Aktion schmeckt den Anwohnern im Norden überhaupt nicht. Sie fürchten gerade an den Wochenenden noch mehr Verkehr und Wild-Parker. „Nachdem die Stadt anfangs gut die Falschparker in ihre Schranken gewiesen hat, gibt ist nun gar keine Kontrollen mehr“, sagt ein Bewohner der Mönchstraße, „auch in der Wolframstraße sind oft alle Gehwege zugeparkt.“

Rüge vom Stadtrat

Unterstützung bekommen die Bürger von Stadtrat Christoph Ozasek (Die Linke): „Aus meiner Sicht sollte man eher die Fußgänger, Radfahrer oder ÖPNV-Fahrer belohnen statt die Autofahrer. Das Milaneo setzt hier die falschen Anreize.“ Auf ihrer Internetseite lotsen die Betreiber des Milaneo die Kundschaft ins Getümmel: „Über die B27, Heilbronner Straße kommst Du direkt zu unserem Parkhaus mit 1700 Parkplätzen.“ Milaneo-Centermanagerin Andrea Poul kann die Kritik des Stadtrates nachvollziehen, sei aber in der Pflicht, ihren Parkhausbetreiber zu unterstützen. Zudem verweist sie auf eigene Interessen. Denn im verschärften Wettbewerb, der im Einzelhandel herrsche, suche jeder nach Möglichkeiten, sich auf dem Markt zu positionieren. „Bevor die Leute in ein Breuningerland fahren, wo man umsonst parken kann, will ich sie lieber durch solche Aktionen zu mir locken.“ Weiter sagt Andrea Poul: „Ob mit der Bahn oder mit dem Auto, jeder Besucher hat seine eigenen Präferenzen. Der Umwelt zuliebe empfehlen wir natürlich die Nutzung des ÖPNV. Wir wollen es unseren Besuchern aber so angenehm wie möglich gestalten.“

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