Stadtseniorenrat in Stuttgart-Vaihingen Neuer Leitfaden für Ältere ist 28 Seiten stark

Von  

Der Ratgeber des Stadtseniorenrats für den Bezirk Stuttgart-Vaihingen ist ab sofort kostenlos erhältlich. Wir haben einen Blick hinein geworfen.

Die Delegierten des Stadtseniorenrats, die Mitarbeiterinnen vom Bürgerservice Leben im Alter und Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt freuen sich über die neue Broschüre. Foto: Alexandra Kratz
Die Delegierten des Stadtseniorenrats, die Mitarbeiterinnen vom Bürgerservice Leben im Alter und Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt freuen sich über die neue Broschüre. Foto: Alexandra Kratz

Vaihingen - Lieselotte Ottmar gehört zu den Gründungsmitgliedern. Als einige Engagierte 1992 den Stuttgarter Stadtseniorenrat ins Leben riefen, wurden sie von vielen kritisch beäugt. Ottmar war damals Lehrerin in Vaihingen und musste Unterricht verlegen, um zur Gründungsveranstaltung in die Innenstadt fahren zu können. Ihr damaliger Chef habe das zwar zugelassen. Er habe aber auch durchblicken lassen, dass ein Stadtseniorenrat seiner Meinung nach völlig überflüssig sei. Diese Anekdote erzählte Ottmar am Rande einer kleinen Pressekonferenz. Denn die Delegierten des Stadtseniorenrats Vaihingen haben einen neuen Leitfaden für Senioren herausgegeben.

„Der Anteil alter Menschen an der Bevölkerung ist deutlich gestiegen und niemand zweifelt mehr daran, dass diese eine Interessenvertretung brauchen“, sagte der Vaihinger Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt bei dem Termin im Bezirksrathaus. Im Vorwort schreibt er: „Der vorliegende Seniorenratgeber soll dazu beitragen, dass unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ihre zweite Lebenshälfte als einen erfüllten und selbstbestimmten Lebensabschnitt erleben.“

Infos zum Thema seniorenfreundliches Handwerk

Die Broschüre gibt einen Überblick über die verschiedenen Angebote im Stadtbezirk. Aufgelistet mit Adresse, Telefonnummer und Internetseite sind unter anderem ambulante Pflegedienste sowie Anbieter von Mittagstisch und Hausnotruf. Zudem werden die Pflegeheime, Tagespflegestellen und Hospize benannt. Und natürlich geht es auch darum, der potenziellen Vereinsamung älterer Menschen entgegenzuwirken. Darum finden sich auch die Begegnungsstätten und die Kirchengemeinden mit ihren Seniorenkreisen in dem Ratgeber wieder. In dem neuen Heft sind darüber hinaus auch Informationen von der Polizei zum sogenannten Enkeltrick enthalten. Bei diesem versuchen Kriminelle, von älteren Menschen Geld zu ergaunern, in dem sie sich als einen entfernten Verwandten in Geldnot ausgeben. Schließlich findet sich in dem Heft eine Checkliste zum Thema seniorenfreundliches Handwerk.

Und es geht um den öffentlichen Raum. In dem Heft können Senioren eintragen, wo sie sich beispielsweise einen breiteren Gehweg, eine Sitzbank oder aber eine Fußgängerampel wünschen und diese Informationen dann übersichtlich gesammelt an den Stadtseniorenrat weitergeben. Die Delegierten gehen dann auf die Stadtverwaltung zu.

Stadtseniorenrat zertifiziert Geschäfte

Wichtig war es dem Stadtseniorenrat, den Ratgeber allen zur Verfügung zu stellen. Darum ist das 28 Seiten umfassende Heft kostenlos. Möglich wurde das dank der Inserate der Vaihinger Geschäftswelt und dem Zuschuss aus dem Kulturetat des Bezirksbeirats. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte Sieglinde Jekel. Die 3000 gedruckten Exemplare liegen nun unter anderem in Apotheken, Arzt- und Physiotherapiepraxen, bei den Kirchengemeinden und Begegnungsstätten, im Bezirksrathaus und in der Stadtteilbibliothek aus.

Für die sechs Vaihinger Delegierten des Stadtseniorenrats ist die Arbeit mit dem Erscheinen des Ratgebers aber nicht beendet. Sie bieten regelmäßig Sprechstunden an, bei denen sie über Themen wie die Patientenverfügung, die Vorsorgevollmacht oder Wohnen im Alter informieren. Darüber hinaus zertifizieren sie Geschäfte mit dem Siegel „Seniorenfreundlicher Service“, wenn sich die Inhaber beziehungsweise Mitarbeiter um ältere Menschen besonders kümmern. Nicht zuletzt hat der Stadtseniorenrat das Projekt nette Toilette mit auf den Weg gebracht. Bei diesem bekommen Einzelhändler und Gastronomen Geld von der Stadt, wenn sie ihre Toiletten auch denjenigen zur Verfügung stellen, die nicht Kunde sind.

Sonderthemen