Stadtteile in Bad Cannstatt Des Stadtbezirks Kern

Der Cannstatter Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler mag die Atmosphäre auf   der Marktstraße. Foto: Annina Baur
Der Cannstatter Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler mag die Atmosphäre auf der Marktstraße. Foto: Annina Baur

Ob groß oder klein, dicht bebaut oder grün, am Fluss oder auf einem Hügel gelegen: Die 18 Cannstatter Stadtteile sind so vielfältig wie der Stadtbezirk. Grund genug, sie in der neuen Kolumne „Ein Stück Cannstatt“ einmal vorzustellen. Los geht es mit Cannstatt-Mitte.

Bad Cannstatt: Annina Baur (ani)
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Cannstatt-Mitte - Groß oder klein, dicht bebaut oder grün, am Fluss oder auf dem Berg gelegen: Mit 68 458 (Angabe aus dem Datenkompass des Jahres 2014/2015) Einwohnern ist Bad Cannstatt nicht nur Stuttgarts größter Stadtbezirk, sondern auch besonders vielfältig. 18 Stadtteile, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machen den Charme des Bezirks aus. Grund genug, diese einmal vorzustellen. Die neue Serie „Ein Stück Cannstatt“ startet in Cannstatt-Mitte.

Für den Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler ist dieser Stadtteil viel mehr als nur der Ort, an dem sein Amtssitz steht. „Die Altstadt und damit Cannstatt-Mitte ist die urbane Wurzel Bad Cannstatts, der eigentliche Kern des Bezirks.“ Rund um den Marktplatz sei der Stadtbezirk Bad Cannstatt als eine mittelalterliche Kleinstadt erlebbar, in der sich auf wenigen Quadratmetern zahlreiche Kulturdenkmale versammelten: Direkt am Marktplatz liegen etwa das 1491 erbaute historische Rathaus und die im Jahr 1471 fertig gestellt evangelische Stadtkirche. „Bad Cannstatt ist einfach heimelig“, findet Löffler. Nur wenige Meter weiter befindet sich mit dem im Jahr 1463 als alemannischem Fachwerkbau entstandenen Klösterle das älteste noch erhaltene Wohnhaus auf Stuttgarter Gemarkung, in dessen mittelalterlicher Scheuer das Stadtmuseum Bad Cannstatt untergebracht ist. All dies ist glücklicherweise im Krieg nicht zerstört worden.

„Die Altstadt ist in ihrer Struktur erhalten geblieben und bietet an jeder Ecke schöne Häuser, Plätze und Kleindenkmale“, sagt Löffler und nennt als Beispiele die Statue des Entaklemmer von Thaddäus Troll am gleichnamigen Platz, den Jakobsbrunnen oder auch die Fachwerkhäuser in den Cannstatter Gassen.

Das städtische Leben spielt sich in der Marktstraße ab

Er selbst sei gern auf der Marktstraße unterwegs – und das nicht nur ihrer sehenswerten Bausubstanz wegen: „Das städtische Leben spielt sich auf der Marktstraße ab“, findet der Schultes. Bei jedem Gang durch die Fußgängerzone komme er mit Cannstattern ins Gespräch und genieße das internationale Flair der Sauerwasserstadt. Trotz aller Unkenrufe über den Verfall der Marktstraße dürfe man nicht vergessen, dass sich in der Altstadt Handel, Dienstleistung und Kultur auf engem Raum versammelten.

Ohne schwarz sehen zu wollen sei die Entwicklung des Handels in Cannstatt-Mitte aber auch eines seiner größten Sorgen, gibt Bernd-Marcel Löffler zu: „Es ist eine harte Konkurrenzsituation durch die Nähe zur Stuttgarter Innenstadt.“ Mit den Konsumtempeln in der City könne ein gewachsener Standort wie Bad Cannstatt nicht mithalten. „Man muss deshalb die Schlagzahl hoch halten und den Bezirk durch Veranstaltungen und Aktionen attraktiver machen.“

Blüte zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Früher einmal war das anders. Vor allem die verkehrsgünstige Lage am Neckar und das Sauerwasser – nach Budapest verfügt Bad Cannstatt über das zweithöchste Mineralwasservorkommen in Europa – lockte einst alles, was Rang und Namen hatte, nach Bad Cannstatt zur Kur. Eine Blüte erlebte der Stadtteil deshalb zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Beginn der Bäderzeit. Die einige Jahrzehnte später beginnenden Industrialisierung veränderte das Cannstatter Zentrum erneut – wenn auch einer ganz anderen Ausprägung. „Räumlich ist Bad Cannstatt zu dieser Zeit stark expandiert“, sagt Löffler. Wenn man sich diese frühere Bedeutung Bad Cannstatts, das bis zur Eingemeindung nach Stuttgart im Jahr 1905 eine eigenständige Stadt war, vergegenwärtige, wisse man auf jeden Fall, warum der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz im 17. Jahrhundert einmal vorschlug, die Universität von Tübingen nach Bad Cannstatt zu verlegen und die Residenzfunktion Stuttgarts nach Bad Cannstatt zu verlagern.

Einwohner: 4525 Fläche: 39,2 Hektar Besonderheit: historische Bausubstanz




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