Stadtteilfest So feiern die Degerlocher

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Das Wochenende stand und steht im Zeichen der Kirbe in Stuttgart-Degerloch. Gefeiert wird auch noch am Montag, 30. Oktober. Der Veranstalter ist froh, dass es das Fest überhaupt noch gibt...

Eltern schauen ihren Kindern bei der 44. Degerlocher Kirbe zu, wie sie auf dem Autoscooter Spaß haben. Für Kleinere gab es auch ein Karussell. Foto: Cedric Rehman
Eltern schauen ihren Kindern bei der 44. Degerlocher Kirbe zu, wie sie auf dem Autoscooter Spaß haben. Für Kleinere gab es auch ein Karussell. Foto: Cedric Rehman

Degerloch - Wie den Kirbebesuchern seine Kartoffelspezialitäten schmecken werden? Darüber macht sich Benjamin Langenbeck mehr Gedanken als über die Sturmwarnungen. „Ich hoffe, dass die Leute hier auch Lust auf Kumpir haben. Bei Festen ist ja schon vor allem die Wurstfraktion vertreten“, meint Langenbeck. Er ist einer der Gründer des Streetfood-Unternehmens Kumpir Babo. Es verkauft die mit allerlei Zutaten belegten Backkartoffeln.

Kumpir Babo ist zum ersten Mal mit einem Stand auf der Degerlocher Kirbe vertreten. Beinahe wäre im vergangenen Jahr Schluss gewesen mit dem Traditionsfest. Der Abteilungsleiter der Freiwilligen Feuerwehr, Frank Althoff, beobachtet das diesjährige Festgeschehen im Feuerwehrhaus entspannt. „Dieses Jahr war alles sehr ruhig“, meint er, als wolle er betonen, dass es 2016 ganz schön viel Trubel gab.

Citymanagement, Gewerbevereine und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stritten zum einen im vergangenen Herbst über Veranstaltungen mit verkaufsoffenen Sonntagen wie etwa die Degerlocher Kirbe. Am Ende gab es einen Kompromiss, der einen verkaufsoffenen Sonntag in Degerloch weiter möglich machte.

Die Auseinandersetzung um den Neubau des Hauses der Kirche auf dem Agnes-Kneher-Platz wog aber noch schwerer. Schließlich konnte auch hier eine Lösung gefunden werden. Die Kirche ließ sich auf einen vorübergehenden Rückbau der Baustelle ein, und der Autoscooter fand Platz zwischen Bauzaun und Feuerwehrhaus. Frank Althoff ist immer noch ein wenig anzuhören, wie ärgerlich der Streit im vergangenen Jahr für ihn war. Der Abteilungsleiter der Degerlocher Feuerwehr setzt nun in diesem Jahr auf die Feierlaune der Besucher. „Wir haben uns auf viele Gäste eingestellt. Immerhin kommen jetzt zwei Feiertage nacheinander“, sagt er.

Feuerwehr hofft auf Feierlaune

Dass das Sturmtief Grischa ihm die Planungen durcheinanderwirbeln könnte, glaubt Althoff nicht. Das Festgelände sei sturmsicher, sagt er. „Wir haben auch genug Leute hier, dass es nichts ausmacht, wenn ein paar wegen des Sturms ausrücken müssen“, meint Althoff.

Der Abteilungsleiter der Feuerwehr betont, dass die Kirbe weit mehr sei als nur ein nettes Fest. Die Feuerwehr könne ihre Verbundenheit mit dem Bezirk demonstrieren und so vielleicht den einen oder anderen überzeugen, selbst bei den Brandschützern mit anzupacken. „Wir erleben es regelmäßig, dass wir nach der Kirbe neue Ehrenamtliche gewinnen“, meint Althoff. Seine Freude sei deshalb auch groß, dass das Fest 2016 gerettet werden konnte. Abends in der Blaulichtbar dürfte darauf wohl das eine oder andere Mal angestoßen werden.

Am Montag, 30. Oktober, dem letzten Tag der Traditionsveranstaltung, sind Handwerker, Büroteams und alle Degerlocher zum Mittagstisch in das Feuerwehrhaus eingeladen. Für wenig Geld gibt es drei verschiedene Gerichte. Frank Althoff verteilt außerdem wie jedes Jahr Verdauungsschnaps an die Gäste. In der Fahrzeughalle spielt wieder das Stauferland Echo. Zum Abschluss des dreitägigen Festes wird in der Blaulichtbar die Nacht zum Tag gemacht. Um 21 Uhr beginnt eine Halloweenparty. Wer dort verkleidet auftaucht, bekommt von der Feuerwehr das erste Getränk aufs Haus.

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