Stadtwald Leinfelden-Echterdingen Weniger Bäume gefällt als geplant

Gerade in Pandemiezeiten ist die Naherholungsfunktion des Waldes für viele Menschen wichtig. Foto: Philipp Braitinger
Gerade in Pandemiezeiten ist die Naherholungsfunktion des Waldes für viele Menschen wichtig. Foto: Philipp Braitinger

Der Brennholzverkauf ist ins Stocken geraten. Seine Ziele wird das Forstamt von Leinfelden-Echterdingen in diesem Jahr erneut nicht erreichen.

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Leinfelden-Echterdingen - Ursprünglich sollten aus dem Stadtwald von Leinfelden-Echterdingen in diesem Jahr 3650 Festmeter Holz geschlagen werden. Diese Menge wird das Forstamt allerdings nicht mehr schaffen, wie die Leiterin Cordula Samuleit am Dienstag während der Sitzung des Technischen Ausschusses in Leinfelden-Echterdingen einräumte. Ein wenig Holz werde bis zum Jahresende zwar noch geschlagen. Unterm Strich dürften es aber nicht mehr als 2500 Festmeter werden, schätzt die Forstamtsleiterin. Neben schwankenden Holzpreisen habe die Coronakrise den Holzverkauf erschwert. „Auch in diesem Jahr konnten wir keine Brennholzversteigerung machen“, berichtete Samuleit.

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Im kommenden Jahr ist das Ziel, 3400 Festmeter Holz aus dem Stadtwald auf einer Fläche von 63,2 Hektar zu schlagen. Ferner sollen 200 Douglasien auf einer Fläche gepflanzt werden, wo Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Der Nutzungs- und Kulturplan für das Forstwirtschaftsjahr 2022 für den Stadtwald von Leinfelden-Echterdingen wurde während der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Gemeinderates am vergangenen Dienstag einstimmig beschlossen.

Die Erlöse werden wieder in den Wald investiert

Wirtschaftlich ist der Stadtwald für Leinfelden-Echterdingen kaum von Bedeutung. Die Kosten und der Ertrag halten sich alljährlich grob die Waage. Die Erlöse, beispielsweise aus dem Brennholzverkauf, werden wieder in den Wald investiert.

Derzeit arbeitet das Forstamt an einem Plan für die Jahre von 2023 bis 2032 für den Stadtwald von Leinfelden-Echterdingen. Eine Vorstellung des Planes soll im kommenden März im Technischen Ausschuss erfolgen. Anschließend könnten die formulierten Ziele des Planes Jahr für Jahr umgesetzt werden. Dass es dabei große Überraschungen geben wird, glaubt Samuleit aber nicht. „Da wird das Rad nicht neu erfunden“, sagte sie. Nichtsdestotrotz sei dieser Plan eine wesentliche und wichtige Grundlage für die Arbeit in den kommenden zehn Jahren.

Der Wald erfüllt viele Funktionen

Ein Teil des Planes wird die Waldwirtschaft betreffen. Doch der Wald hat viele weitere Funktionen, wie Samuleit erklärte. Gerade während der Coronapandemie sei die Naherholungsfunktion für eine große Zahl an Menschen wichtig gewesen. Darüber hinaus habe der Wald eine Schutzfunktion für Tiere und Wasser. „All das wird bei den Zielen wieder auftauchen“, sagte die Forstamtsleiterin. Außerdem macht man sich auf dem Forstamt Gedanken, welche Bäume angesichts des sich verändernden Klimas neu gepflanzt werden könnten. „Wir müssen alles tun, um den Wald zukunftsfähig zu machen“, so Cordula Samuleit. Junge Bäume müssten in den ersten Jahren ihres Lebens gepflegt werden. Sorgen bereiten der Forstfrau die Eichen. „Die brauchen Hilfe und Unterstützung“, sagte sie.

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Damit der Wald auch in Zukunft zahlreiche Fürsprecher hat, geschützt und gepflegt wird, sollen bereits die Kinder und Jugendlichen die Natur kennen und schätzen lernen. Das Forstamt bietet verschiedene Waldpädagogikveranstaltungen an. „Das wird intensiv nachgefragt“, erklärte Samuleit. „Wir wollen das Thema bei Kindern und Jugendlichen etablieren.“ Der Nachwuchs könne das Thema auch in die Familien tragen. Weniger Hoffnungen setzt die Kreisforstamtsleiterin in Schilder an Waldlehrpfaden. „Das erste Schild wird noch gelesen, das zweite angeschaut, das dritte vielleicht noch wahrgenommen“, berichtete sie von ihren Erfahrungen.




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