Stadtwerke Böblingen Pragmatische Lösungen müssten her
Die Stadt hatte bei der Entscheidung zur Umstrukturierung der Böblinger Stadtwerke nicht viel Spielraum. Trotzdem drängen sich zwei Fragen auf.
Die Stadt hatte bei der Entscheidung zur Umstrukturierung der Böblinger Stadtwerke nicht viel Spielraum. Trotzdem drängen sich zwei Fragen auf.
Die Stadt Böblingen gründet eine Holding und strukturiert die Stadtwerke neu, um weiterhin von steuerlichen Vorteilen zu profitieren. Kosten für diesen Schritt: knapp 900 000 Euro. Ausgaben, die sich zwar auf drei Jahre verteilen, aber angesichts klammer Kassen und Sparmaßnahmen aufhorchen lassen – weil sie so überflüssig erscheinen.
Schließlich ändert sich im Idealfall nach außen hin mit der neuen Holding nichts. Die Bäder werden weiter betrieben wie bisher, die Parkhäuser ebenso und die Energieversorgung bleibt ebenfalls wie gehabt. Nur die rechtlichen und unternehmerischen Strukturen im Hintergrund ändern sich.
Allerdings war die Stadt beinahe schon gezwungen, diesen Schritt zu gehen. Eine Böblinger Sonderregelung, die den gleichen steuerlichen Vorteil hatte, hat das Finanzgericht einkassiert. Über diese Entscheidung kann sich die Stadt nicht hinwegsetzen.
Doch drängen sich zwei Fragen auf. Die erste: Handelt es sich hier nicht um ein klassisches Beispiel, bei dem Bürokratieabbau sinnvoll wäre? Natürlich braucht es Regeln. Aber pragmatischer – und günstiger – wäre es gewesen, die Sonderregelung einfach weiter gelten zu lassen.
Die zweite Frage lautet: Ab welchem Grad der Komplexität wäre es einfacher, wenn sich die Stadt um alles selbst kümmert? Wenn sie nicht nur die Verlustsparten zu hundert Prozent in der eigenen Hand hätte, sondern auch die gewinnbringende Energieversorgungssparte?
Ein Schritt, der allerdings – zugegeben – zunächst ebenfalls Umstrukturierungen und Kosten nach sich ziehen würde.