Stadtwerke Fellbach, Backnang und Stuttgart So teuer wird das Gas zum Jahreswechsel

Fürs Kochen, Warmwasser, Heizung: Gas wird im kommenden Jahr teurer. Foto: Imago/Laci Perenyi

Die ersten Grundversorger haben ihre Gaspreise für das kommende Jahr bekannt gegeben. Die Unterschiede bei den Preissteigerungen in Stuttgart, Backnang und Fellbach sind gewaltig.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)

Krieg in der Ukraine, unübersichtliche Lage auf den Märkten: Lange Zeit war unklar, wie stark all das die Gaspreise in den kommenden Monaten beeinflusst. Die ersten Stadtwerke und Grundversorger in der Region haben nun ihre Preise für 2023 bekannt gegeben. Die Verteuerung hängt unter anderem davon ab, wie geschickt die Stadtwerke beim Einkauf des Gases agiert haben. Unternehmen, die vor der Krise langfristig eingekauft und sich einen Preis gesichert hatten, der damals zwar relativ hoch, nun jedoch vergleichsweise günstig erscheint, können das Plus für die Kunden etwas abmildern. Besonders in Backnang drohen jedoch deutliche Mehrkosten.

 

In Fellbach bleibt der Anstieg moderat Die Stadtwerke in Fellbach haben sich als eine der ersten aus der Deckung gewagt und bekannt gegeben, wie die Preisanpassungen für die Grundversorgung mit Gas im kommenden Jahr aussehen werden. Der Grundpreis bleibt demnach weiterhin gleich, die Arbeitspreise steigen allerdings. Beim Basistarif Gas beispielsweise klettert der Bruttopreis um rund 1,6 Cent auf 14,242 Cent pro Kilowattstunde. Die Bilanzierungs-, Gasspeicher- und Konvertierungsumlagen, die erst seit dem 1. Oktober dieses Jahres erhoben werden, bleiben in ihrer Höhe bestehen. Die Mehrwertsteuer ist vom Staat seit dem 1. Oktober auf 7 Prozent reduziert.

Der im neuen Jahr höhere Gaspreis in Fellbach resultiert vor allem aus einem rund 1,5 Cent höheren Grundversorgeranteil. „Insbesondere der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene schwierige Lage an den Energiemärkten haben die Gaspreise weiter stark nach oben getrieben“, schreiben die Stadtwerke in einer aktuellen Kundeninformation. „Dennoch konnten wir über eine kontinuierliche, längerfristig ausgerichtete Beschaffungsstrategie den Anstieg etwas mildern.“

In Backnang wird es kostspielig In Backnang hat es schon im Frühjahr drastische Preissteigerungen gegeben. Zum 1. April waren die Preise für die Grundversorgung – die einzige Versorgung, die die Stadtwerke derzeit anbieten – von zunächst 6,38 auf 12,33 Cent pro Kilowattstunde angestiegen, zum 1. Oktober gab es eine weitere, etwas kleinere Preissteigerung auf 14,43 Cent.

Erst am Mittwochabend hat der Aufsichtsrat eine weitere Preisanpassung beschlossen, und die hat es wieder in sich. Der Arbeitspreis brutto bei der Grundversorgung steigt auf 22,69 Cent an – und ist damit deutlich höher als in Fellbach.

EnBW Stuttgart erhöht zum Dezember Bei den Stadtwerken Stuttgart steht die genaue Höhe der Preissteigerungen, die auf die Kunden zukommen, noch nicht fest. „Das wird bei uns erst am 28. November entschieden“, sagt eine Sprecherin. Auch andere Stadtwerke in der Region werden ihre Preise voraussichtlich den kommenden Wochen anpassen, unklar ist, in welcher Höhe.

Grundversorger in der Landeshauptstadt sind allerdings nicht die Stadtwerke, sondern die EnBW. Diese wird bereits zum 1.  Dezember dieses Jahres die Gaspreise in der Grundversorgung erhöhen. Die Steigerung beträgt hier 3,86 Cent auf einen Bruttopreis von dann 13,54 Cent pro Kilowattstunde.

Gaspreisbremse bringt Erleichterung So horrend manche der Preiserhöhungen auf den ersten Blick scheinen, gilt es doch zu beachten, dass die zweistufige Gaspreisbremse die Auswirkungen zumindest abschwächen wird. So werden die Abschlagszahlungen im Dezember komplett vom Staat übernommen. Und voraussichtlich ab März bekommt jeder Haushalt in Deutschland wohl 80 Prozent jener Gasmenge, die im September 2022 vom Versorger fürs Jahr hochgerechnet wurde, zu einem Fixpreis von höchstens 12 Cent pro Kilowattstunde. Nur die restlichen 20 Prozent – und Gasmengen, die gegenüber dem Vorjahr mehr verbraucht werden – kosten dann den Marktpreis.

Da die Gaspreisbremse voraussichtlich erst im Dezember beschlossen wird, sind aber noch Änderungen an diesem Vorhaben möglich. Unter anderem wird derzeit politisch diskutiert, ob der Gaspreisdeckel rückwirkend auch für den Februar 2023 beschlossen werden könnte.

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