Stadtwerke Schorndorf Warum der Energieversorger auf Sonnenkraft setzt

In Schorndorf gibt es noch viele Dächer ohne Solaranlagen. Die Stadtwerke Schorndorf haben die Fotovoltaik als neues Geschäftsfeld installiert. Foto: dpa/Marc Müller

Mit einem Rundumsorglos-Paket in Sachen Fotovoltaik möchten die Stadtwerke Schorndorf ein neues Geschäftsfeld aufbauen. Das ist auch nötig, weil andere Energiebereiche schwächeln.

Eigentlich wollten die Stadtwerke Schorndorf erst im März so richtig in das Thema Fotovoltaik einsteigen. Doch schon seit Februar erreichen die ersten Anfragen die zuständige Mitarbeiterin, ist sie damit beschäftigt, die ersten Angebote zu erstellen. „Wir merken, dass das Interesse groß, die Nachfrage hoch ist“, erzählt Elena Kübler, die sowohl schon Firmen wie auch Privatkunden beraten hat. Ob es nun die aktuellen Krisen sind oder doch eher die Fotovoltaik-Pflicht für viele Neubauten: Gerade rechtzeitig sei man bei den Stadtwerken bereit für das neue Geschäftsfeld. Was das städtische Tochterunternehmen bieten möchte, ist ein „Rundumsorglospaket“, wie es der Geschäftsführer Daniel Beutel nennt.

 

Von der Planung der Solaranlage bis zur Stromvermarktung

So lässt sich auf der Homepage der Stadtwerke über den PV-Rechner ein erstes Angebot für eine Fotovoltaikanlage auf dem eigenen Dach anfordern. Soll eine Ladestation für das E-Auto sowie eine Batterie für das Speichern der selbst erzeugten Energie gleich mitangeschafft werden, kann auch dies einkalkuliert werden. Mit der Spezialistin Elena Kübler kann die Anlage detailliert geplant werden. Von der Anschaffung über die Montage samt Gerüstbau bis zur Vermarktung des überschüssigen Stroms kann schließlich auf die Dienstleistung der Stadtwerke zurückgegriffen werden.

„Bei der Montage arbeiten wir mit Partnern aus Schorndorf und dem Umland zusammen“, erläutert Daniel Beutel. Der Vorteil: Für alle diese Schritte sei nur eine einzige Anfrage nötig, denn es sei auch ein Ziel, den Zugang zur eigenen Solaranlage so einfach wie möglich zu gestalten: „Denn die Fotovoltaik ist ein wichtiger Baustein, damit wir unser Klimaziel erreichen“, sagt der neue Oberbürgermeister Bernd Hornikel.

Schorndorf hat sich verpflichtet, bis 2035 klimaneutral zu werden. Auch die Stadtwerke betreiben bereits Anlagen auf dem Dach der Garagen, auf Kindergärten und Schulen. Damit auch diejenigen Bürger eine eigene Anlage verwirklichen können, die zum Beispiel als Mieter keine eigene Dachfläche zur Verfügung haben, gibt es im Angebot der Stadtwerke auch Balkonmodule, also Mini-Solar-Kraftwerke. Auch diese würden stark nachgefragt, berichtet Kübler. Die Plug-In-Module dürfen maximal 600 Watt erzeugen. Das klinge vielleicht erst nach nicht viel: „Aber jedes Modul ist ein gutes Modul.“

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Im Angebot sind auch Plug-In-Module für den Balkon

Pro Set (zwei Module, Wechselrichter, Energiemessgerät und Kabel) kosten diese 690 Euro. Allerdings gibt es bei dieser Variante eine kleine Einschränkung: Weil eine spezielle Energiesteckdose benötigt wird, müssen die Kunden einen Elektriker engagieren. Und sollte im Haus kein Zweirichtung-Stromzähler vorhanden sein, muss der Netzbetreiber diesen austauschen.

Warum aber steigen die Stadtwerke Schorndorf überhaupt in diese Dienstleistungen ein? „Das ist für uns ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagt der Erste Bürgermeister Thorsten Englert. So seien die Geschäftsfelder Strom und Gas immer weniger profitabel. Umso wichtiger sei es, von diesen unabhängiger zu werden, einen neuen Mix anbieten zu können. Zumal es in Schorndorf und den Teilorten noch viele Dächer ohne Solaranlagen gebe. „Da entsteht ein schöner Markt“, meint Daniel Beutel. Einer, dessen Anteil langfristig die alten Renditebringer überholen soll.

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Für Daniel Beutel ist das Thema Fotovoltaik aber noch aus einem anderen Grund wichtig: „Wir können bei Quartiersentwicklungen nun als Gesamtanbieter auftreten. Bei uns gibt es Strom, Gas, Wasser, Nahwärme, Glasfaser, E-Mobilität und Fotovoltaik aus einer Hand.“ Langfristig, berichten Englert und Beutel, soll das Geschäftsfeld einmal einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Zielvorgaben des Unternehmens erreicht werden können: „Denn das wird mit den klassischen Feldern Wasser, Gas und Strom nicht mehr gehen“, sagt Thorsten Englert.

Infos und Beratung gibt es unter www.stadtwerke-schorndorf/photovoltaik

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