Die Polizei nutzt leerstehende Gebäude des Robert-Bosch-Krankenhauses für Übungen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Das RBK erlebt einen selten intensiven Umbau: Neubauten wachsen, alte Trakte leeren sich. Polizei und Rettungskräfte nutzen den Zwischenzustand für realistische Einsatzübungen.
Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) steckt in einer Umbauphase wie selten zuvor. Fünf neue Bauwerke wachsen derzeit auf dem Areal auf dem Burgholzhof in der Höhe. Während an einer Stelle der Gebäudebestand zunimmt, ist ein anderer bisheriger Krankenhaustrakt bereits weitgehend ausgeräumt. Anfang des kommenden Jahres machen mehrere Gebäude Platz für den Neubau des neuen Kernkrankenhauses.
Patienten und Pflegepersonal sind bereits ausgezogen, die Abrissexperten aber noch nicht am Werk. Diesen Zwischenzustand macht sich die Polizei zu nutze. Am Mittwoch hat sie mit rund 100 Beamtinnen und Beamten in dem leerstehenden Gebäude eine „lebensbedrohliche Einsatzlage“ geübt. Das Szenario: in dem Krankhausbau schlägt ein Täter mit einer Machete auf Menschen ein. Die Aufgabe der Einsatzkräfte: ihn finden und dafür sorgen, dass keine weitere Gefahr von ihm ausgeht – und sich um Verletzte kümmern.
Seltene Gelegenheit für die Polizei zu realitätsnahen Übungen
Die werden von weiteren Kollegen gemimt. Der Transport gestaltet ist nicht ganz einfach. Die verwinkelte Weitläufigkeit des Gebäudes, das sich über mehrere Etagen erstreckt, macht die Sache zur Herausforderung. „Für uns ist das eine gute Gelegenheit, das zu üben. So ein Gebäude steht einem nicht oft zur Verfügung“, sagt Markus Schlatter, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Einsatz. Solche Lagen müsse man trainieren, damit die Polizeiarbeit im Ernstfall gut laufe. Das Szenario sei nicht aus der Luft gegriffen, Krankenhäuser wie das RBK gelten als besonders zu schützende kritische Infrastruktur.
Die eingerichtete Musterwohnung für das Personal des RBK. Foto: LIichtgut/Max Kovalenko
Derzeit geben sich die Blaulichtorganisatoren in diesem RBK-intern Bauteil G genannten Trakt die Klinke in die Hand. Die Feuerwehr ist immer wieder da, SEK und MEK haben geübt und auch die Polizeihundestaffel hat das ungewöhnliche Trainingsareal erkundet. Noch kann Kai Ladstätter, Leiter Standortentwicklung, Immobilien und Bauten beim RBK, den ungewöhnlichen Gästen Zutritt gewähren. Erst im kommenden Jahr sollen die Abrissbagger anrollen. Ein halbes Jahr später wird nichts mehr an dieser Stelle an den bisherigen Gebäudebestand erinnern.
Auf dem Burgholzhof entsteht ein neues Kernkrankenhaus
Dort soll dann auf einer Grundfläche von rund 90 auf 90 Metern bis ins Jahr 2029 das neue Kernkrankenhaus entstehen. Knapp 400 Betten stehen den Patienten zur Verfügung, Eingriffe werden in 18 OP-Sälen vorgenommen. Auch die Notaufnahme soll dort einziehen. „Das neue Kernkrankenhaus, welches entsteht, enthält die vollständige und neue Infrastruktur für den Betrieb aller Krankenhausgebäude“, sagt Ladstätter.
Der Rohbau des neuen Bereichs Wohnen&Parken soll im Frühjahr abgeschlossen sein. Foto: LICHTGUT
Aber natürlich bleibt der Neubau eingebettet in den sogenannten Bosch Health Campus. Und während das Kernkrankenhaus bisher nur in Planunterlagen existiert, ist Ladstätter an einer anderen Stelle der Transformation des Klinikareals weiter. Im Bauabschnitt Wohnen&Parken soll die Rohbauarbeiten im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. Mehr als 300 neue Wohneinheiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen, dazu eine Betriebs-Kita, ein öffentlich zugänglicher und 24 Stunden geöffneter Supermarkt.
Neue Wohnungen des RBK sollen 2027 fertig werden
Eine erste Musterwohnung ist abseits des Baustellentrubels entstanden, sodass sich potentielle Bewohner ein Bild ihres neuen Zuhauses machen können. Sämtliche Appartements werden einen Balkon haben und sollen hochwertig ausgestattet sein. „Darin zeigt sich die Wertschätzung für die Mitarbeiter“, sagt Ladstätter. Der Bauexperte, der seit mehr als 30 Jahren im Beruf steht, ist vom Tempo auf der Baustelle mehr als angetan. Im Januar 2025 wurde im dritten Untergeschoss der Tiefgarage die erste Wand errichten, im zweiten Quartal des Jahres 2027 sollen erste Mieter die Wohnungen beziehen können.