Städtebau-Wettbewerb in Kernen Neuer Zeitplan für das Hangweide-Projekt

Von Harald Beck 

Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise verschieben sich die Terminplanungen für den städtebaulichen Wettbewerb um drei bis vier Monate. Hauptsorge: Das hochrangige Teilnehmerfeld und die Bürger sollen bei der Stange gehalten werden.

Wo heute noch die Reste der Hangweiden-Gärtnerei stehen, soll eine moderne Wohnwelt wachsen. Foto: /Gottfried Stoppel
Wo heute noch die Reste der Hangweiden-Gärtnerei stehen, soll eine moderne Wohnwelt wachsen. Foto: /Gottfried Stoppel

Ausblick - Wegen der vom Land verordneten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus ist der Zeitplan des Städtebaulichen Wettbewerbs für das „Zukunftsprojekt Hangweide“ in Kernen nicht zu halten. Das berichten die drei Projektpartner von der Kreisbaugruppe, der LBBW Kommunalentwicklung und der Kommune Kernen. Die Bürger-Planer-Dialoge sowie die Abgabe der Wettbewerbsunterlagen müssten aus diesem Grund um voraussichtlich drei bis vier Monate verschobenen werden.

Bisher zeigen elf Architekturbüros Interesse

Andererseits betonen die Beteiligten an dem kommunalen Prestigeprojekt für die Internationale Bauausstellung Stuttgart Region im Jahr 2027, dass der städtebauliche Prozess der Umwandlung des knapp acht Hektar großen Areals Hangweide am Ortsrand von Rommelshausen in ein zukunftsweisendes Wohnquartier einen weiteren wichtigen Schritt vorangekommen sei. Mitte Dezember vorigen Jahres waren zunächst die Eckpunkte des Auslobungstextes für den Städtebaulichen Wettbewerb vom Gemeinderat Kernen endgültig beschlossen worden, Mitte Januar dieses Jahres begann rein formal das Bewerberverfahren und Mitte März standen – eigentlich – die Teilnehmer des Wettbewerbs für die moderne Lebenswelt auf dem Areal des einstigen Dörfles für Menschen mit Schwer- und Mehrfachbehinderung fest: Elf hochrangige Arbeitsgemeinschaften, mit Architekten und Landschaftsplanern, sind zu diesem Zeitpunkt offiziell in den Wettbewerb eingestiegen.

Dann allerdings hat das Coronavirus den Zeitplan abrupt gestoppt. Nicht nur der zweite Bürger-Planer-Dialog auf der Hangweide, der am 17. März hätte stattfinden sollen, musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, sondern ebenso eine für den 21. März geplante Exkursion. Um alle Teilnehmer trotz aller Widrigkeiten im Wettbewerb zu halten, haben sich die Projektpartner nun für eine „Streckung des Wettbewerbsverfahrens um drei bis vier Monate“ entschieden. Das heißt laut der aktuellen Mitteilung, dass entsprechend der vorgesehenen Abfolge der Diskussions- und Planungsschritte auch die für den 25. Mai avisierte Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Kernen sowie der für Juli geplante Hangweide-Tag vorerst ausfallen werden.

Bürger sollen weiter mit einbezogen werden

Trotzdem, das betonen alle Beteiligten, würden die Bürger im Prozess des kommunalen IBA-Projekts nicht ausgeklammert. „Uns ist nach wie vor an einer qualitativ hochwertigen Bürgerbeteiligung gelegen, deshalb haben wir unseren Zeitplan angepasst und beziehen die Bürgerschaft natürlich wie vorgesehen entsprechend ein“, betont stellvertretend für alle Kernens Bürgermeister Benedikt Paulowitsch.

Laut der von ihm vermittelten veränderten Perspektive ergibt sich ein neues Zeitfenster mit den folgenden Eckdaten: Der verschobene zweite Bürger-Planer-Dialog wird voraussichtlich im Juni dieses Jahres stattfinden – in welcher Form werde noch bekannt gegeben. Das sogenannte Zwischenkolloquium erfolgt demnach später im Juni oder erst im Juli 2020. Dabei wird zurzeit auch geprüft, ob das Kolloquium auch digital durchgeführt werden kann. Die Abgabe der Wettbewerbsunterlagen erfolgt dann Ende September und das Preisgericht soll im Oktober oder November tagen, je nachdem wie die Prüfung der eingereichten Wettbewerbsunterlagen abläuft.

Anschließend ist zum Jahresende ein dritter Bürger-Planer-Dialog vorgesehen. Ob die ebenfalls verschobene Exkursion und auch die geplante Podiumsdiskussion zum Thema „Wohnen in Genossenschaften“ noch dieses Jahr stattfinden können, das bleibe abzuwarten, sagt Benedikt Paulowitsch. In beiden Fälle sei ein Ausweichtermin im Jahr 2021 denkbar. Auch der besonders im Fokus stehende Hangweidetag solle in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, betont Kernens Bürgermeister.




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