Städtepartnerschaft Gerlingen Vesoul Nicht nur die Sprachbarriere ist niedriger

1984  fuhr man zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Foto: Stadtarchiv
1984 fuhr man zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Foto: Stadtarchiv

Die Städtepartnerschaft zwischen Gerlingen und Vesoul besteht 2014 seit einem halben Jahrhundert. Zum Jubiläum soll eine Broschüre an die schönsten Erlebnisse aus den 50 Jahren erinnern.

Ludwigsburg: Klaus Wagner (kwa)
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Gerlingen - Schätze heben aus privaten Alben – das ist das Ziel der Gerlinger Stadtverwaltung. Denn in diesem Jahr besteht die offizielle Freundschaft zum französischen Vesoul ein halbes Jahrhundert – und das soll kräftig gefeiert werden. Eine neue Broschüre wird an Anlässe und Ereignisse erinnern mit Menschen aus Vesoul oder in Gerlingen und der Stadt in der Region Franche-Comté. Im Hauptamt und dem Stadtarchiv nehmen die Mitarbeiterinnen noch im Januar Material entgegen.

Gesucht werden Bilder aus den Anfangstagen der Partnerschaft

So richtig historisch ist es noch nicht – und auch deshalb hofft Klaus Herrmann, der Leiter des Stadtarchivs, auf private Aufnahmen oder gar Alben, die zu Beginn der offiziellen Beziehung oder später entstanden sind. Ende Mai 1964 war in Gerlingen die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet worden; bereits vier Wochen später fuhr eine Delegation aus Gerlingen nach Vesoul. Und im Jahr darauf besuchte der Gemeinderat von dort die neuen Freunde hierzulande. Weil die Fotografie damals schon Allgemeingut war, hofft Herrmann auf möglichst viel Material aus privaten Beständen. Vor allem Fotos seien wichtig, aber auch Filme sind willkommen. Damals gab es noch Super-Acht, Video war noch nicht en vogue.

„Private Filme wären besonders wertvoll zur Dokumentation der Ortsgeschichte“, sagt Herrmann. Denn im verheerenden Hochwasser des Sommers 2010 sei neben vielem anderen auch Material zum Thema Städtefreundschaften verloren gegangen.

Gruppe will über 300 Kilometer bis zur Feier nach Vesoul laufen

Im Hauptamt will man bis zum Sommer eine neue Broschüre erstellen über die Beziehung der beiden Städte. Es wird die achte Zusammenstellung sein zu diesem Thema – nach Publikationen aus den Jahren 1964, 1974, 1984, 1989, 1994, 1999 und 2004. „Die Broschüre soll von Bildern leben“, erläutert die Hauptamtsleiterin Ulrike Hoffmann-Heer das Ziel, „nach dem Motto 50 Jahre – 50 Ereignisse“. Doch die „Macher“ der neuen Publikation sind nicht nur an „neuem alten“ Material interessiert, es dürfen auch gern Hintergrundinformationen oder Anekdoten sein.

Das große Festwochenende soll am 28. und 29. Juni in Vesoul stattfinden, und im Jahr darauf wird es in Gerlingen einen zweiten Festakt geben. „Das haben wir bei den Partnerschaftsjubiläen mit Tata und Seaham auch schon so gehandhabt“, berichtet Ulrike Hoffmann-Heer. Die Vesouler hätten eine Einladung ausgesprochen für so viele Menschen, wie in drei bis vier Busse hineinpassen. „Das war ernst gemeint.“ Einer davon soll auf jeden Fall die Jugendlichen der Jonglier-AG des Robert-Bosch-Gymnasiums aufnehmen, denn die sollen auf dem Place de la Republique auftreten. Auch der Musikverein sei eingeladen – und alle Menschen, die Interesse haben. Französisch muss man nicht beherrschen, um bei diesem Besuch dabei zu sein; „die Sprachbarriere ist in 50 Jahren geringer geworden“, meint die Amtsleiterin. Eine Gruppe wird die 350 Kilometer nach Vesoul laufen. Zur Feier des „Fünfzigjährigen“ gibt es wieder einen Stafettenlauf nach Frankreich.




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