Städtepartnerschaft Waiblingen – Virginia Beach Neue Schwesterstadt in Übersee

Von Annette Clauß 

Da waren es plötzlich fünf: Die Stadt Waiblingen hat zu ihren Partnerstädten in Europa nun noch eine in Nordamerika hinzubekommen: Virginia Beach, die größte Stadt im US-Bundesstaat Virginia.

Die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags Foto: Stadt Waiblingen/Simmendinger
Die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags Foto: Stadt Waiblingen/Simmendinger

Waiblingen - Nun ist es offiziell: Waiblingen hat jetzt zusätzlich zu seinen vier europäischen Partnerstädten eine amerikanische „Sister City“. Sie heißt Virginia Beach, liegt an der Ostküste der USA und hat etwa acht Mal so viele Einwohner wie Waiblingen. Aber gerade mal ein Drittel so viele Gemeinderäte – nämlich elf, inklusive des Bürgermeisters William D. Sessoms.

Letzterem hat vor wenigen Tagen eine Delegation, zu welcher der Oberbürgermeister Andreas Hesky, die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen sowie Vertreter der Partnerschaftsgesellschaft gehörten, einen Besuch abgestattet. Bei dieser Gelegenheit haben die Stadtoberhäupter die Partnerschaft mit ihren Unterschriften besiegelt. Bereits am Donnerstag reisen junge Gäste aus den USA in Waiblingen an: Jugendliche, die am Austauschprogramm mit dem Saliergymnasium teilnehmen.

Schüler besuchen sich seit Jahren

Die gegenseitigen Schülerbesuche, die seit dem Jahr 2012 regelmäßig stattfinden, seien neben der wirtschaftlichen Kontakte – Virginia Beach ist seit Mitte der 1970er-Jahre ein Standort der Firma Stihl – eine tragende Säule der Partnerschaft, sagt Andreas Hesky. Bislang hatten jährlich jeweils elf Jugendliche die Gelegenheit, das amerikanische beziehungsweise deutsche Leben kennen zu lernen. Die Verwaltung hofft, dass sie weitere Schulen in Virginia Beach begeistern kann, so dass mehr Waiblinger, etwa Schüler des Saliergymnasiums, die Chance zu einer Teilnahme bekommen.

„Es ist wichtiger denn je, dass von Kindesbeinen an keine Gräben geschaffen werden“, begrüßte Wilfried Jasper, der Fraktionsvorsitzende der Demokratischen Freien Bürger (DFB) die Partnerschaft. Letztere dürfe keine „Funktionärspartnerschaft“ sein, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Siegfried Kasper. Alfonso Fazio von der Alternativen Liste sagte, zwar habe Waiblingen schon zuvor genügend Partnerstädte gehabt, allerdings sei die Verschwesterung angesichts der politischen Gegebenheiten wichtig: „Man kann so ein anderes Bild von Amerika vermitteln. Die Gastfreundschaft hat mich sehr begeistert.“

Partnerschaften brauchen Kümmerer

Auch der Oberbürgermeister sieht keine Gefahr, dass durch die neue „Sister City“ andere Partnerstädte ins Hintertreffen kommen: „Wir kümmern uns um alle Partnerstädte intensiv.“ Viel hänge aber davon ab, dass sich auf beiden Seiten Leute engagierten, sonst könne eine Partnerschaft einschlummern, wie das etwa mit Jesi zeitweise der Fall gewesen sei. Neben dem Schüleraustausch soll es zum Beispiel Kooperationen von Künstlern, Vereinen oder den Feuerwehren geben. „Die Kontakte sind geknüpft, jetzt muss die Partnerschaft noch verankert werden“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Wied.