Städtetrip in Südfrankreich 5 Gründe, warum man im Frühjahr Toulouse besuchen sollte
Märkte mit prallen Auslagen, ein charmantes Gassengewirr und lässiges Lebensgefühl: Wir zeigen, warum Toulouse einen Städtetrip wert ist.
Märkte mit prallen Auslagen, ein charmantes Gassengewirr und lässiges Lebensgefühl: Wir zeigen, warum Toulouse einen Städtetrip wert ist.
Im Sonnenlicht leuchtende Backsteinbauten, ehrwürdige Welterbestätten, futuristische Themenparks sowie der Hauptsitz von Airbus: Die Stadt mit dem Beinamen „La ville rose“ vereint Mittelalter und Moderne aufs Beste. Die Stadt ist einfach ein Schmuckstück. Man kann sich durch die historische Altstadt samt ihrem Gewirr an schmalen Gassen treiben lassen, in wachsenden Vierteln moderne, durchdachte Architektur bestaunen, die auch Altes einbindet, über die zahlreichen Märkte schlendern – oder einfach in einem der zahlreichen Lokale kleine Auszeiten genießen.
Wohin im Frühjahr? Wer südfranzösisches, lässiges Lebensgefühl aufsaugen möchte, ist in Toulouse genau richtig. Ob alleine, als Paar, mit Familie oder Freunden: Hier findet jeder die passenden Aktivitäten. Wir zeigen fünf Gründe, warum Toulouse einen Städtetrip wert ist.
Zartrosa, leuchtend orange oder auch satt dunkelrot – je nach Sonneneinstrahlung schimmern die schmucken Fassaden in den unterschiedlichsten Farbtönen. Grund dafür sind die charakteristischen Ziegel, aus denen viele Gebäude der Altstadt gebaut wurden. Weil es in der Gegend kaum Naturstein gibt und der Import zu teuer war, brannte man einfach aus dem eisenhaltigen Schlamm der Garonne das Baumaterial – etwa fürs Rathaus, die Herrenhäuser rund um die Place du Capitole und den Jakobinerkonvent.
Die Hauptstadt der Region Okzitanien hatte dann auch schnell ihren Spitznamen weg: „La ville rose“, die rosarote Stadt, in der es einem leicht fällt, das Leben durch die sprichwörtliche Brille zu betrachten. Man spürt sofort die heitere, herzliche Lebensart des Südens. Zumal im Frühjahr, wo man bei angenehmen Temperaturen auf einem der schönen Plätze sitzen und etwa ein Glas Crémant mit Veilchenlikör genießen kann.
Klar, Frankreich gilt ohnehin als Mekka für Genießer. Doch im pulsierenden Toulouse wird Savoir-vivre auf das nächste Level gehoben. Märkte, Käseläden, Vinotheken, Fischhändler, Konditoreien, Cafés, Sterne-Lokale, Bistros, Familien-Restaurants: Die Vielfalt und Auswahl ist überwältigend, an allen Ecken lauert die Verführung. Beim Flanieren, etwa durch die Victor-Hugo-Markthalle, schlägt das Herz höher. Hier türmen sich Tomaten, Gewürze, Melonen, Brot- und Käselaibe und natürlich die berühmten Toulouser Würste.
Unbedingt probieren sollte man Cassoulet, einen deftigen Eintopf aus weißen Bohnen, Speck, Würstchen und Entenconfit, etwa an einem der Markt-Mittagsständchen. Weitere Spezialitäten sind unter anderem der Mandelkuchen Fenetra und das Cremegebäck Paris–Toulouse mit kandierten Veilchen. Überhaupt ist das zarte Blümchen untrennbar mit Toulouse verbunden: Es wird dort seit über 150 Jahren angebaut und in der Küche sowie der Parfüm- und Seifenherstellung verwendet.
Toulouse punktet nicht nur mit Lebensfreude, sondern auch mit Kulturdenkmälern – und gleich drei Unesco-Welterbestätten: Der Canal du Midi verbindet die Stadt mit dem Mittelmeer. 2026 feiert er sein 30-Jahr-Jubiläum als Welterbe – etwa mit der Fête du Canal im September.
Die Basilika Saint-Sernin und das Hôtel-Dieu Saint-Jacques sind als Teil des hier noch recht ruhigen Jakobswegs, der Via Tolosana, Kulturerbe. Jahrhundertelang diente die „Herberge Gottes“, ein imposantes Backsteingebäude mit malerischem Blick auf die Garonne, als Pilgerunterkunft und Armenkrankenhaus. Heute ist es unter anderem Sitz des Europäischen Zentrums für Telemedizin sowie einiger Museen, etwa zur Medizingeschichte. Zudem finden dort Kulturveranstaltungen statt, etwa Konzerte im Kerzenschein.
1890 hob hier die allererste motorisierte Maschine ab, die schwerer als Luft war – seitdem hat sich Toulouse zur Hauptstadt der europäischen Luft- und Raumfahrt entwickelt. Im Vorort Blagnac befindet sich der Hauptsitz von Airbus samt Montagehallen. Einige Bereiche kann man bei Führungen begutachten. Gleich nebenan geht’s im Museum Aéroscopia unter anderem ins Innere der legendären Concorde und eines Airbus A380. Im Themenpark Cité de l’espace wird derweil allerlei Wissenswertes über den Weltraum vermittelt. Zu den Hauptattraktionen gehören ein Nachbau der Ariane-5-Rakete, Mir-Module und ein Planetarium.
Wer mehr über die Geschichte der Luftfahrt erfahren will, sollte das Museum L’envol des Pionniers besuchen. Noch bis Februar 2027 dreht sich in einer Sonderausstellung alles um Air France. Eine weitere Adresse für Luftfahrt- und Literaturfans ist das Hotel Grand Balcon an der Place du Capitole: Hier übernachtete oft Antoine de Saint-Exupéry. Heute erinnern die dortige Saint-Exupéry-Suite, ein Denkmal im Jardin Royal sowie Ausstellungen an den Piloten und Autor des „Kleinen Prinzen“.
Zuweilen wird Toulouse zwar als „kleines Paris“ bezeichnet, doch mit der Metropole hat die viertgrößte Stadt Frankreichs wenig zu tun. Stattdessen strahlt sie fast schon dörfliche Atmosphäre aus – sowie Gastfreundschaft und Geselligkeit, besonders in den verwinkelten historischen Vierteln. Die Verwaltung fördert zahlreiche kulturelle Initiativen und Sozialprojekte, die auf Inklusion von Neuankömmlingen setzen. Kein Wunder, dass Toulouse, eine der beliebtesten Studentenstädte Frankreichs, jedes Jahr an Einwohnern gewinnt.
Um den Zuzug zu bewältigen, entstehen rasant neue Wohnanlagen – und Altes wird saniert. Beides mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Als Paradebeispiel dafür gilt das Ökoviertel La Cartoucherie samt seinem Herz: der trendigen Gastro-, Kultur- und Freizeithalle Halles de la Cartoucherie in einer ehemaligen Munitionsfabrik.
Anreise
Zum Beispiel mit Easyjet ab Basel im Direktflug, www.easyjet.com, mit Air France/KLM ab Stuttgart über Amsterdam, www.airfrance.de, oder mit der Bahn mit Umstieg in Paris, www.bahn.de. Vom Flughafen Toulouse-Blagnac kommt man unter anderem mit dem Shuttlebus in etwa 25 Minuten in die Stadt. Ab Dezember 2026 soll auch wieder die Tram-Linie 2 fahren. Die Altstadt erkundet man zu Fuß. Es gibt aber auch ein dichtes Busnetz, zwei Straßenbahnlinien und eine Metro.
Pass Tourisme
Für 26 Euro bietet der Pass Tourisme bis zu 72 Stunden lang freien oder vergünstigten Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten wie der Basilika St.-Sernin und der Cité de l’Espace. Öffentliche Verkehrsmittel sind für zehn Euro extra inklusive. www.toulouse-tourisme.com/a-voir-a-faire/le-pass-tourisme.
Essen und Trinken
Toulouse ist ein Paradies für Feinschmecker. Die Stadt bietet Restaurants, Brasserien, Bistros und Cafés für jeden Geschmack und Geldbeutel. Einen Überblick über die lokalen Spezialitäten bekommt man beim Besuch der zahlreichen Märkte und Markthallen, wo man an einigen Ständen und in kleinen Restaurants gutes, authentisches Mittagessen bekommt.
Es gibt auch geführte Kulinarik-Touren: Mit Taste of Toulouse kosten zum Beispiel 3,5 Stunden in der Victor-Hugo-Markthalle 105 Euro, www.tasteoftoulouse.com.
Bei Toulouse Gourmet Tours geht’s mit Alejandro durch die Stadt – 4 Stunden kommen auf 110 Euro, www.toulousegourmettours.com.
Deftige und dennoch kreative Küche im Backstein-Ambiente: Une Table a Deux, www.unetableadeux.fr.
Kleine Weinbar mit einer feinen Auswahl an französischen „Tapas“: Le 5 Wine Bar, www.le5winebar.fr.
Tagsüber Restaurant, abends Club – und immer mit schönem Blick aus dem 6. Stock des Kaufhauses Galeries Lafayette: Ma Biche sur Le Toit, www.mabichesurletoit.com.
Unterkunft
Viele bekannte Ketten sind in der Stadt vertreten. Für den kleinen Geldbeutel gibt es Hostels wie das Eklo, Bett im 6er-Frauen-, Männer- oder gemischten Schlafsaal ab 27 Euro, Doppelzimmer ab 50 Euro, www.eklohotels.com.
Hübsches, kleines Hotel direkt im Zentrum: Mercure Saint-Georges, Doppelzimmer ab 118 Euro, www.all.accor.com.
Auf Nachhaltigkeit bedacht, mit Rooftop-Bar im trendigen Viertel La Cartoucherie: Hotel Sangha, Doppelzimmer ab 100 Euro, https://sanghatoulousefrancehotels.com.
Stilvoll, modern und mit großen Zimmern: First Name – JdV by Hyatt, Doppelzimmer ab 110 Euro, www.hyatt.com.
Aktivitäten
Ein spektakuläres Zusammenspiel von Mensch und Maschine zeigt die Straßentheatergruppe La Machine in der 2018 eröffneten Halle de la Machine. Der Ritt auf dem 14 Meter hohen Minotaurus ist einer der Höhepunkte. Zudem ist an Wochenenden das amüsante, mehrgängige „Mittagessen der kleinen Mechaniker“ im Programm. Geöffnet ist meist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 12 Euro, der Minotaurus-Ritt 12 Euro, das Mittagessen 65 Euro. Man sollte online reservieren. www.halledelamachine.fr Wer gern am, im und auf dem Wasser ist: auf zur Garonne! Am Ufer sitzen und entspannen – herrlich. Aber auch Bootstouren, Kanu- und Kajak-Fahrten sowie Stand-up-Paddling sind möglich.
Allgemeine Informationen
Toulouse Tourismus, www.toulouse-tourisme.com/de.