Stallwächterparty in Berlin Google sponsert die Südwest-Sause

Von SIR/dpa 

Seit 1964 lädt Baden-Württemberg vor der parlamentarischen Sommerpause zur Stallwächterparty. Mittlerweile ist die Sause ein teures Event. Unser den Sponsoren befand sich in diesem Jahr auch Google.

Stallwächterparty in Berlin (von links): Finanzminister Nils Schmid (SPD), seine Frau Tülay, EU-Kommissar Günther Oettinger und Fernsehmoderator Ulrich Deppendorf  Foto: dpa 12 Bilder
Stallwächterparty in Berlin (von links): Finanzminister Nils Schmid (SPD), seine Frau Tülay, EU-Kommissar Günther Oettinger und Fernsehmoderator Ulrich Deppendorf Foto: dpa

Berlin - Sause vor der Sommerpause: Die Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin ist am Donnerstagabend wieder Ort einer der größten Partys im politischen Berlin gewesen. Zu den prominenten Gästen der sogenannten Stallwächterparty zählten Mitglieder des grün-roten Kabinetts aus Stuttgart, EU-Digitalkommissar Günther Oettinger (CDU) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Da die Party im Zeichen der Trend- und Wahlkampfthemen Digitalisierung und Industrie 4.0 stand, gehörte auch der Internetriese Google zu den Sponsoren.

Der CDU-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Guido Wolf, sieht den US-Konzern kritisch: „Die Digitalisierung darf nicht einem amerikanischen Monopolisten überlassen werden“, sagte er. Bei der Umsetzung der Digitalisierung sei besonders der deutsche Mittelstand einzubinden und zu beteiligten. Generell begrüße er aber, dass die Landesregierung sich um Sponsorengelder für die Party bemühe. So könne der Landeshaushalt entlastet werden, sagte Wolf, der auch zu den Gästen zählte.

Insgesamt wurden für das Fest Kosten in Höhe von rund 240.000 Euro veranschlagt. Allein Google übernimmt rund 30.000 Euro. Unter den Financiers befinden sich auch das Forschungszentrum Informatik (5000 Euro), die Softwareentwickler der bluehands GmbH & Co. mmunication KG (1500 Euro), die EOS GmbH (15.000 Euro) und die Spontaneous Order GmbH (5000 Euro). 2014 hatte das Sponsoring der Firma Diehl eine heftige Debatte ausgelöst, weil diese unter anderem Granaten herstellt.

Baden-Württemberg lädt seit 1964 zu der Party ein. Sie war ursprünglich für Mitarbeiter gedacht, die in der parlamentarischen Sommerpause die Stellung, also „Stallwache“, halten mussten.