Stammzellspende in Gerlingen Blutkrebs: viele Bürger wollen Angi helfen

Von Stefanie Köhler 

Die DKMS-Typisierungsaktion in Gerlingen hat weniger Resonanz gebracht, als die Veranstalter erwartet hatten. Trotzdem sind sie zufrieden.

Mit einem Wattestäbchen wurde bei den Teilnehmern ein Abstrich der Wangenschleimhaut genommen. Foto: factum/Bach
Mit einem Wattestäbchen wurde bei den Teilnehmern ein Abstrich der Wangenschleimhaut genommen. Foto: factum/Bach

Gerlingen - Es gibt 308 neue potenzielle Stammzellspender und 7000 Euro Spenden: Das ist die Bilanz der Typisierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) unter dem Motto „Für Angi und andere“ in der Gerlinger Stadthalle. „Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis, obwohl wir mehr Resonanz erwartet hatten. In den sozialen Medien ist die Anteilnahme an Angis Schicksal riesig“, sagt Robert Kieninger, ein Mitglied des Präsidiums der Contacter Karnevalgesellschaft. Der Gerlinger Verein hatte die Registrierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Angela Wehrmann organisiert.

Die 32 Jahre alte Lehrerin und Fitnesstrainerin ist in Korntal-Münchingen aufgewachsen und war fast zwölf Jahre lang ein Mitglied des Karnevalsvereins, ehe sie mit 24 Jahren nach Rangendingen im Zollernalbkreis zog.

Benachbarte Vereine vor Ort

Unterstützung bekam die Karnevalgesellschaft von benachbarten Vereinen: Mitglieder der Renninger Schlüsselgesellschaft schickten laut Kieninger zehn Helfer. Mitglieder von Titzo Ditzingen, Zabergäunarren, LWK-Jugend, Fasnet-Gilde Markgröningen, Zigeunerinsel Stuttgart und KG Esslingen Zwieblingen ließen sich als Spender registrieren. Die Feuerwehr Gerlingen stand vier Stunden am Grill. Die Volksbank Strohgäu spendete 2000 Euro. Geld, auf das die DKMS angewiesen ist: Jede neue Registrierung kostet die gemeinnützige Organisation 35 Euro.

Angela Wehrmann selbst war am Sonntag nicht da: Zu hoch ist die Gefahr, dass sie sich eine Infektion holt. Die Chemotherapie am Uniklinikum Tübingen, wo sie seit Mitte März behandelt wird, schwächt ihr Immunsystem. Dafür waren ihre Eltern anwesend – und glücklich über die Hilfe für ihre schwerkranke Tochter.

Ergebnisse weltweit verfügbar

Ob einer der neuen Spender als Stammzellspender für die Mutter von zwei Söhnen in Frage kommt, steht in ein paar Wochen fest. Die Spenden werden in einem Labor in Dresden untersucht und typisiert. Die Ergebnisse werden dann anonym für die weltweite Spendersuche bereitgestellt. Wer Stammzellspender werden will, kann sich auch online registrieren lassen.