Standorte Waldau und Helene-Pfleiderer-Straße Wegen der Fluchtwege nicht mehr Flüchtlinge

Die Degerlocher Bezirksbeiräte sind der Meinung, dass neben dem Gazi-Stadion noch Platz für einen sechsten Container ist. Foto: Fotomontage SPD Degerloch
Die Degerlocher Bezirksbeiräte sind der Meinung, dass neben dem Gazi-Stadion noch Platz für einen sechsten Container ist. Foto: Fotomontage SPD Degerloch

Im Degerlocher Bezirksbeirat ist es wieder um die Unterbringung von Flüchtlingen im Bezirk gegangen. Und wieder haben Lokalpolitiker und Anwohner die Erweiterung der Unterkunft an der Helene-Pfleiderer-Straße abgelehnt – und Alternativen genannt.

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Degerloch - Wer flieht, braucht einen Platz, an dem seine Flucht endet. Da macht es keinen Unterschied, ob die Fluchtursache ein Krieg und seine Folgen sind oder eine Massenpanik im Stadion. Das ist bei der Sitzung des Degerlocher Bezirksbeirats am Dienstag, 10. Mai, klar geworden. Denn diese Formel ist letztlich der Grund, warum die Stadtverwaltung einen sechsten Containerbau für Flüchtlinge auf der Waldau ablehnt und stattdessen einen dritten Systembau an der Helene-Pfleiderer-Straße weiterverfolgt. Zur Verstimmung von Anwohnern und Beiräten.

In der vorvergangenen Sitzung hatten Anwohner der Helene-Pfleiderer-Straße und Bezirksbeiräte die Vertreter der Stadtverwaltung aufgefordert, sie mögen die Möglichkeit prüfen, ob die weiteren 93 Plätze für Flüchtlinge am Standort auf der Waldau und nicht wie geplant an der Helene-Pfleiderer-Straße geschaffen werden können. Dort sind derzeit 156 am Entstehen, auf der Waldau sind es mehr als 300 Plätze.

Am Dienstag präsentierten nun Axel Wolf vom Liegenschaftsamt und Marco-Oliver Luz vom Sozialamt das Ergebnis des Prüfauftrags für den sogenannten zentralen Platz beim Gazi-Stadion: „Auf diesem Platz gibt es keine Möglichkeit für die Ausweitung der Unterkünfte“, eröffnete Wolf und erläuterte, dass der Platz neben den schon vorhandenen fünf Containern frei bleiben müsse, weil sich auf ihm im Notfall knapp 4000 Menschen aus dem Gazi-Stadion und der Flüchtlingsunterkunft sammeln sollen. Außerdem setzte Wolf den anwesenden Anwohnern auseinander, warum ein dritter Systembau an der Helene-Pfleiderer-Straße aus Verwaltungssicht nicht „gebietsunverträglich“ ist.

Bezirksbeirat fordert mehr Kreativität

Doch weder die Bürger – erneut verbal vertreten durch die Familie Kümmel – noch die Lokalpolitiker waren am Ende überzeugt; die Bezirksbeiräte lehnten die Erweiterung an der Helene-Pfleiderer-Straße erneut ab, dieses Mal mit sechs Nein-Stimmen und vier Enthaltungen von CDU und Grünen.

Durch die u-förmige Bank konnten sie sich nicht vorstellen, dass eine Erweiterung auf der Waldau tatsächlich nicht möglich sein solle und warfen neue Möglichkeiten in den Ring: zweigeschossige Container, die Nutzung des Grünstreifens rechts vom Sammelplatz, das verbliebene Haus auf dem Helene-Pfleiderer-Areal in Kombination mit einem kleineren Bau auf der Waldau oder die Fläche an der Löffelstraße, auf der die Firma Minol einst bauen wollte. „Es sollte versucht werden, mit mehr Kreativität an das Thema heranzugehen“, fasste der stellvertretende FDP-Sprecher Martin Kohler zusammen.

Allein: Allzu viel Raum für Kreativität gibt es nicht mehr. Denn nach der zweimaligen Ablehnung durch den Bezirksbeirat entscheidet nun der Gemeinderat. Der Verwaltungsausschuss hat am Mittwoch, 11. Mai, zugestimmt. Anderntags tat es ihm die gemeinderätliche Vollversammlung gleich.

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