Der bisher mobile Proberaum soll dauerhaft an einem Ort unterkommen. Der Betreiber präferiert den Wilhelmsplatz in Stuttgart.

Architektur/Bauen/Wohnen: Andrea Jenewein (anj)

Jahrelang führte es ein Vagabundenleben vom Leonhardsplatz über den Schwabenplatz in Vaihingen, den Ottilienplatz in Esslingen und den Wilhelmsplatz zurück auf den Leonhardsplatz. Nun soll damit Schluss sein: Das Übehaus soll sesshaft werden. Damit eine weitere Förderung des mobilen Proberaums durch das Kulturamt verhältnismäßig und sinnvoll bleibe, solle der Betreiber einen Ort findet, an dem das Übehaus dauerhaft stehen bleiben kann, heißt es vonseiten der Stadt.

Der Betreiber des Übehauses, das seit 2017 rund 450 Musikerinnen und Musikern bei knapp 1700 Nutzungen einen Ort zum Musikmachen bot, ist Thorsten Schulz. Dieser ist nun auf der Suche nach einem Platz, an dem er das Übehaus, das bisher baurechtlich ein fliegender Bau ist, fest verankert im Boden aufstellen kann. Die Zeit drängt. Denn für das fünf Meter hohe und fünf Tonnen schwere Häuschen, das seit April auf dem Leonhardsplatz steht, liegt für diesen Standort nur bis Ende September eine Genehmigung durch die Straßenverkehrsbehörde vor.

Bezirksbeirat ist dem Standort Wilhelmsplatz gegenüber aufgeschlossen

Als konkreter dauerhafter Aufstellort seien Schulz zufolge unter anderem der Wilhelmsplatz, der Platz unter der Paulinenbrücke und die Villa Berg im Gespräch. „Die Villa Berg würde zwar thematisch gut passen, aber da auch viele Musikerinnen im Übehaus proben, ist ihnen nicht zuzumuten, im Dunklen durch den Park zu müssen“, sagt Schulz. Am Standort Paulinenbrücke sei das Übehaus nicht gut zugänglich und vor allem komme es dort weniger gut zur Geltung. „Unser Favorit ist der Wilhelmsplatz“, sagt Schulz. Dort stand das Übehaus auch zuletzt.

Mit seinem Anliegen ist Schulz beim Bezirksbeirat Mitte und der Vorsteherin Veronika Kienzle vorstellig geworden, die sich der Idee gegenüber aufgeschlossen zeigt: „Das ist ja nicht nur ein Ort zum Musikmachen, sondern das Übehaus weist auch darauf hin, dass wir mehr Proberäume brauchen.“ Der Bezirksbeirat Mitte hat die Verwaltung gebeten, das Anliegen wohlwollend zu prüfen.

Es gibt Überlegungen, weitere Übehäuser in Stuttgart aufzustellen

Im nächsten Schritt wandte Schulz sich vor gut einer Woche an OB Frank Nopper. Dieser sagte zu, die Angelegenheit mit Baubürgermeister Peter Pätzold zu erörtern und den Plan prüfen zu lassen. Zuletzt müsse laut Kienzle der Gemeinderat darüber abstimmen, da der Bebauungsplan für den Wilhelmsplatz einen Bau wie das Übehaus dort nicht vorsehe. Generell gibt es gar Überlegungen, dass Stuttgart weitere Übehäuser bekommen soll: „Umfangreichere Fördergelder für weitere Übehäuser müssten vom Gemeinderat im Rahmen der Beratung des nächsten Doppelhaushalts bereitgestellt werden“, heißt es vonseiten der Stadt.