„Star Wars“: ein Bildband macht Vorfreude aufs Finale Möge die Macht . . .

Von Bernd Haasis 

Am 19. Dezember kommt „Star Wars 9“ in die Kinos, damit endet George Lucas fantastische Sternensaga. Den Abschied versüßt schon jetzt ein Bildband mit vielen bislang unveröffentlichten Motiven aus der mythischen Frühzeit.

David Prowse als Darth Vader mit seinem berühmten telepathischen Würgegriff Foto: Courtesy TASCHEN/TM & © 2018 LFL 11 Bilder
David Prowse als Darth Vader mit seinem berühmten telepathischen Würgegriff Foto: Courtesy TASCHEN/TM & © 2018 LFL

Stuttgart - Zeitlos und universell wirkt George Lucas’ Filmuniversum namens „Star Wars“: Gut kämpft gegen Böse und der Vater gegen den Sohn, eine überdehnte Staatengemeinschaft scheitert, ein Gauner verschwindet nicht mit der Beute, sondern tut das Richtige. Als dramaturgisches Gerüst diente Lucas das archetypische Modell der Heldenreise des Mythenforschers Joseph Campbell, das sich in der Folge als Hollywood-Standard etablierte.

Legendär ist die ominöse Macht, die Auserwählten beider Seiten übermenschliche Kräfte verleiht, wobei die dunkle Seite mit teuflischer Verblendung einhergeht. Der berühmte Satz „Möge die Macht mit dir sein“ („May the force be with you“) in­spirierte Fans dazu, den 4. Mai in einem englischen Wortspiel zum Tag von „Star Wars“ zu erklären: „May the forth . . . “ Auch die vertauschten Episoden – die erste Filmtrilogie von 1977 bis 1983 erzählt die Episoden IV bis VI – sind Teil des Kults.

Die Stars von einst plaudern aus dem Nähkästchen

Die ikonischen Bilder von fernen Planeten, Raumschiffen und Weltraumschlachten der Original-Trilogie waren für damalige Verhältnisse überwältigend und verfangen bis heute bei nachwachsenden Generationen. Ein Bildband zeigt nun einen wahren Schatz an Bildern von damals: Filmemacher und Schauspieler in Drehpausen, Animatoren an analogen Trick-Sets, frühe Entwürfe und Illustrationen. Und dazu noch Anekdoten: Harrison Ford erklärt, die Harmonie innerhalb der Kernbesetzung habe viel zum Erfolg beigetragen. David Prowse, dessen Gesicht nur kurz zu sehen ist, als Darth Vader in Episode VI stirbt und Luke Skywalker ihm den schwarzen Helm abnimmt, sagt: „Ich muss mich in die Rolle überhaupt nicht einfinden. Sobald sie anfangen, mich in die Maske einzuhüllen, fühle ich mich mit jeder Rüstungsplatte böser.“

Der Bildband versüßt den Abschied von einem Werk, das die Filmwelt und die Popkultur geprägt hat wie kaum ein anderes. Und das, obwohl George Lucas in den hölzern erzählten Episoden I bis III (1999 bis 2005) nicht an die alte Magie anknüpfen konnte. J. J. Abrams belebte sie in Episode VII (2015) neu, Rian Johnsons Episode VIII (2017) wirkte ein wenig überladen. Im letzten Film nun übernimmt wieder der Tausendsassa J. J. Abrams, man darf also auf ein würdiges Ende hoffen. John Williams (87) wird ein letztes Mal für Musik sorgen.

Zu sehen sein werden Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o und Domhnall Gleeson, von der alten Garde Anthony Daniels als Roboter C-3PO – und wohl Mark Hamill. Luke Skywalker könnte zur Mentoren-Erscheinung werden wie einst Alec Guiness als Obi-Wan Kenobi. Und die 2016 verstorbene Carrie Fisher? Offenbar existiert Material aus den Episoden VII und VIII – und im „Star Wars“-Ableger-Film „Rogue One“ (2016) war sie als digitales Abbild der jungen Prinzessin Leia zu sehen.