Starensemble des THW Kiel setzt sich durch Frisch Auf wehrt sich vergeblich

Von Jürgen Frey 

Plötzlich ist Frisch Auf Göppingen in einer lange Zeit einseitigen Partie gegen das Handball-Starensemble des THW Kiel auf 23:24 dran – doch am Ende setzt sich die Klasse des Rekordmeisters durch. Dem Außenseiter fehlen die personellen Alternativen.

Gab nach langer Verletzungspause wegen Achillessehnenproblemen sein Saisondebüt für Frisch Auf: Der dänische Rechtsaußen Tim Sörensen, dem gegen Nationalkeeper Andreas Wolff auch ein Tor gelang. Foto: Baumann 11 Bilder
Gab nach langer Verletzungspause wegen Achillessehnenproblemen sein Saisondebüt für Frisch Auf: Der dänische Rechtsaußen Tim Sörensen, dem gegen Nationalkeeper Andreas Wolff auch ein Tor gelang. Foto: Baumann

Göppingen - Es gibt Handballspiele, da hält sich die Enttäuschung auch nach Niederlagen in überschaubaren Grenzen. Das 25:29 (12:17) von Frisch Auf Göppingen gegen den THW Kiel war so ein Beispiel. Denn am Ende war im Lager der Gastgeber irgendwie jeder froh, dass es nicht eine bitterböse Packung gesetzt hatte. Denn lange Zeit ging die Tendenz in diese Richtung: 1:5, 7:14, 16:22 stand es – aber zehn Minuten vor Schluss hatte sich Frisch Auf mit viel Aggressivität, Leidenschaft und dank der Paraden von Keeper Primoz Prost plötzlich auf 23:24 herangekämpft. Die 5100 Zuschauer in der EWS-Arena tobten vor Begeisterung – THW-Trainer Alfred Gislason blieb gelassen, zückte die Grüne Karte, justierte sein Team in der Auszeit neu. Der eingewechselte Nationalspieler Steffen Weinhold sollte die Kieler Konfusion bändigen. Mit Erfolg. Der Rekordmeister brachte den 16. (!) Bundesligasieg in Serie noch souverän nach Hause und bleibt damit Titelverteidiger und Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt auf den Fersen.

Lukas Nilsson überragender Kieler

„Ein Spiel geht 60 Minuten, aber wir haben diese Partie heute in den ersten 30 Minuten verloren, da waren wir praktisch nicht auf dem Feld“, klagte Kreisläufer Kresimir Kozina, mit 7/1 Toren bester Frisch-Auf-Werfer vor Ivan Sliskovic (5), Jens Schöngarth (3) und Marcel Schiller (3/2). Für den THW traf der 22-jährige Lukas Nilsson (9) am besten, der mit seiner individuellen Klasse beeindruckte. Niclas Ekberg (6/4) und der norwegische Vize-Weltmeister Harald Reinkind (5) kamen dem Schweden am nächsten. Deutschlands Handballer des Jahres, Patrick Wiencek, hielt die Abwehr der Zebras zusammen und erzielte ein Tor.

Heymann und Zelenovic fehlen

Während Göppingen auf die Rückraumspieler Sebastian Heymann (Ellbogenprobleme) und Nemanja Zelenovic (Knieverletzung) verzichten musste, hatte Kiel elf WM-Teilnehmer am Start, und alle wirkten über drei Viertel der Begegnung und in der entscheidenden Endphase konzentriert und topfit. „Wir hatten nach der Pause eine ganz andere Präsenz und haben dem THW einen großen Kampf geliefert, aber das reicht nicht, um eine solche klasse Mannschaft in die Knie zu zwingen“, sagte Hartmut Mayerhoffer. Ein enttäuschtes Gesicht machte der Frisch-Auf-Trainer dabei nicht. Er hatte schon das nächste Heimspiel am 14. Februar (19 Uhr) gegen den SC DHfK Leipzig vor Augen. Da hofft er, Heymann und Zelenovic wieder einsetzen zu können.