Starkregen belastet Neuhausen Weitere Schritte gegen die Überschwemmungsgefahr

Auf die Überschwemmungsgefahr am Weiherbach machen Ramazan Altinatas, Tatjana Fauser, Andreas Klebinger und Florian Bemsel (von links) aufmerksam. Foto: Ines Rudel

Mit einer Bürgerinformation will die Gemeinde den Betroffenen helfen, sich bei Überschwemmungen wegen Starkregens gegen die Gefahr zu wappnen.

Neuhausen - Nicht erst nach den Überschwemmungen in der Ortsmitte von Neuhausen am Weiherbach in diesem Sommer packt die Gemeinde das Thema Starkregenrisikomanagement auf unterschiedlichen Ebenen an. Am 12. Oktober wird in der Egelseefesthalle in Neuhausen eine Bürgerinformation zum Starkregenrisikomanagement angeboten. Betroffene Anwohnerinnen und Anwohner hatten sich bereits im Vorfeld in einem Schreiben an den Gemeinderat gewendet. Deshalb diskutierten auch die Mitglieder des Technik-und Umweltausschusses das Thema sowie die Sorgen der Anwohner in ihrer jüngsten Sitzung.

 

Anwohner klagen über Schäden

Der Weiherbach, der sonst idyllisch durch die Fildergemeinde fließt, tritt bei extremem Starkregen immer wieder über die Ufer. Viele Schritte hat die Kommune bereits unternommen, um für solche Ereignisse gewappnet zu sein, die angesichts des Klimawandels häufiger werden. Andreas Klebinger und andere Anwohner des Weiherbachs haben in ihrem Brief an Bürgermeister Ingo Hacker, die Gemeinderäte und die Verwaltung auf die immensen Schäden hingewiesen, die an ihren Häusern entstanden sind. In der Seestraße, der Oberen Bachstraße, der Fleinsbachstraße und der Marktstraße gab es in den vergangenen fünf Jahren immer wieder Probleme nach extremem Starkregen.

„Über die Jahre ist mittlerweile ein immenser Schaden entstanden“, schreiben die Anwohner. „Die jährlichen Aufräumarbeiten fordern uns immense körperliche und mentale Kräfte ab.“ Außerdem hätten viele bei entsprechender Wetterlage Angst, ihre Häuser zu verlassen. Weitere Rückhaltebecken und die Schaffung von Überflutungsgebieten wünschen sich die Betroffenen ebenso wie individuelle Hilfe in Notfällen. Florian Bemsel und andere Anwohner haben eine Petition verfasst und dafür 200 Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt.

Lösungen für die Probleme

Um Lösungen für die Probleme zu suchen, haben sich Vertreter der Verwaltung und Gemeinderäte mit Anwohnern getroffen, um mehr über die Problemstellen zu erfahren. Dass es nun eine Bürgerinformation gibt, in der die veranlassten Schritte und die Möglichkeiten der Bürger, ihre Häuser zu schützen, vorgestellt werden, begrüßten die Mitglieder des Ausschusses. Diese Veranstaltung war nach Angaben der Verwaltung für Dezember 2020 geplant, konnte aber coronabedingt nicht stattfinden. Es soll auch darum gehen, die Menschen über die Starkregenkarten aufzuklären, die die Gemeinde mit Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg stellen ließ. Wie diese zu lesen und zu interpretieren sind, wird dann erklärt.

Vorschläge für Projekte

Außerdem hat die Gemeinde Neuhausen Vorschläge für Schutzmaßnahmen erarbeitet. Im Ausschuss dämpfte Bürgermeister Ingo Hacker allerdings die Erwartungen. Nur wenige dieser Maßnahmen seien relativ kurzfristig umsetzbar. Was möglich sei, müsse der Gemeinderat entscheiden. Die meisten Vorhaben erforderten Grunderwerb und Genehmigungsverfahren, seien deshalb teuer und benötigten ihre Zeit. Dass im Bachbett immer wieder Äste und Stämme den Wasserfluss stören, bemängelte Jonas Weber (Initiative Grüne Liste). Da sieht er die Gemeinde in der Pflicht, für einen reibungslosen Durchfluss zu sorgen.

Die Bürgerinformation zum Hochwasserschutz findet am Dienstag, 12. Oktober, um 17 Uhr in der Egelseefesthalle in Neuhausen, Rupert-Mayer-Straße 74, statt.

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