Egal ob Fahrrad- oder Wandertour: Mit der Hesse-Bahn geht es ab 1. Februar in gut einer Stunde von Stuttgart in den Nordschwarzwald. Foto: Lightworkart/Manuel Kamuf
Ab dem 1. Februar fährt die Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw. Mit nur einmal Umsteigen gelangt man von Stuttgart in einer Stunde in den Schwarzwald.
Nur etwa 40 Kilometer von Stuttgart entfernt beginnt der Nordschwarzwald. Doch wer für einen Ausflug dorthin auf das Auto verzichten und lieber die Bahn nehmen will, hatte bisher nur begrenzte Möglichkeiten. Zugverbindungen führen bislang entweder über Pforzheim etwa nach Bad Wildbad (etwa 80 Minuten Dauer) oder über Horb nach Freudenstadt (etwa 90 Minuten).
Vom 1. Februar an wird es nun eine weitere Verbindung in den nördlichen Schwarzwald geben. Dann nimmt die Hermann-Hesse-Bahn (HHB) zwischen Weil der Stadt und Calw ihren Betrieb auf. Mit einmal Umsteigen gelangt man in 59 Minuten vom Stuttgarter Hauptbahnhof in die Kreisstadt. Wir haben Wissenswertes und Tipps für Wochenendurlauber und Tagestouristen zusammengefasst.
Hermann-Hesse-Bahn: So lange dauert die Fahrt von Weil der Stadt nach Calw
Mit der S-Bahn-Linie 6 geht es von Stuttgart zunächst nach Weil der Stadt im Kreis Böblingen in 39 Minuten. Noch bis voraussichtlich Anfang Juni ist dort Endstation der Hesse-Bahn. Ab dann wird Renningen Start- und Zielpunkt und ein Umsteigen schon dort möglich sein. Hier besteht dann auch Anschluss an die Linie S 60 nach Sindelfingen und Böblingen.
Dann erfolgt der Umstieg in die batterielektrischen Züge der Hermann-Hesse-Bahn. Ab Weil der Stadt dauert die Fahrt 18 Minuten bis Calw, ab Renningen werden es von Juni an 24 Minuten sein.
So häufig fährt die Hermann-Hesse-Bahn
Zunächst wird die Hesse-Bahn zwischen 5.30 und 18.30 Uhr nur einmal pro Stunde fahren. In dieser Zeit sind die Züge in den Tunneln Forst und Hirsau nur mit Tempo 30 unterwegs, um die dortigen Fledermäuse langsam an den Betrieb zu gewöhnen.
Die Hermann-Hesse-Bahn und der Anschluss ans Stuttgarter S-Bahn-Netz Foto: STZN-Grafik
Voraussichtlich ab Mitte April soll das reguläre Tempo gefahren werden. Dann ist die Hermann-Hesse-Bahn täglich zwischen 5 und 21 Uhr zwei Mal pro Stunde unterwegs, danach bis Mitternacht und an Wochenenden einmal pro Stunde.
Sobald der Bahnhof Renningen an die Strecke angeschlossen ist (Ende Mai/Anfang Juni), soll die HHB ab 5 Uhr bis Betriebsschluss durchgehend zwei Mal stündlich fahren.
Was kostet der Ausflug mit der Hesse-Bahn nach Calw?
Wer ein Deutschlandticket (zurzeit 63 Euro je Monat) hat, kann dies auf der neuen Strecke nutzen. Wer keines hat, kann VVS-Tickets nutzen. Denn nicht nur die Hesse-Bahn, auch der gesamte Landkreis Calw werden ab dem 1. Februar ins Tarifgerüst des Verkehrsverbundes der Region Stuttgart (VVS) integriert. Das heißt, auch eine Weiterfahrt mit dem Bus ab Calw innerhalb des Landkreises ist im Preis inbegriffen. Wer am gleichen Tag nach Calw und zurückfährt, für den lohnen sich die Einzel- und Gruppen-Tagestickets, die preislich nach Zonen gestaffelt sind.
Einzel-Tagesticket 6 Zonen (Stuttgart-Mitte bis Calw): 16,60 Euro (online/in der App) oder 17,80 Euro (Automat oder im Bus)
Einzel-Tagesticket 3 Zonen (Renningen/Weil der Stadt bis Calw): 11/11.80 Euro
Gruppen-Tagesticket 6 Zonen, bis zu fünf Personen: 24,70/24,90 Euro
Gruppen-Tagesticket 3 Zonen, bis zu fünf Personen: 20,60/20,80 Euro
So ist der Komfort im Zug
Die Hesse-Bahn gehört zum Regionalbahn-Netz in Baden-Württemberg. Für die Strecke wurden drei batterieelektrische Züge des Modells Siemens Mireo Plus B angeschafft, die mit Ökostrom fahren sollen. Auf freier Strecke bis Calw werden diese Züge bis Tempo 100 erreichen, sie können theoretisch aber sogar bis auf 160 Stundenkilometer beschleunigen. An Bord gibt es Platz, um Fahrräder mitzunehmen, und auch Toiletten.
In den batterieelektrischen Zügen gibt es auch Toiletten für die Fahrgäste. Foto: Lightworkart/Manuel Kamuf
Hier hält die Hesse-Bahn
Nach dem Bahnhof Weil der Stadt hält die HHB in Ostelsheim, Althengstett und Calw-Heumaden, die Endstation ist in Calw am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Ab Ende Mai/Anfang Juni starten und enden die Züge wie erwähnt in Renningen, nicht mehr in Weil der Stadt.
Das gibt es in Calw und Umgebung zu entdecken
Wie der Name schon verrät, fährt die Hermann-Hesse-Bahn in die Geburtsstadt des Literatur-Nobelpreisträgers. Nur ein kurzer Weg ist es vom ZOB in Calw in die historische Altstadt an der Nagold. Im Rathaus befindet sich die Touristinformation. Von dort ist es nicht weit ins Hermann-Hesse-Museum. Die Altstadt lädt zum Flanieren, Essen und Einkaufen ein. Wer auch Ungewöhnliches mag, kann sich das Besucherzentrum des Kommandos Spezialkräfte (KSK) anschauen.
Der nördliche Schwarzwald ist ein Paradies für Wanderer und Radfahrer. Es gibt mehrere Touren mit Start und Ziel in Calw, etwa den Wald-, Wasser- und Wiesenpfad oder den „Rund-um-Calw“-Weg.
Da das VVS-Ticket ab Februar für den gesamten Kreis Calw gilt, kann auch ein Bus in die Umgebung genommen werden, etwa nach Bad Teinach oder nach Calw-Hirsau.