Start in die Vorbereitung Unerwarteter Karriereschritt – wie Nico Willig seinen Job beim VfB II angeht

Nico Willig rückt beim VfB Stuttgart von der U 19 zur U 21 auf. Foto: Pressefoto Baumann

An diesem Montag startet das U-21-Team des VfB Stuttgart mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Wie immer mit vielen neuen Spielern. Aber auch für den Trainer ist es ein Neuanfang.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Am Freitag gab es gut zu tun für die Spieler des VfB Stuttgart II. Kurz vor dem Start in die Vorbereitung auf die neue Saison mussten sie die Leistungstests absolvieren – also unter anderem auf dem Laufband schwitzen. Aber: Auch der Trainer war fleißig. „Es mussten“, sagt Nico Willig, „einige Dinge besprochen und vorbereitet werden.“ Mehr als in den Jahren zuvor.

 

Auch da hatte sich der Coach zwar immer mal wieder überlegt, ob er eine neue Herausforderung suchen soll. „Ich habe mich in den vergangenen Jahren immer wieder mit der dritten Liga oder dem Ausland beschäftigt“, blickt er zurück. Aber: „Am Ende habe ich mich Jahr für Jahr doch wieder sehr zufrieden in den Job bei der U 19 des VfB gestürzt.“ Seit 2018 hat er diese Altersstufe am Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrum betreut – ehe nun eher überraschend der Schritt nach oben erfolgte.

Bis vor rund zwei Wochen jedenfalls, sagt Willig, sei für ihn „nicht absehbar“ gewesen, dass sich auf der Cheftrainerstelle der U 21 des VfB eine Lücke auftun würde. Dann aber wurde das Interesse des 1. FC Magdeburg an Markus Fiedler bekannt. Der bisherige Drittligacoach des VfB wechselte zum Zweitligisten, der Club sprach mit Nico Willig über die Nachfolge – und nach einer Nacht Bedenkzeit hob dieser den Daumen.

„Eigentlich“, sagt er, „hatte ich sofort ein positives Bauchgefühl. Diese eine Nacht wollte ich mir dennoch nehmen, um über alles nachzudenken.“ Den „Reiz der Aufgabe“ haben diese Stunden aber nicht mehr verändert. Also tritt er nun nach Jahren im Nachwuchsbereich die Stelle im Erwachsenenfußball an. In der Dritten Liga will der VfB II auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg den Klassenverbleib schaffen. Am Montag (14 Uhr) startet Willigs neue Mission mit der ersten Trainingseinheit.

Kommen und Gehen im Kader des VfB II

Was den Kader angeht, gibt es für den Trainer zur neuen Saison fast mehr Kontinuität als bisher. Statt viele bisherigen U-19-Spieler an die U 21 des Clubs abzugeben, begleitet er sie nun auf dem nächsten Schritt. Der Torhüter Florian Hellstern rückt unter anderem auf, auch Efe Korkut, Lauri Penna, Mirza Catovic, Eliot Bujupi oder Maximilian Herwerth. Teilweise waren sie schon oben mit dabei. Es gibt bislang zwei externe Neuzugänge, aber auch zahlreiche Abgänge – wie immer, wenn Spieler das fußballerische Nachwuchsalter irgendwann erreicht haben.

Leon Reichardt, Lukas Laupheimer oder Leo Münst, gehören – zum Beispiel – nicht mehr zum Stuttgarter Kader. Der Torhüter Dennis Seimen, in der vergangenen Saison Stammkraft im Drittligator, wird zum SC Paderborn ausgeliehen. Dennoch startet Nico Willig mit einem großen Kader in die Vorbereitung. Wohl wissend, dass sich noch zahlreiche Veränderungen ergeben werden. Es gibt durchaus noch namhafte Kandidaten für einen Abgang, im besten Fall nach oben in die zweite Liga.

„Es wird noch einiges passieren“, ist Willig sicher – und stellt klar: „Ich muss flexibel sein, aber das bin ich auch.“ Das Ziel bis zum Saisonstart – oder wenigstens bis zum Ende der Transferperiode: kein „überdimensionierter Kader“. Schließlich gilt auch weiterhin, dass die Spieler in der letzten Ausbildungsstufe des VfB entwickelt werden sollen.

Florian Hellstern steht künftig beim VfB II im Tor. Foto: Pressefoto Baumann

Ob die Dritte Liga dafür die richtige Plattform ist – darüber wird immer wieder diskutiert. Schließlich ist der Druck für eine junge Mannschaft hier um einiges höher als in der Regionalliga. Für Willig aber ist klar, dass die höhere Liga auch die bessere Ausbildung bedeutet. Vor allem defensiv müssten hier die Lernschritte viel schneller erfolgen, „weil in der dritten Liga jeder Fehler bestraft wird“.

So ein bisschen wird sich auch Nico Willig anpassen müssen. Mehr als bisher wird er sich, zum Beispiel, am Spielsystem und den Positionsanforderungen der Bundesligamannschaft orientieren. Der Austausch mit Sebastian Hoeneß und dessen Team wird intensiver werden. Demnächst. Wenn auch die Spieler des Profiteams wieder auf dem Laufband schwitzen.

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