Start-ups in Stuttgart Gründerzentrum auf Uni-Gelände geplant

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Die Stuttgarter Start-up-Kultur soll mehr Unterstützung erhalten. Dafür soll ein Neubau bei der Universität entstehen. Die Startec-Initiative dort richtet sich an kreative Köpfe, die frisch von der Universität kommen.

Das Fraunhofer-Institut hat erst einen eigenen Neubau bekommen, doch die Bauplanungen an der Nobelstraße gehen schon weiter. Foto: Lichtgut - Oliver Willikonsky
Das Fraunhofer-Institut hat erst einen eigenen Neubau bekommen, doch die Bauplanungen an der Nobelstraße gehen schon weiter. Foto: Lichtgut - Oliver Willikonsky

Stuttgart - Gleichgesinnte zu finden, ist nicht immer leicht. In Stuttgart gelte das vor allem für innovative Jungunternehmer. „Die Start-up-Kultur ist hier noch zu wenig gebündelt“, sagt Marc Rüger, Direktor für den Bereich Business Development beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart. Um dem entgegenzuwirken, plant die Universität auf einer Wiese bei der Nobelstraße 6 ein neues Gründerzentrum zu bauen. Das Fraunhofer IAO beteiligt sich dort mit der Initiative Startec, wie Thomas Bauernhansl vom Fraunhofer beim Spitzentreffens zum Thema Industrie 4.0 neulich sagte. In unmittelbarer Uni-Nähe soll Raum für kreative Köpfe entstehen.

Bis die Bagger anrollen, sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. So ist die Finanzierung der Unternehmung noch ungeklärt. Auch konzeptionell sind die meisten Details bestenfalls umrissen. „Wir sind da mit den Beteiligten noch in der Abstimmungsphase“, sagt Rüger. Das sind neben dem Fraunhofer IAO und der Universität Stuttgart, die Technologie-Transfer-Initiative (TTI) der Uni, die Hochschule der Medien (HdM) und das Forschungsbündnis Arena 2036, in dem die Autoindustrie und die Uni Stuttgart kooperieren.

Fest steht auf alle Fälle schon, „dass sich die Einrichtung nicht nur auf die Automobilindustrie fokussieren wird“, wie Rüger sagt. Stattdessen sollen bei der Startec-Initiative eher neue Geschäftsmodelle und Ideen gefördert werden. Und, was fast noch wichtiger sei: Start-ups professionell von der Idee zur funktionierenden Firma zu begleiten.

Das Startec Gründerzentrum blickt über die Autoindustrie hinaus

Rüger findet für das Vorhaben das Wort „Durchlauferhitzer“, der die jungen Unternehmen innerhalb von 24 bis 36 Monaten für die Märkte fit machen soll. Ende des Jahres könnten die Pläne aber konkreter werden. Dann sollen die ersten Entwürfe vorgestellt werden. Über die soll dann Anfang 2018 entschieden und auch die anderen offenen Fragen geklärt sein.

Übrigens: Den ersten Feldversuch machte die Startec-Initiative, ohne dass das groß kommuniziert wurde, bereits vor drei Jahren. Allerdings ohne ein Gründerzentrum. Das Fraunhofer IAO, die HdM und TTI bemühten sich darum, junge Unternehmen unter anderem in der Medienbranche „schnell am Markt zu etablieren“, wie Rüger verrät. Welche, will er nicht sagen. Aber offenbar hat die Förderung so gut funktioniert, dass das Prinzip jetzt in einem größeren Rahmen umgesetzt werden soll.