Ein Positives hatte die Coronapandemie. Dank Homeoffice und Homeschooling und einer noch stärkeren Internet- und Streamingnutzung wurde deutlich: Die digitale Infrastruktur muss ausgebaut werden – am besten mit Glasfaser, um die Datenmengen, die auch private Haushalte mittlerweile aufbringen, schnell und zuverlässig verarbeiten zu können.
Die Gemeinde Magstadt ist diesem Ziel nun ein Stückchen näher gekommen. Auf dem Parkplatz hinter der Sporthalle fiel am Mittwochvormittag im Beisein des Bürgermeisters Florian Glock, von Vertretern der Deutschen Telekom, der Gigabit Region Stuttgart und der Netze BW der Startschuss für den zweiten Teil. Im ersten wurde das Gewerbegebiet bereits mit schnellem Netz versorgt. Offiziell begann am 1. August der Ausbau des Glasfasernetzes durch die Deutsche Telekom. Unter fachmännischer Begleitung blies Florian Glock symbolisch das erste Glasfaserkabel ein – wie es im Fachjargon heißt.
So wichtig wie Strom, Wasser oder Gas
„Glasfaser ist die Technologie, die die zukünftig benötigten Datenmengen transportieren kann. Ein Glasfaseranschluss in der eigenen Wohnung ist genauso wichtig wie ein Anschluss für Strom, Wasser oder Gas“, erklärt Glock. Vor über zwei Jahren sei die Lage rund um das Thema deutlich schwieriger gewesen. Dann kam Corona. „Viele Haushalte hatten die Herausforderung, Homeoffice und Homeschooling gleichzeitig durchführen zu müssen. Hier wurde also eine neue Dynamik angestoßen, den Breitbandausbau voranzutreiben“, fasst Glock zusammen.
Nach anfänglicher Flaute habe es zur Freude der Gemeinde plötzlich vier Interessenten gegeben, die sich um den Ausbau der Infrastruktur bemühen wollten. Schlussendlich bekam die Deutsche Telekom den Zuschlag, Magstadt von der veralteten Kupferkabel- auf die Glasfasertechnik umzubauen. Rund 100 Kilometer Glasfaser werden verlegt, 39 Verteiler aufgebaut. Damit könnten mehr als 2000 Gebäude und etwa 4500 Haushalte angeschlossen werden. Um Synergien zu nutzen, werden auf einem Teil der Verlegetrassen neue Stromkabel mit in die Erde verlegt. So soll ein mehrmaliges Aufgraben der Straßen verhindert werden.
„Wir gehen schrittweise vor. In fünf Bauabschnitten werden die Glasfaserkabel verlegt und damit alle Haushalte, die ihr Einverständnis erteilt haben, an das Netz angeschlossen“, erläutert Manuel Schultis. Dabei hält der Projektleiter Technik das Kabel, das aus zwölf unterschiedlich farbigen Fasern besteht, demonstrativ in die Luft.
Glasfaseranschluss kommt nicht automatisch
Da für den Ausbau privater Grund betreten werden muss, müssen Anwohner zustimmen, wenn sie einen Anschluss wünschen. Das Ziel des Gigabitprojekts ist die Versorgung von 50 Prozent der Haushalte mit Glasfasertechnik bis 2025, bis 2030 sollen es 90 Prozent sein. In Magstadt könnten die ersten Bürger Anfang 2023 in den Genuss des schnellen Internets kommen. Dann soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.
Interessenten haben noch bis Ende Oktober die Chance auf einen kostenfreien Glasfaseranschluss. Für Unentschlossene gibt es am 11. August um 19 Uhr auf einem Livestream unter www.telekom.de/glasfaser-events die Möglichkeit, zusätzliche Informationen zum möglichen Anschluss an das Glasfasernetz und zu den Konditionen zu erhalten, ebenso persönlich im Telekom-Shop im Breuningerland Sindelfingen.