Startup-Firmen aus Baden-Württemberg Kontaktsuche im Silicon Valley

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Deutsche Unternehmen sollen von kalifornischen Vorbildern lernen. Das lassen sich sowohl der Bund als auch das Land Baden-Württemberg einiges kosten.

Google gehört zu den herausragenden Internetfirmen im Silicon Valley Foto: AP
Google gehört zu den herausragenden Internetfirmen im Silicon Valley Foto: AP

San Franciso - Unverhofft kommt oft – das mögen sich jedenfalls die Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses aus dem baden-württembergischen Landtag gedacht haben. Sie trafen in der Niederlassung des Weltwirtschaftsforums im Presidio Park an der Golden-Gate-Brücke in San Francisco am Mittwoch auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das Staatsoberhaupt diskutierte bei einem Expertengespräch über die Zukunft der Arbeit unter den Bedingungen von Globalisierung und Digitalisierung. Der Auschuss mitLandtagsabgeordneten aus allen Fraktionen informierte sich in Kalifornien über die digitale Wirtschaft und war überhaupt an diesem Tag auf ähnlichen Pfaden unterwegs wie der Bundespräsident.

Steinmeier fuhr nach dem Gespräch über die Veränderungen in der digitalisierten Arbeitswelt von San Francisco weiter nach Palo Alto, um den Deutschen Accelerator zu besuchen. Dieses Programm fördert sei 2012 den Aufenthalt von deutschen Startup-Unternehmen in den USA, um Kontakte zu knüpfen und ihr Geschäftsmodell zu optimieren. Finanziert wird es weitgehend vom Bundeswirtschaftsministerium. Die Investitionen in die Jungunternehmen haben sich ausgezahlt: 92 Prozent der geförderten Startup-Unternehmen haben sich auf dem US-Markt behauptet und konnten nach Abschluss des Förderprogramms bis zu 150 Millionen Dollar akquirieren.

Baden-Württemberg mit eigenem „Innovation Camp“

Etwas Ähnliches hat die Landesregierung in Baden-Württemberg nun auch auf die Beine gestellt. Die Landtagsabgeordneten aus dem Wirtschaftsausschuss besuchten am Abend das „Innovation Camp Baden-Württemberg Silicon Valley“. Zweck der Einrichtung ist, wie der Vizevorsitzende der CDU-Fraktion, Winfried Mack, in San Francisco erklärte, die Zusammenarbeit mit der High-Tech-Region Kalifornien zu intensivieren.

Die Einrichtung soll Entwicklern, Wissenschaftlern und Unternehmern aus Baden-Württemberg für einige Wochen Einblicke in die Arbeitsweise der Firmen und der Wissenschaft im Silicon Valley verschaffen und den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg auf diese Weise voranbringen. Das baden-württembergische Innovation-Camp wird mit 1,2 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt gefördert. „Mit der Einrichtung setzen wir ein klares Zeichen für einen möglichst freien Welthandel und für internationale Zusammenarbeit“, betonten Mack und der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Claus Paal.