Statistik für den Kreis Böblingen Trotz Winter sinkt die Zahl der Arbeitslosen

Immer weniger Menschen sind auf den Gang zur Arbeitsagentur angewiesen. Foto: dpa
Immer weniger Menschen sind auf den Gang zur Arbeitsagentur angewiesen. Foto: dpa

Die Arbeitsagentur meldet die besten Werte seit dem Jahr 1992. Dieser Vergleich hinkt allerdings.

Böblingen: Marc Schieferecke (eck)
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Böblingen - Die Arbeitslosenzahlen des Landkreises Böblingen erreichen neue Rekorde. Entgegen dem üblichen Anstieg im Dezember ist die Arbeitslosenquote nochmals gesunken, von 2,9 auf 2,8 Prozent – dies tatsächlich. Die bundesweite Statistik weist zwar ebenfalls ein Minus aus, allerdings nur ein mathematisches. Die Arbeitsagentur hat die Zahlen aufgehübscht, indem sie das Winterloch aus ihnen herausrechnete. So steht unter dem Strich eine Quote von 5,7 Prozent.

Werte um die drei Prozent gelten als Vollbeschäftigung. Entsprechend erfreut kommentiert Petra Cravaack die Statistik für Böblingen: „Das Jahr 2017 verabschiedet sich mit hervorragenden Arbeitsmarktwerten“, sagte die Chefin der Arbeitsagentur für Stuttgart und die umliegenden Landkreise. Werte wie die aktuellen seien zuletzt 1992 zu verkünden gewesen. Dieser Vergleich hinkt allerdings. Seit Anfang der Neunziger sind etliche Gesetzesänderungen beschlossen worden. Die meisten von ihnen hatten zur Folge, dass die Arbeitslosenzahlen schlicht per Definition sanken.

Etliche Bedürftige fallen rechnerisch aus der Statistik

Unter anderem fehlen all jene, die von der Agentur in eine Fortbildung geschickt werden, jene, die als unwillig gelten oder ältere Langzeitarbeitslose. Für den Kreis Böblingen meldet die Agentur aktuell 6071 offiziell Arbeitslose. Die Zahl der sogenannten Arbeitssuchenden ist mehr als doppelt so hoch. Ein tieferer Blick in die Statistik offenbart, dass 22 875 Menschen oder Bedarfsgemeinschaften auf die eine oder andere Art Geld vom Staat überwiesen bekommen. Zu ihnen zählen Ein-Euro-Jobber und andere Beschäftigte, deren Verdienst nicht zum Leben reicht.

Ungeachtet dessen sinken zumindest in der Gesamttendenz auch diese Werte. „Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen“, sagte Cravaack. Im Vergleich zum Dezember 2016 ging ihre Zahl um mehr als zehn Prozent auf aktuell gut 1550 zurück. Etwa auf dem gleichen Niveau sank die Zahl der Schwerbehinderten ohne Beschäftigung. Wegen des zunehmenden Fachkräftemangels stellen die Unternehmen inzwischen auch vermehrt Jobsuchende ein, die ihren 50. Geburtstag bereits hinter sich haben. Rund 2280 Menschen aus dieser Altersgruppe sind aktuell im Landkreis arbeitslos gemeldet. Dies entspricht im Jahresvergleich einem Rückgang von 5,5 Prozent.

2018 dürfte die Entwicklung andauern. Die aktuelle Statistik „zeigt, wie stark und widerstandsfähig der Arbeitsmarkt derzeit aufgestellt ist“, sagte Cravaack




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