An mehreren Schauplätzen haben sich am Mittwochmorgen auf der Autobahn 8 dramatische Szenen abgespielt. Stundenlang waren Einsatzkräfte der Feuerwehr auf Höhe der Gemeinde Gruibingen bei Göppingen damit beschäftigt, zwei tonnenschwere Lkw voneinander zu trennen. Dabei war auch ein Kran im Einsatz. Die Fahrzeuge waren mit enormer Wucht aufeinandergeprallt, nachdem der Fahrer eines der schweren Lastkraftwagen am Ende eines Staus auf einen anderen aufgefahren war. Laut Angaben der Polizei sei der erste Fahrer dabei ums Leben gekommen.
Der erste Unfall soll sich laut Polizeiangaben um 6 Uhr morgens ereignet haben. 500 Meter vor dem Rastplatz am Kornberg kam es zu dem Zusammenstoß. Es waren zunächst vier Lkw betroffen. Die Fahrer der übrigen Fahrzeuge seien mit leichten Verletzungen davongekommen. Als Folge des Ereignisses war die Autobahn über Stunden hinweg voll gesperrt. Nach einigen Stunden konnte zumindest eine der Fahrbahnen für den Verkehr wieder freigegeben werden.
Fahrassistenz für Lkw-Fahrer
Das Thema Sicherheit von Lkw-Fahrern, insbesondere am Stauende, beschäftigt auch die Politik immer wieder. Um die besondere Gefahrensituation zu entschärfen, wurde erst im März diesen Jahres eine Initiative zum Thema Notbremsassistenten gestartet. Das Bundesverkehrsministerium hat sich laut Pressemitteilung für höhere Anforderungen bei der Fahrassistenz auf Ebene der Vereinten Nationen (UN) eingesetzt und einen Vorstoß mitbeschlossen.
Die Änderungen sollen laut Angaben des Ministeriums völkerrechtlich auf UN-Ebene ab September 2025 für neue Fahrzeugtypen und ab September 2028 für alle Neufahrzeuge gelten. Die Einrichtung der Notbremsassistenten soll ein Stauende frühzeitig erkennen und automatisch das Fahrzeug zum Stillstand bringen. „Von den neuen technischen Vorschriften profitieren auch Fußgänger, denn die neue Generation von Notbremsassistenten wird neben Fahrzeugen auch Personen erkennen“, sagte Verkehrsminister Volker Wissing. Lkw haben wegen des hohen Gewichts einen längeren Bremsweg und sind damit besonders gefährdet.
Schwere Fahrzeuge sind auch schwerer zu bergen
Aber auch für die anderen Verkehrsteilnehmenden können Unfälle mit schweren Fahrzeugen besondere Einschränkungen bedeuten. Das haben auch die Menschen zu spüren bekommen, die am Mittwoch auf der A8 im Stau gestanden haben.
Augenzeugen berichten davon, dass einzelne Fahrer bis zu zwei Stunden im Verkehr vollständig zum Stehen gekommen sein sollen. Der Grund dafür lag laut Polizei in der Heftigkeit des Unfalls. „Die Bergung der Lkw ist für die Feuerwehr besonders aufwendig“, so der Polizeisprecher. Nur mit schwerem Gerät hätten die verkeilten Fahrzeuge auseinandergerissen werden können. Unter anderem war ein Bagger im Einsatz auf der A8. Das braucht Zeit. Der Sprecher konnte keine Angaben zu dem Inhalt der Ladung machen. Laut Augenzeugen waren die Pritschen jedoch voll beladen.
Laut Angaben der Polizei sei der Verkehr am Mittwoch zudem an der Anschlussstelle in Mühlhausen umgeleitet worden. Auch umliegende Bundesstraßen waren als Folge des zusätzlichen Verkehrs belastet worden und es haben sich mehrere Staus gebildet.
Als Folge des ersten Staus gab es zudem wenige Stunden später einen weiteren Auffahrunfall, ebenfalls an einem Stauende. Laut Angaben der Polizei ist gegen 9.51 Uhr ein Auto auf Höhe von Aichelberg auf ein anderes aufgefahren. Hier soll es leichte Verletzte gegeben haben. Die Polizei hat die Verkehrsteilnehmenden den Tag über auf ihrem offiziellen Twitter-Account auf dem Laufenden gehalten.