Stau auf der B 297 in Rechberghausen Keine Hilfe für den Nachbarn

Für den alljährlichen Fasnachtsscherz ist der Rechberghauser Kreisverkehr ideal geeignet. Doch für den starken Verkehr ist er zu eng. Foto: Horst Rudel
Für den alljährlichen Fasnachtsscherz ist der Rechberghauser Kreisverkehr ideal geeignet. Doch für den starken Verkehr ist er zu eng. Foto: Horst Rudel

Täglich bricht der Verkehr auf der Rechberghauser Ortsdurchfahrt zusammen. Doch in der Nachbarstadt Göppingen will man keine Parallelroute.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)
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Göppingen/Rechberghausen - Die Stadt Göppingen sieht kaum Möglichkeiten, sich an der Lösung der Verkehrsprobleme in der Rechberghauser Ortsdurchfahrt zu beteiligen. Täglich zur Hauptverkehrszeit stauen sich Autos und Lastwagen auf der Bundesstraße 297 durch den gesamten Ort. Doch das Mitleid im Göppinger Gemeinderat hält sich in Grenzen. „Es kann nicht unsere Sorge sein, wenn andere Orte ihre Straßen nicht groß genug ausbauen“, sagte der Fraktionschef der Freien Wähler, Stefan Horn. Insbesondere kritisierte er den „Micky-Mouse-Kreisel“ in der Ortsmitte. Er sei der Verkehrsbelastung nicht gewachsen.

In Rechberghausen und anderen Orten des östlichen Schurwalds sieht man es genau anders herum. Dort wird kritisiert, dass die Stadt Göppingen ihrer Verpflichtung nicht nachkomme, das parallel zur B 297 verlaufende Krettenhofsträßchen zu richten. „Wir fordern ja keinen Ausbau“, sagte der Rechberghauser Bürgermeister Reiner Ruf auf Anfrage. Doch wenigstens ganzjährig befahrbar solle das Sträßchen sein. Bisher muss er im Winter aus Verkehrssicherheitsgründen gesperrt werden.

Die Kritik am zu engen Kreisverkehr wies er zurück. Als er 2008 gebaut wurde, sei er von allen Experten als beste Lösung angesehen worden. Eine Kreuzung mit Ampel würde die Staus noch verlängern. Das Problem sei die starke Verkehrszunahme insbesondere beim Schwerlastverkehr. Laut der jüngsten Vekrehrszählung fahren täglich 30 000 Fahrzeuge durch den Kreisel, was zwangsläufig zum Kollaps führe. Dabei steuerten die meisten, auch die Lastwagen mit ausländischen Kennzeichen, Ziele in der näheren Region an, sagte Ruf, dessen Nachfolger die schwierige Aufgabe zukommen wird, einen Lärmaktionsplan in dem 5300-Einwohner-Ort umzusetzen. Ruf rechnet damit, dass auch auf der B 297 Tempo-30 vorgeschrieben wird.

Die Göppinger Auffassung, es sei widersinnig, dass eine Gemeindeverbindungsstraße eine Bundesstraße entlaste, teilt Ruf ebenfalls nicht. Es sei zwar richtig, dass eine Bundesstraße die Aufgabe habe, den Verkehr zu bündeln. „Nur kann die B 297 dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen.“ Er hofft auf Verhandlungen aller Beteiligter. Derweil hat die Stadt Göppingen schon klar gestellt, dass sie die Krettenhofstraße auf keinen Fall ausbauen werde. Sei dem Landkreis an einer Sanierung gelegen, solle er doch die Baulast für das Sträßchen übernehmen, heißt es in einer Entschließung.

Allerdings sei dieses Angebot wohl nur theoretischer Natur. Im Anbetracht der vielen Bauvorhaben des Kreises, werde er kaum Interesse daran haben. Schließlich dürfte ein sinnvoller Ausbau fünf Millionen Euro kosten. Als Kreisrat, das versicherte Till auf Nachfrage der Grünen-Rätin Barbara Schrade, werde er ein solches Geschenk jedenfalls ablehnen.




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