Stau-Bilanz 2024 Der größte Feind des Autos

895 000 Kilometer Stau wurden 2024 auf den Autobahnen gezählt. Foto: dpa/Marijan Murat

Auf den deutschen Autobahnen ging es 2024 häufig nicht voran. Das liegt auch am hohen Verkehrsaufkommen. Das könnte man ändern, findet Hauptstadtkorrespondentin Rebekka Wiese.

Berliner Büro: Rebekka Wiese (rew)

Sie wären lang genug gewesen, um sich mehr als 21 Mal um die Erde zu winden: 516 000 Staus zählte der ADAC 2024 auf deutschen Autobahnen, insgesamt 859 000 Kilometer lang. Damit liegt die Zahl nun wieder fast auf Vor-Coronaniveau. Der Grund für den Anstieg sind laut ADAC nicht nur die vielen Baustellen, sondern auch, dass so viele Fahrzeuge auf den Autobahnen unterwegs sind. Man könnte sagen: Der größte Feind des Autos sind die anderen Autos.

 

Das ist vielen nicht bewusst genug. Es gibt viele gute Gründe, weniger Auto zu fahren. Oft geht es dabei um Klima und Umwelt. Es tut aber auch dem Verkehr selbst gut, wenn weniger Fahrzeuge unterwegs sind. Das Effizienteste, was man für freie Autobahnen tun kann, ist, sich zu fragen, wie man das Verkehrsaufkommen senken kann.

Deutschlandticket hilft

Einen entscheidenden Punkt erwähnt der ADAC in seiner Veröffentlichung selbst. Er wirbt dafür, das Deutschlandticket zu erhalten und nicht wesentlich teurer zu machen. Wer mit Bus und Bahn zur Arbeit fährt, ist nicht aufs Auto angewiesen. Dazu muss es den Bus aber erst einmal geben. Nicht in allen Regionen Deutschlands kann man auf das Auto einfach verzichten. Umso wertvoller ist es, dort umzudenken, wo es möglich ist. Und es ist Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass es attraktive Alternativen gibt.

In Paris wird zudem gerade etwas Neues ausprobiert, was auch hierzulande funktionieren könnte: Zu Stoßzeiten ist eine Spur auf der Stadtautobahn für Autos reserviert, in denen mindestens zwei Menschen sitzen. Das soll dafür sorgen, dass sich mehr Fahrgemeinschaften bilden. Ein Versuch, der sich auch in manchen Pendelhotspots lohnen könnte.

Je mehr Autos unterwegs sind, desto langsamer kommen sie voran. Wenn das Auto nicht nur bequem, sondern auch praktisch bleiben soll, braucht es weniger davon.

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