Staufer-Festspiele in Göppingen Schöpferische Pause wird deutlich verkürzt

Die Zeit der Enthaltsamkeit, nach dem begeistert gefeierten „Vogelhändler“, wird künftig nicht mehr ganz so lange sein. Foto: Steinert/Archiv
Die Zeit der Enthaltsamkeit, nach dem begeistert gefeierten „Vogelhändler“, wird künftig nicht mehr ganz so lange sein. Foto: Steinert/Archiv

Die Göppinger Staufer-Festspiele wollen künftig in der Öffentlichkeit häufiger präsent sein: Sie verabschieden sich vom Zwei-Jahres-Takt und werden auch zwischen den großen Operetten-Projekten mit einem „Light-Programm“ aufwarten.

Region: Andreas Pflüger (eas)
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Göppingen - Aus künstlerischer Sicht sind die Vogelhändler-Aufführungen im September ein voller Erfolg gewesen. Begeistert hat das Publikum die Inszenierung und deren Umsetzung zum zehnjährigen Bestehen der Göppinger Staufer-Festspiele in der Werfthalle gefeiert. Doch obwohl die Auslastung der sechs Vorstellungen bei rund 75 Prozent lag, blieb unter dem Strich ein Defizit von 30 000 Euro übrig. „Wir hätten etwa 9000 zahlende Besucher gebraucht, 8000 waren es letztlich, sodass es nicht ganz gereicht hat, ohne Verlust rauszukommen“, erklärt Hans Joachim Jochen Schellong, einer der drei Geschäftsführer der Staufer-Festspiele.

Für eine größere Depression sehen die Verantwortlichen dennoch keinen Anlass. Das Konzept, mit dem es künftig besser gemacht werden soll, wird bereits vom nächsten Jahr an greifen. „Die schöpferische Pause, die nicht zuletzt dem hohen Anteil an ehrenamtlichen Mitwirkenden in allen Bereichen geschuldet und deshalb notwendig war, wird verkürzt“, sagt Schellong. Der Zeitraum zwischen den alle zwei Jahre stattfindenden Operettenprojekten sei einfach zu groß, ergänzt er. Den Fans, aber auch den Förderern und Sponsoren soll nun auch zwischendurch etwas geboten werden.

Operettenabend, Nachwuchswettbewerb, Kinderoper

2017 treten die Staufer-Festspiele deshalb gleich viermal öffentlich in Erscheinung. Im März wird es zwei Operettenabende geben, einen in der Göppinger Stadthalle und einen in der Geislinger Jahnhalle. Im Mai folgt dann ein Operetten-Nachwuchswettbewerb mit aktuellen und mit früheren Musikhochschülern. Präsent sein will man, mit dem Festspielchor und einigen Solisten, allerdings auch bei der nächsten Göppinger Kulturnacht im Juni. Und schließlich soll dann noch zu Weihnachten die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ aufgeführt werden.

Alexander Warmbrunn, der Intendant der Staufer-Festspiele, hält das für machbar: „Schließlich haben wir ein klasse Team für die Organisation, tolle Leute die mitziehen und drei exzellente ehrenamtliche Geschäftsführer.“ Trotz seiner Verpflichtungen als Kulturamtsleiter in Lindau könne er für die Konzeption sorgen und die künstlerische Umsetzung gewährleisten. „Das hat nicht zuletzt etwas mit Herzblut zu tun. Schließlich sind die Staufer-Festspiele ja auch mein Baby“, fügt er hinzu.

Chancen auf Geld von der Landesstiftung

Dass es ohne eine zusätzliche finanzielle Unterstützung dennoch nicht gehen wird, weil man mit den Ticketpreisen am Limit sei, betonen Schellong und Warmbrunn unisono, Zusammen mit seinen Geschäftsführer-Kollegen Rainer Auwärter und Markus Müller hat Schellong den Sponsoren-Anteil am Etat zwar von zehn auf fast 25 Prozent hochschrauben können. Es soll aber noch mehr werden. Positive Signale sind bereits zu vernehmen. Sowohl bei der Stadt, die den Staufer-Festspielen schon seit geraumer Zeit tatkräftig hilft, als auch beim Landkreis ist eine Finanzspritze an die gemeinnützige Gesellschaft Bestandteil der laufenden Etatberatungen. Schließlich stellt sie mit ihrer Arbeit einen nicht zu unterschätzenden Werbe- und Imagefaktor dar. Damit wäre obendrein eine Voraussetzung erfüllt, um den Festspielmachern einen Zugang zu den Fördertopfen einer Landesstiftung zu erschließen. Einer zweiten Bedingung, ganz speziell wenn es um Geld von der Kulturstiftung Baden-Württemberg geht, wird man mit dem nun geplanten Ausbau des Programms gerecht. „Wir haben da die klare Ansage bekommen, dass alle zwei Jahre einfach zu wenig sind“, weist Hans Joachim Schellong nochmals auf diesen Punkt hin.

Wichtig sei bei all diesen Bestrebungen aber, dass die Staufer-Festspiele ihren besonderen Charakter und ihren Charme behielten, fährt Alexander Warmbrunn fort. „Diese einmalige Kombination aus Profis und 200 hoch motivierten ehrenamtlichen Amateuren ist schließlich viel mehr als ein kulturelles Produkt. Für mich sind die Staufer-Festspiele ein gesellschaftliches Unternehmen, das etwas wirklich Großes schafft“, betont er.




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