Staus in Stuttgart-Ost Monatelange Sperrung in Gablenberg – kein Ende absehbar
In der Gablenberger Hauptstraße kommt es wegen einer maroden Fassade seit November zu Verkehrsbehinderungen. Wie geht es jetzt weiter?
In der Gablenberger Hauptstraße kommt es wegen einer maroden Fassade seit November zu Verkehrsbehinderungen. Wie geht es jetzt weiter?
Pendler, die mit dem Auto durch die Gablenberger Hauptstraße zur Arbeit fahren, werden seit mehr als einem halben Jahr täglich auf eine Geduldsprobe gestellt. Weil an der Kreuzung zur Wagenburg- beziehungsweise Talstraße die Fassade eines Wohnhauses marode ist und sich Mitte November Mauerwerk gelöst hatte, musste das Gebäude eingerüstet, ein Sicherungsnetz angebracht und eine Fahrspur gesperrt werden. Die Folge: Regelmäßige Staus auf der Hauptverkehrsachse durch Stuttgart-Ost.
„Es ist ein Witz“, sagt ein VW-Fahrer, der am Montagvormittag am unteren Ende der Gablenberger Hauptstraße steht und auf die nächste Grünphase wartet. „Ich bin viel in Stuttgart unterwegs. An vielen Ecken geht wenig voran, aber hier passiert einfach gar nichts“. Schleichwege kenne er, fahre sie aber nicht. „Ich stelle mich an, wie es sich gehört und höre eben Musik.“ So gelassen, wie der Mann in seinem Bus, sind nicht alle Verkehrsteilnehmer. Die Behinderungen sind so massiv, dass die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) sich Anfang des Jahres dazu entschied, Busse der Linie 42, die in Richtung Erwin-Schoettle-Platz unterwegs sind, nicht mehr durch Gablenberg fahren zu lassen, weil sonst der Fahrplan nicht eingehalten werden könne.
betont, dass keine Gefahr im Verzug und nun der Hauseigentümer am Zug sei. „Er muss sein Gebäude nach Paragraf 13 der Landesbauordnung in einen Zustand bringen, in dem es ganz und in allen Teilen standsicher ist.“ Mittlerweile seien Sanierungsmaßnahmen an der Fassade vorgenommen worden. Auch wenn diese für Passanten nicht unbedingt ersichtlich seien, so Knitter. Auf die gute Nachricht folgt aber gleich die schlechte: Eine Kontrolle durch Mitarbeiter des Baurechtsamts ergab in der vergangenen Woche, dass die Arbeiten für den dauerhaften Sicherungszweck weder geeignet noch ausreichend waren. „Daher ist im Moment eine Freigabe noch nicht möglich“, so der Stadtsprecher. Sollte die Freigabe nach weiteren Maßnahmen erfolgen, obliege es dem Eigentümer, für den Rückbau des Gerüsts zu sorgen, sodass sich „die Wiederherstellung der ursprünglichen Verkehrsregelung aktuell nicht zuverlässig terminieren lässt“.
Autofahrer werden bis auf Weiteres im Schritttempo durch Gablenberg in Richtung Talstraße fahren – zumindest im Berufsverkehr oder sobald Veranstaltungen im Neckarpark anstehen. Stadtsprecher Knitter sieht dennoch einen Erfolg. Man müsse berücksichtigen, dass der jetzige Fortschritt nur durch Anordnungen des Baurechtsamts erzielt werden konnte, das „trotz laufender Widerspruchsverfahren deren Vollstreckung eingeleitet hat“. Dem Eigentümer stehe das Recht zu, jede Maßnahme anzufechten. „Die Abfolge der Rechtsmittel und vorgeschriebene Fristen geben einen Zeitablauf vor, der sich nicht abkürzen lässt.“ Es sei gut, dass durch die Hartnäckigkeit der Kollegen Bewegung in die Sanierung gekommen sei. „Daher gibt es jetzt konkrete Anzeichen, dass dauerhafte Abhilfe geschaffen wird. Andererseits ist das Thema noch nicht vom Tisch. Das Baurechtsamt bleibt deshalb weiter dicht am Ball“, sagt Knitter.