Stausee wird saniert Bis Mitte 2020 herrscht Ebbe im Sulzbachsee

Von Thomas Krämer 

Der 1984 zum Schutz vor Hochwasser gebaute Stausee wird auf Schäden hin überprüft und bei Bedarf saniert. Vor allem die Dämme werden dabei von den Experten genau in Augenschein genommen.

Blick auf den Seegrund. Foto: Thomas Krämer
Blick auf den Seegrund. Foto: Thomas Krämer

Steinenbronn - Normalerweise gibt der Sulzbachsee zwischen Steinenbronn und Schönaich ein idyllisches Bild. Bäume spiegeln sich auf der Wasseroberfläche, Enten schwimmen auf dem Wasser und Fische im Wasser. Doch mit der Idylle ist es gerade vorbei. Statt auf sanfte Wellen blickt man nun auf den grau-braunen, rissigen Grund des Sees, der nur noch von einem Bach durchflossen wird.

Alle zehn bis 20 Jahre eine vertiefte Sicherheitsprüfung

Grund dafür ist eine vertiefte Sicherheitsprüfung, der Hochwasserbecken alle zehn bis 20 Jahre unterzogen werden müssen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den 200 Meter langen und 18 Meter hohen Damm sowie die technischen Anlagen geworfen, die den Wasserstand auf einem gleichmäßigen Niveau halten, so lange kein Sturzregen niedergeht. Geregelt wird der Pegel von den vermutlich reparaturbedürftigen Schiebern, die elektrisch oder bei Stromausfall auch von Hand aus dem Schieberbauwerk, einem kleinen Häuschen auf dem Damm, gesteuert werden.

Rund 18 Meter tief sind die Schächte, durch die die Steuerelemente bis zu einem 1,5 mal 1,5 Meter großen und 70 Meter langen Durchlass am Grund des Damms laufen und diesen verschließen oder öffnen. Zusätzlich gibt es knapp unterhalb der Dammkrone einen Kanal, der im Notfall das Überlaufen des Wassers über die Kante verhindern soll. Durch ein solches Ereignis, das rechnerisch alle hundert Jahre auftreten könnte, würde das Bauwerk beschädigt werden.

Schlamm soll entfernt werden

Außerdem soll bis zur Wiederbefüllung der Schlamm entfernt werden, der sich am Seegrund abgesetzt hat. „Ich gehe von rund 1500 Kubikmetern aus“, sagte Eva de Haas. Zurzeit untersuche man, wo sich das Material lagern und letztlich entsorgen lasse, so die Leiterin des Wasserwirtschaftsamts Böblingen. Auf Feldern werde man den getrockneten Schlamm nicht verwenden können, ergänzt sie, die Zusammensetzung passe nicht. Im mittlerweile von Sedimenten gefüllten Vorsee sei zudem Zink gefunden worden, das vor Jahrzehnten in der Fischerei eingesetzt wurde. „Auch dieses Material müssen wir entsorgen“, sagt de Haas. Zusätzlich müssen die Ufer befestigt werden, wie bei der „Verbandsbeckenschau“ am Donnerstag mit Vertretern des Wasserverbands sowie Mitgliedern der Fischereivereine deutlich wurde.

Wasserverband Aich hat den Stausee 1984 gebaut

Gebaut worden war der Stausee 1984 vom Wasserverband Aich, zu dem sich 1978 die Kreise Esslingen und Böblingen sowie Kommunen entlang der Aich – darunter Waldenbuch, Steinenbronn, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen – formiert haben. Der Böblinger Landrat Roland Bernhard bezeichnete das als „Ausdruck des Zusammenhalts“, denn von all diesen Kommunen fließt das Regenwasser letztlich hinunter in die Aich und kann dort Überflutungen verursachen. „Der Hochwasserschutz gewinnt durch den Klimawandel an Bedeutung“, betonte er.

Läuft alles nach Plan, werden die Schieber 2020 wieder geschlossen, bis sich der Wasserspiegel auf dem bisherigen Niveau von sieben Metern über dem Grund eingependelt hat. Dann werden sich erneut Lebewesen ansiedeln. Mitglieder der Fischereivereine hatten vor dem Ablassen 2,5 Tonnen Fische und 1000 Teichmuscheln in andere Gewässer umgesiedelt.




Unsere Empfehlung für Sie