Stefan Schumacher aus Nürtingen Ex-Radprofi schafft es als Triathlet nach Hawaii

Von Dirk Preiß 

Seine Karriere als Radprofi hat er vor einem Jahr beendet – und schnell eine Leidenschaft für den Triathlon entwickelt. Nun ist Stefan Schumacher ein erster großer Erfolg gelungen.

Als Radprofi war Stefan Schumacher am Ende seiner Karriere nicht mehr in der Topliga unterwegs – als Triathlet nimmt er 2019 an der Ironman-WM teil. Foto: Baumann
Als Radprofi war Stefan Schumacher am Ende seiner Karriere nicht mehr in der Topliga unterwegs – als Triathlet nimmt er 2019 an der Ironman-WM teil. Foto: Baumann

Stuttgart - 15 Jahre lang war Stefan Schumacher als Radprofi unterwegs. Mittlerweile hat der Nürtinger umgesattelt. Als Triathlet hat der heute 37-Jährige eine neue Leidenschaft für den Sport entwickelt.

Herr Schumacher, die Sportwelt kennt Sie als Radprofi – nun haben Sie einen ersten großen Erfolg im Triathlon gefeiert. Wie kam’s?

Ich habe meine Karriere als Radprofi sicher ein oder zwei Jahre zu lange fortgeführt. Am Ende war das Feuer erloschen, ich hatte aus vielerlei Gründen die Leidenschaft für den Profizirkus verloren, Radfahren war für mich nur noch ein Job. Also habe ich aufgehört – doch mir war klar: So will ich meine Sportlerlaufbahn nicht beenden.

Wieso Triathlon?

Dieser Sport hat mich schon lange fasziniert. Zudem habe ich als Radfahrer ja schon einmal eine richtig starke Disziplin.

Und die anderen zwei?

Mit dem Laufen hatte ich zunächst keine Probleme, allerdings haben mir dann Verletzungen zu schaffen gemacht. Das professionelle Schwimmen musste ich dagegen nahezu komplett neu lernen. Insgesamt ist es aber total faszinierend, mit 37 Jahren noch einmal etwas Neues anfangen zu können. Ich bin ein Rookie und fühle mich wieder jung.

Ambitionierte Ziele für 2019

Kam die frühe Qualifikation für die Ironman-WM auf Hawaii überraschend?

Schon. Ich hatte drei Halbdistanz-Wettbewerbe hinter mir, wollte in diesem Jahr aber unbedingt noch einen Langdistanz-Triathlon absolvieren –einfach, um zu sehen, was da auf mich zukommt.

Sie starteten beim Ironman Argentina südlich von Hawaii . . .

. . . und beim Schwimmen lief es katastrophal. Ich bin als Letzter der über 30 Profis aus dem Wasser gekommen – dabei war die Distanz wegen des starken Wellengangs sogar verkürzt. Auf dem Rad habe ich mich dann aber nach vorne gearbeitet und den Marathon in unter drei Stunden bewältigt.

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Und das bedeutete die Qualifikation?

Es gab vier Startplätze für die WM, ich wurde in der Profiklasse Sechster, zwei bessere waren aber schon qualifiziert. Also bin ich 2019 dabei. Das geschafft zu haben, bedeutet mir extrem viel.

Wie gehen Sie die Vorbereitung an?

Ein Wettkampfprogramm habe ich noch nicht, für mich gilt es erst einmal, mich weiter an die Trainingsumfänge zu gewöhnen und mich gerade im Schwimmen weiter zu verbessern. Die Verletzungen haben mir zudem gezeigt: Ich muss noch achtsamer sein.

Haben Sie schon Ziele für die WM?

Ich will jetzt sicher noch keine Prognose wagen, fahre aber natürlich schon mit Ambitionen dorthin. Es wäre schön, um einen Top-Ten-Platz kämpfen zu können.