Steigende Schülerzahlen und ein Ausbau der Ganztagesbetreuung lassen den Raumbedarf an den Schulen wachsen. Die Lindachschule, ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) sowie eine Grundschule im Teilort Stetten, soll entlang der Jahnstraße einen Anbau erhalten. Der Fortsetzung der Planung hat der Technische Ausschuss während seiner jüngsten Sitzung vorberatend für den Gemeinderat einstimmig zugestimmt. Bereits im Dezember hatte sich ein Preisgericht mit den Entwürfen für die Erweiterung beschäftigt. Insgesamt wurden 26 Arbeiten unter die Lupe genommen. Der Siegerentwurf stammte von den Büros Böwer Eith Murken Architekten Part GmbB/schwabmayer Architekten/Landschaftsarchitekt Pit Müller BDLA.
Geplant ist, das bestehende Gebäude teilweise abzureißen. Entlang der Jahnstraße soll anschließend ein zweigeschossiger, L-förmiger Neubau aus Holz und Glas erstellt werden. Der bestehende Komplex soll energetisch saniert werden. „Wir gehen sensibel mit dem Bestandsgebäude um“, betonte die Leiterin des Hochbauamts, Tanja Arnold, im Technischen Ausschuss. Der Entwurf gehe „clever“ mit den Schulgebäuden um. Zwischen dem bestehenden und neuen Gebäude soll ein kleiner Hof entstehen. Diesen können sowohl das Foyer als auch die Mensa für eine Erweiterung verwenden. „Das wurde in der Planung schön aufgenommen“, schwärmte Arnold.
„Wir kommen nicht ohne Container aus“
Der Innenhof solle eine hohe Aufenthaltsqualität haben und unterschiedlich nutzbar sein. Ferner sei bei den Planungen bedacht worden, dass die Schule zwei unterschiedliche Schularten beherberge. „Wir haben die maximale Flexibilität“, so Arnold. Während der Bauzeit sollen die Schüler teils in Containern auf der Festwiese zwischen Schule und Feuerwehrhaus unterrichtet werden. „Wir kommen nicht ohne Container aus“, erklärte Arnold. Die Vereine seien informiert, dass die Festwiese zwei Jahre nicht genutzt werden könne.
In diesem Jahr sind 950 000 Euro für die Schulerweiterung, im kommenden Jahr 2,5 Millionen Euro im Haushalt eingestellt. Hinzu kommen 350 000 Euro für die Neugestaltung der Freiflächen entlang der Schule zu den Sportplätzen. Dort könnte womöglich auch ein neues Jugendhaus gebaut werden. Allerdings meldeten für diese Idee bereits erste Stadträte Bedenken an. Denn die finanzielle Lage der Stadt ist angespannt.
Umbaukosten der Zeppelinschule werden gehalten
Während die Lindachschule in den Startlöchern für die anstehenden Bauarbeiten steht, biegt die Zeppelinschule in Echterdingen, eine Grundschule mit mehr als 200 Schülern, auf die Zielgerade ein. „Gerade wird die Fußbodenheizung verlegt“, berichtete Boris Günderoth vom beauftragten Studio SF aus Mannheim. Auch die Haustechnik werde derzeit fleißig weiter eingebaut. Ende Mai sollen die Sanitäranlagen vollends eingebaut werden. Alles in allem könne der geplante Umzug in den kommenden Sommerferien stattfinden, resümierte der Projektplaner. Auch die Kosten werden wohl gehalten. Derzeit stehe man bei 17,3 Millionen Euro. Laut Baubeschluss von Mitte 2021 sollte der Bau 17,9 Millionen kosten. Es könnte also mit einer Punktlandung klappen.
Nach dem Umzug soll zunächst mit einem Teilabriss des Bestandsgebäudes begonnen werden, anschließend soll eine Sanierung erfolgen. Der Neubau kann zunächst über die bestehende Heizungsanlage in der Musikschule versorgt werden. Sobald jedoch das verbleibende Bestandsgebäude saniert ist und wieder genutzt werden soll, reicht die derzeitige Heizung nicht mehr als. Es ist geplant, die Zeppelinschule dann über die noch zu bauende Heizzentrale in der historischen Mitte von Echterdingen zu versorgen.