Durch seine spektakuläre Spielweise bindet Luis Müller (am Ball) mehrere Gegenspieler. Foto: Pressefoto Baumann
Mit 2,02 Metern und Dirk Nowitzki als Vorbild ist Luis Müller der Kopf des Erfolgs beim Basketball-Landesligisten TSV Malmsheim. Sein Team steht kurz vor einem weiteren Aufstieg.
Luis Müller ist ein Berg von einem Mann, offiziell misst der Basketballer des TSV Malmsheim stolze 2,02 Meter. Den 23-Jährigen nur darauf zu reduzieren wird seinem Profil jedoch nicht gerecht. Müller ist trotz seiner Größe ein schneller Spieler, er vereint das physische Spiel eines Centers mit der Wurfpräzision eines Power Forward.
Sein sportliches Vorbild ist wenig verwunderlich: Dirk Nowitzki. Für eine vergleichbare Karriere wird es bei Müller nicht mehr reichen, zumindest könnte es aber im Sommer eine Spielklasse höher gehen. Nach neun Siegen in zehn Spielen ist Malmsheim punktgleich mit dem TV Nellingen in der Landesliga, der Aufstieg in die Oberliga ist näher, als man es beim TSV erahnt hätte.
Angebote aus höheren Ligen: Luis Müller war fast weg
Auch Luis Müller hatte damit nicht gerechnet und hätte den Verein beinahe verlassen. Er hatte Angebote aus der Oberliga und der Regionalliga und schon zugesagt – letztendlich überlegte er es sich anders. Ein wichtiger Faktor war für ihn die Teamchemie, seit mehreren Jahren spielt seine Mannschaft zusammen, auch abseits des Platzes unternehmen die Spieler vieles gemeinsam.
Nicht nur Physis: Luis Müller zeigt seine gute Wurftechnik. Foto: Andreas Gorr
Das hätte Müller vermisst und sagt: „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, zu bleiben. Ich würde auch nach der Saison nicht wechseln.“ Mit Freunden auf dem Feld zu stehen ist ein Ansporn für den gebürtigen Wuppertaler, dieser Zusammenhalt macht das Team in der aktuellen Spielzeit so stark.
Starke Bilanzen beim TSV Malmsheim und seinem Top-Scorer
In den zehn Hinrundenspielen verlor Malmsheim nur das Spiel gegen den TV Nellingen mit nur sechs Punkten Differenz, alle anderen wurden gewonnen. Dabei stellt der TSV mit 603 kassierten Punkten die beste Defensive der Liga. Auch offensiv läuft es dank Top-Scorer Müller bestens – er kam in neun Spielen zum Einsatz und warf 183 Punkte, das sind mehr als 20 im Schnitt.
Müller (am Ball) weiß seine Größe einzusetzen. Foto: Pressefoto Baumann
In sieben seiner Einsätze wurde er Malmsheims bester Korbjäger, mit 36 Punkten lieferte er seine Bestmarke ausgerechnet im Derby gegen den SV Leonberg/Eltingen ab. Doch Müller betont: „Ohne mein Team kann ich nicht scoren. Einer kann die Mannschaft nicht allein nach vorne bringen, es ist immer noch ein Teamsport.“
Eine Saison, die mit Fragezeichen begann
Das Team wusste zu überzeugen, wenngleich das vor der Saison keine Selbstverständlichkeit war. „Die Hinrunde lief positiver als erwartet, ich bin sehr angetan davon, wie sich das Team reingebissen hat nach dem schweren Sommer mit vielen Fragezeichen“, lobt Trainer Manuel Martinez. Nach dem Abschied von Kapitän Andreas Klitzsch war der Verbleib weiterer Leistungsträger wie Müller lange ungewiss. „Bis August wussten wir nicht, in welcher Konstellation wir spielen“, erzählt der Trainer. Dass die Hinrunde so gut verläuft, hätte er nicht erwartet. Ganz anders seine Spieler, die wohl schon vor der Saison intern den Aufstieg ausriefen. „Luis wollte höher spielen, also haben sie gesagt, dass wir aufsteigen müssen“, grinst Martinez, nun ist der dritte Aufstieg seit 2023 in Reichweite.
Manuel Martinez hat Malmsheim aufgebaut – auch dank Luis Müller
Seit Martinez aus Calw nach Malmsheim wechselte, hat der Deutsch-Spanier den TSV Malmsheim gründlich renoviert. Für den Neuaufbau der Mannschaft holte er auch den ehemaligen Malmsheimer Jugendspieler Müller vom damaligen Landesligisten Böblingen in die Kreisliga. Es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, wie der Spieler verrät: „Am Anfang fand ich ihn sehr direkt. Er hat mich gedrängt zum Probetraining zurückzukommen, ich habe ihn damals sogar in einer Sprachnachricht an einen Freund beleidigt.“
Martinez führte den TSV in die Bezirks- und Landesliga – folgt im Sommer der dritte Aufstieg? Foto: Andreas Gorr
Doch zum Glück kam Müller zurück, auch zu Martinez hat er mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis, und der Trainer schätzt die Bescheidenheit seines stillen Führungsspielers. Zur Rückrunde muss der TSV Malmsheim seine Underdog-Rolle wohl ablegen, doch Martinez ist optimistisch, dass seine Mannschaft damit gut umgehen wird. Luis Müller hat jedenfalls große Ziele mit seinen Freunden und seinem Verein. Der angehende Erzieher stellt klar: „Das Ziel ist auf jeden Fall die Oberliga.“