Steinheim Drogenhandel in Tattoo-Studio

Von hen 

Ein Mann, der einen anderen wegen Drogengeschäften bei der Polizei angeschwärzt hat, steht nun auch vor Gericht. Es kam heraus, dass er am selben illegalen Handel beteiligt war.

Die Drogenhändler haben sich auch Waffen angeschafft. Foto: dpa
Die Drogenhändler haben sich auch Waffen angeschafft. Foto: dpa

Pleidelsheim - Einen Monat ist es her, dass ein 36-jähriger Mann aus Pleidelsheim wegen schwunghaften Handels mit Drogen zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden ist. Seit Donnerstag muss sich ein 35-Jähriger aus Höpfigheim vor dem Landgericht Stuttgart verantworten, der jenen Mann bei der Polizei angeschwärzt hatte. Denn wie sich herausgestellt hatte, war der nun Angeklagte selbst an den Drogengeschäften beteiligt.

Unerlaubt mit Waffen gehandelt

So soll es laut der Staatsanwaltschaft der Angeklagte gewesen sein, der Rauschgift beim Mann seiner Tante in den Niederlanden geordert hatte. Vier Lieferungen sind dem Landgericht bekannt, es ging um bis zu ein Kilogramm Kokain. Vorgeworfen wird dem Mann daher nicht nur Handel mit Rauschgift, sondern auch Beihilfe zur Einfuhr von Drogen. Dazu komme die Beihilfe zum unerlaubten bewaffneten Handel mit Betäubungsmitteln: Beide Dealer hatten sich je eine Waffe zugelegt – offenbar zum eigenen Schutz, da sie Schulden bei Dealern hatten und sich laut eigener Aussage in Lebensgefahr befanden. Auch die Waffen soll der Angeklagte beschafft haben. Übergaben der Waren fanden unter anderem im Tattoo-Studio des 35-Jährigen statt.

Wegen des Streits werden die Männer in verschiedene Gefängnisse verlegt

Die beiden Geschäftspartner – tätig waren sie von Dezember 2015 bis zum vorigen Sommer – gingen im Streit auseinander. Vor Gericht trafen sie jetzt erstmals wieder aufeinander und würdigten sich nur eines kurzen Blickes. Wegen des bestehenden Zwistes wurden die Männer in verschiedene Haftanstalten verlegt.

Erinnerungslücken, laut der Richterin „tiefer als der Grand Canyon“, prägten die Aussagen des 35-Jährigen. Es gab Widersprüche zwischen seinen Aussagen bei der Polizei und vor Gericht. Die Verhandlung wird am 25. April fortgesetzt.




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