Höpfigheim, 9. Juli 2025 – In lauer Sommerluft fand am Mittwochabend das traditionsreiche Serenaden Konzert der Musikschule im idyllischen Innenhof von Schloss Höpfigheim statt. Musikschulleiterin Bärbel Häge-Nüssle begrüßte das zahlreich erschienene Publikum mit sichtlicher Freude über die angenehmen Temperaturen – nicht zu heiß, nicht zu kühl – und eröffnete damit einen musikalisch vielfältigen und bewegenden Abend unter freiem Himmel.
Den klangvollen Auftakt bildeten ein Streichquartett, welches mit Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Violinen in d-Moll besonders beeindruckt. Mit großer Musikalität gestalten die Geigerin Brianna Springer und der Geigenlehrer und Leiter dieses Ensembles Javier Diaz Carrillo die schönen Motivnachahmungen und gemeinsamen Terzen und Sechsten. Das begleitende Streichquartett überzeugte mit volltönenden Mittelstimmen und schuf so ein klanglich reiches Fundament für das dialogisch angelegte Werk.
Für eine Überraschung sorgte das Flötenensemble, das unter der Leitung von Melanie Bogisch mit ungewöhnlichen Instrumenten aufwartete: Krummhörner. Die Flötenlehrerin erklärte dem interessierten Publikum anschaulich die Funktionsweise der historischen Doppelrohrblattinstrumente mit ihren trichterförmigen Schallbechern. Das Ensemble, das bereits beim Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ ausgezeichnet wurde, entführte die Zuhörenden mit einem Stück von Claude Gervaise in das 16. Jahrhundert – sanft näselnd (der Klang der Krummhörner), tänzerisch, voller Atmosphäre. Mit der „Canzon prima“ von Giovanni Gabrieli bewiesen die Musiker*innen anschließend ihr Können auch auf der Blockflöte – polyphon und präzise.
Klanglich kontrastreich folgte ein Gitarrenensemble unter der Leitung von Hans-Jörg Eberle mit Werken aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Mozarts Menuett ließ förmlich höfische Tänze vor dem inneren Auge entstehen, während Peter Tschaikowskis „In der Kirche“ mit dramatischer Tiefe und einem gefühlvollen Ausklang interpretiert wurde.
Eine warme Stimmung erfüllte den Schlosshof, als das Cello-Ensemble unter der Leitung von Susanne Reikow „Country Gardens“ der britischen zeitgenössischen Komponistin Sheila M. Nelson vortrug – ein liebevoller Beitrag, der dem Innenhof eine heitere, naturnahe Atmosphäre verlieh.
Auch die zarten Harfenklänge fanden in der natürlichen Akustik des Hofes ideale Bedingungen. Hans-Jörg Eberle führte charmant durch diesen Programmteil. Im „Vogelwalzer“ von Christoph Pampuch wechselte die Melodieführung elegant zwischen den Harfen, bevor Annelena Labs mit einem ausdrucksstarken Harfensolo glänzte: „Küss mich, halt mich, lieb mich“ aus Aschenblödel von Anne Kox-Schindelin verzauberte das Publikum. Dass sich dabei sogar vereinzelt Tauben in die musikalische Szenerie einfügten, verlieh dem Vortrag eine fast märchenhafte Note.
Den krönenden Abschluss bildete ein eindrucksvolles Streichsextett, das unter Leitung von Javier Diaz Carrillo den „Sommer“ aus Vivaldis Vier Jahreszeiten interpretierte. Die Solistin Anny Fischer überzeugte mit technischer Präzision, dynamischer Gestaltung und klanglicher Vielschichtigkeit. Die Unisono-Passagen waren sauber abgestimmt und wirkten wie musikalische Sonnenstrahlen in der lauen Abendluft.
Nach anhaltendem, begeistertem Applaus trat eine sichtlich gerührte Bärbel Häge-Nüssle noch einmal vor das Publikum. Sie bedankte sich herzlich bei den engagierten Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern für ihren Einsatz und diesen besonderen musikalischen Sommerabend – ein Konzert, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Anja Wichmann
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