Stellenabbau wegen Corona-Krise Daimler-Betriebsrat befürchtet Personalabbau in der Produktion

Von red/Reuters 

In einem Schreiben an die Beschäftigten fürchtet der Betriebsrat einen massiven Stellenabbau bei Daimler wegen der Corona-Pandemie. Wie stark die Pandemie den schwäbischen Autobauer getroffen habe, würde die Bilanz für das zweite Quartal offenlegen, heißt es.

Nach nicht von Daimler bestätigten Informationen des „Handelsblatt“ könnten bis zu 15 000 Arbeitsplätze betroffen sein.(Archivbild) Foto: dpa/Marijan Murat
Nach nicht von Daimler bestätigten Informationen des „Handelsblatt“ könnten bis zu 15 000 Arbeitsplätze betroffen sein.(Archivbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Frankfurt - Der Betriebsrat von Daimler rechnet wegen der Corona-Krise mit Stellenabbau in den Mercedes-Fabriken. „Je nachdem wie sich die Nachfrage nach unseren Produkten entwickelt, ist nicht auszuschließen, dass sich die Personalmaßnahmen standort- und funktionsabhängig auch auf die Produktionsbereiche ausweiten können“, heißt es in einem Schreiben des Betriebsrats an die Beschäftigten, das Reuters am Freitag vorlag. „Wie stark uns der Corona-Schock wirtschaftlich trifft, werden die Bilanzen des zweiten Quartals schonungslos offenlegen – und das gilt nicht nur für Daimler“, erklärten Betriebsratschef Michael Brecht und sein Stellvertreter Ergun Lümali in der Information, über die zuerst das „Handelsblatt“ berichtete. Der Vorstand wolle die Fixkosten reduzieren und Abläufe ändern. „Deshalb will der Vorstand auch an die Strukturen ran“, so der Betriebsrat.

Daimler müsse Kapazität reduzieren

Das „Handelsblatt“ zitierte einen nicht namentlich genannten Manager: „Mittelfristig müssen wir unsere Kapazitäten um zehn bis 20 Prozent reduzieren, um die Werke auslasten zu können. Nur China ist davon ausgenommen.“ Daimler äußerte sich nicht zu der Zahl. Eine Konzern-Sprecherin erklärte, das Unternehmen wolle seine Wettbewerbsfähigkeit steigern. „Daher prüfen wir kontinuierlich, wie wir Kosten sparen, Synergien nutzen und noch effizienter werden können.“ Im zweiten Quartal war der Pkw- und Van-Großhandelsabsatz der Marke mit dem Stern wegen des Corona-Lockdowns noch stärker eingebrochen als zum Jahresauftakt. Im April lieferten die Schwaben 44,5 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat an die Händler aus, im Mai belief sich das Minus auf 28,6 Prozent.

Möglicherweise bis zu 15 000 Arbeitsplätze betroffen

Schon vor der Corona-Krise hatte Daimler einen Personalabbau wegen des Umbruchs in der Branche hin zu Elektroautos und schwächelnder Märkte angekündigt. Davon sollten nach Unternehmensangaben mehr als 10.000 Mitarbeiter betroffen sein. Nach nicht von Daimler bestätigten Informationen des „Handelsblatt“ stieg die Zahl vor Ausbruch der Pandemie auf bis zu 15.000 Arbeitsplätze. Die Produktion war davon ausgenommen, weil Daimler noch mit einer Erholung der Konjunktur rechnete. Jetzt sagen Ökonomen für dieses Jahr eine Rezession in Europa und den USA voraus.