Sterbefälle in Stuttgart Jahr beginnt mit ungewöhnlich vielen Todesfällen

Von  

Das Statistische Amt der Stadt verzeichnet einen traurigen Wert: Schon lange sind zu Jahresanfang nicht mehr so viele Stuttgarter gestorben wie in diesem Jahr. Monate mit ähnlich hohen Werten liegen lange zurück.

Schon lange sind zu Jahresanfang nicht mehr so viele Stuttgarter gestorben wie in diesem Jahr. Foto: dpa
Schon lange sind zu Jahresanfang nicht mehr so viele Stuttgarter gestorben wie in diesem Jahr. Foto: dpa

Stuttgart - Das Statistische Amt der Stadt verzeichnet einen traurigen Wert: Schon lange sind zu Jahresanfang nicht mehr so viele Stuttgarter gestorben wie in diesem Jahr. 629 Tote verzeichnet die Statistik im Monat Januar. Monate mit ähnlich hohen Werten liegen lange zurück. Nur die Zahl von 2000 mit 657 Toten im Januar war höher.

Länger als anderthalb Wochen habe sie warten müssen, bis sie eine Verwandte beerdigen konnte, berichtet eine Leserin unserer Zeitung aus Degerloch. Da ihr das zu lang vorkam, zumal für eine Erdbestattung, habe sie bei den Friedhofmitarbeitern nachgehakt und erfahren, dass zurzeit extrem viele Beerdigungen anstehen würden, da viele Menschen gestorben seien. So komme es zu Wartezeiten. Allerdings, das fand die Leserin bei weiteren Nachfragen heraus, habe nicht die Verwaltung so lange gebraucht, sondern das Beerdigungsinstitut hatte zu viele Anfragen. „Wir haben trotz der hohen Zahlen keine Probleme“, sagt Harald Aust, der Leiter der Abteilung Friedhöfe beim Garten und Friedhofsamt. Doch ungewöhnlich viele Beerdigungen seien es auf jeden Fall gewesen. Probleme, einen Termin zu finden, habe das Amt nur, wenn die Angehörigen eine Beisetzung an einem Freitag ansetzen wollen. „Das wollen alle, weil es einfacher ist, freizunehmen oder weil Verwandte besser anreisen können“, so Aust.

Zwei Ämter der Stadt bestätigen die Zahlen, die dahinter stecken: das Statistische Amt und das Gesundheitsamt. Die Statistiker geben zwar zu bedenken, dass aufgrund der Feiertage und der Urlaubszeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag einige Sterbefälle aus dem Dezember erst im Januar in die Tabelle aufgenommen werden. Da dies aber zu jedem Jahreswechsel so sei, könne man die Januarwerte miteinander vergleichen: Im Jahr 2017 starben im ersten Monat 629 Stuttgarter, 2016 waren es 421 Menschen. Dem Gesundheitsamt fiel die hohe Zahl der Todesfälle ebenfalls auf.

Die Ärzte des Hauses seien überdurchschnittlich oft für die amtsärztliche Leichenschau vor Feuerbestattungen auf dem Pragfriedhof und bei der Bearbeitung der Todesbescheinigungen nach dem Bestattungsgesetz im Einsatz gewesen, teilt ein Stadtsprecher mit. Aussagen über medizinische Gründe seien laut dem Gesundheitsamt aber spekulativ. Jedoch sei es nicht ungewöhnlich, dass die Sterblichkeitsrate in der Erkältungssaison immer wieder ansteige, so die Auskunft des zuständigen Amtes, ähnlich wie in extrem heißen Sommern.

5200 bis 5700 Menschen sterben in der Stadt pro Jahr

Im Schnitt der zurückliegenden 17 Jahre sterben in Stuttgart pro Jahr zwischen 5200 und etwas mehr als 5700 Menschen. Im vergangenen Jahr war der Januar mit 421 Toten durch einen extrem niedrigen Wert aufgefallen. Der Höchstwert für Januar im betrachteten Zeitraum im Jahr 2000 wurde in den darauffolgenden Jahren nicht einmal annähernd erreicht. Zwischen 480 und 530 Fällen liegen die meisten statistischen Werte für den ersten Monat des Jahres.

Sonderthemen