Sternschnuppen-Schnappschuss Sternwarte Welzheim fotografiert Meteoriten

Von Eva Tilgner 

Die Sternwarte Welzheim hat ein Foto von dem mutmaßlichen Meteoriten, der am Sonntagabend über Süddeutschland zu sehen war – und auch gleich die Erklärung zu dem Himmelsphänomen.

Der Lichtschweif war am Sonntagabend im Süden von Baden-Württemberg und in der Schweiz deutlich zu sehen Foto: Sternwarte Welzheim
Der Lichtschweif war am Sonntagabend im Süden von Baden-Württemberg und in der Schweiz deutlich zu sehen Foto: Sternwarte Welzheim

Stuttgart - Meteoriten haben die Angewohnheit, sich nicht anzumelden, wenn sie in die Erdatmosphäre eindringen. Umso größer ist die Aufregung, wenn wie am Sonntagabend ein heller Schweif am Nachthimmel auftaucht.

Nicht nur zahlreiche Bürger haben den mutmaßlichen Meteoriten beobachtet – es gibt auch ein sehr gutes Foto, das uns die Sternwarte Welzheim zur Verfügung gestellt hat. „Der Lichtschweif wurde am Sonntagabend, genau um 20.44 und 49 Sekunden aufgezeichnet“, sagt Hans-Ulrich Keller, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Planetarium Stuttgart. Für ihn war es ein glücklicher Zufall, dass der Meteroit in den Abendstunden so deutlich am Himmel sichtbar war.

Das Verglühen eines Meteoriten erklärt er mit einfachen Bildern: „Wenn ich an meinem Fahrrad den Reifen mit Luft aufpumpe, dann wird die Pumpe heiß.“ Genau dasselbe passiert, wenn die von Kometen, Asteroiden oder Planeten abgesprengten kosmischen Brocken in die Erdatmosphäre eindringen. „Die Lufthülle wird erhitzt und fängt an zu glühen.“

Der weiße Lichtkegel am Sonntagabend über dem Süddeutschland deutet darauf hin, dass die abgesprengte Masse hauptsächlich aus Stein bestand.

Wünsche nicht vergessen

Die aufgeregten Beobachter in Süddeutschland beruhigt der astronomische Berater aus dem Planetarium: „Die Wahrscheinlichkeit, von einem Meteoriten erschlagen zu werden, ist millionenfach geringer als von einem Auto umgefahren zu werden“, sagt Keller. Lichtschweife am Himmel seien kein Grund, Angst zu bekommen.

Die Menschen, die solche Himmelserscheinungen beobachten, brauchen nach Ansicht von Keller nicht bei der Polizei anzurufen, sondern sie sollten den Moment besser nutzen: „Bei einer so schönen langen Sternschnuppe kann man sich schon mal was Größeres wünschen.“

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