Die fliegende Sternwarte Sofia soll bald auch Schülern einer Weltraum-AG für astrologische Bildungszwecke zur Verfügung stehen.
Stuttgart - Einmal mit dem fliegenden Infrarotteleskop Sofia hoch über der Erde im nächtlichen Sternenhimmel zu fliegen - das ist der Traum manch eines Schülers. Noch ist er nicht wahr geworden, aber immerhin sind schon zwei deutsche Lehrer bei einem Beobachtungsflug dabei gewesen. Neben dem Sammeln wissenschaftlicher Erkenntnisse hat das Projekt nämlich auch einen Bildungsauftrag: Geplant ist, dass auch Schüler im "fliegenden Klassenzimmer" dabei sein dürfen.
Eine der Partnerschulen von Sofia ist das Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Bad Cannstatt. Dort hat der Mathematik- und Physiklehrer Sven Hanssen bereits im Schuljahr 2004/2005 die Sofia-Arbeitsgemeinschaft gegründet. Im vergangenen Jahr waren mehr als 30 Schüler von der neunten Klasse an dabei, durch die Abiabgänge sind es derzeit 25. So sind die Sofianer mittlerweile nach dem Chor zur zweitgrößten AG der Schule avanciert.
Aufmerksam geworden ist Hanssen auf dieses Forschungsprojekt bei einem Vortrag an der Uni Stuttgart - und prompt hat er sich mit seiner Schule beworben. Allerdings kümmert sich die Arbeitsgemeinschaft nicht nur um das Flugzeug-Infrarotteleskop, sondern allgemein um Astronomie und Raumfahrt. "Wir machen aktive Astronomie mit Vertiefung Infrarotastronomie", beschreibt Hanssen die pädagogischen Ziele. Bei klarem Nachthimmel werden die Sterne beobachtet, am Tag ermöglicht ein Sonnenteleskop den Blick auf unser Zentralgestirn. Auch der Besuch der Vorlesungsreihe "Raumfahrt aus Leidenschaft" an der Uni Stuttgart steht immer wieder auf dem Programm.
Schüler sollen mit an Bord
Der Höhepunkt der AG war zweifellos eine Reise zu drei Standorten der US-Weltraumbehörde Nasa in Kalifornien im Mai 2008. Finanziell ermöglicht wurde der Flug durch die Klaus-Tschira-Stiftung, das an der Uni Stuttgart ansässige Deutsche Sofia-Institut half bei der Koordination und Planung. "Da die Schüler der ersten AG-Generation seit 2004 ständig engagiert waren, Sofia zu präsentieren und damit zu arbeiten, war es aus pädagogischer Sicht dringendst notwendig, dieses Flugzeug nicht nur als ,Phantom' und auf Bildern zu sehen, sondern wenigstens einmal ,anfassen' zu können, bevor sie das Abitur machen", sagt Hanssen.
Tatsächlich konnten die Schüler den Jumbo dann in Kalifornien in der Flughalle anfassen. Gestern hatte die jetzige Sofia-Crew des Cannstatter Gymnasiums auf dem Stuttgarter Flughafen die Gelegenheit zur Besichtigung. "Wir hoffen, dass in absehbarer Zeit auch einmal Schüler bei einem Beobachtungsflug mitfliegen können", sagt Sven Hanssen. Aber zunächst sind die Lehrer dran: vielleicht eröffnet sich für Hanssen schon nächstes Jahr die Chance, in Kalifornien mit dabei zu sein.