Steuer-Skandal U2-Sänger Bono taucht in „Paradise Papers“ auf

Von red/dpa 

Auch U2-Sänger Bono ist in den jüngsten Steuer-Skandal verwickelt. Er ist an einem Einkaufszentrum in Litauen beteiligt. Die Vorwürfe weist er zurück.

Bono, der bürgerlich Paul David Hewson heißt, ist an einem litauischen Einkaufszentrum beteiligt, das in den „Paradise Papers“ auftaucht. Foto: AFP
Bono, der bürgerlich Paul David Hewson heißt, ist an einem litauischen Einkaufszentrum beteiligt, das in den „Paradise Papers“ auftaucht. Foto: AFP

London - In den jüngsten Skandal um mögliche Steuertricks prominenter Persönlichkeiten mithilfe von Briefkastenfirmen und Offshore-Konten ist auch U2-Sänger Bono verwickelt. Der Frontman der irischen Rockband hat über Firmen in Malta und in Guernsey in ein Einkaufszentrum in Litauen investiert, wie aus dem „Paradise Papers“ getauften Datenleck mit Dokumenten aus Steueroasen hervorgeht. Bono sei demnach an der Betreiberfirma eines 3700 Quadratmeter großen Gebäudekomplexes mit Einzelhandelsgeschäften in der nordlitauischen Stadt Utena beteiligt, berichtete das dem Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) angehörende litauische Onlineportal „15min.lt“.

Bonos Sprecherin bestätigte Berichten der britischen Zeitung „The Guardian“ und „15min.lt“ zufolge, dass Paul David Hewson - so der bürgerliche Name des Sängers - ein „passiver Minderheitsinvestor“ in dem auf Guernsey ansässigen Unternehmen gewesen sei. Diese hatte das Einkaufszentrum 2012 von einer maltesischen Firma übernommen, an der Bono zufolge auch beteiligt war. Ob er von der Investition in Litauen wusste, blieb den Angaben zufolge unbeantwortet.

13,4 Millionen Dokumente aus Steuerparadiesen

Betrieben worden sei das Einkaufszentrum von einer litauischen Tochterfirma nahezu gleichen Namens, die nach Angaben des Steueramts des Baltenstaats zwischen 2011 und 2016 wegen Verlustvorträgen keine Ertragsteuer entrichtet habe. Die Behörde führe derzeit ein Kontrollverfahren“ durch, sagte eine Sprecherin „15min.lt“.

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, die auch dem ICIJ angehört, geht es bei den „Paradise Papers“ um 13,4 Millionen Dokumente aus Steuerparadiesen. Dabei tauchten die Namen von mehr als 120 Politikern aus fast 50 Ländern auf, dazu die von Unternehmern und Sportlern. Aus Litauen ist darunter auch der Europa-Abgeordnete und frühere Poker-Champion Antanas Guoga.