Steuern sprudeln, Gärtringen investiert Schüler, Sportler und Bürger bekommen Hallen

Hier entsteht die neue Halle. Foto: Eibner/Schüller

Der Gemeinderat in Gärtringen hat jetzt den Bebauungsplan für die Neue Ortsmitte aufgestellt. Damit ist der planerische Weg frei für die Mehrzweckhalle.

Böblingen : Ulrich Stolte (uls)

Die Gemeinderatssitzung am Dienstag in Gärtringen zeigte vor allem drei Dinge: Die Gemeinde steht finanziell gut da, die Ortsmitte wandelt sich, und der Rat entdeckt ein Herz für die kleinen Fraktionen.

 

Die Mehrzweckhalle kommt

Einstimmig beschlossen hat der Gemeinderat den Bebauungsplan „Neue Ortsmitte Teilbereich 1“. Was sich unter der dürren Überschrift verbirgt, ist nichts weniger als der Bau einer neuen Mehrzweckhalle für Sport und Kultur, die von der Gemeinde schon seit Jahren geplant wird. Die neue Mehrzweckhalle soll auf dem Gelände der Ludwig-Uhland-Halle stehen, die bereits abgerissen wurde. Das Fazit des Gärtringer Bürgermeister Thomas Riesch: „Das war ein wichtiger Schritt, damit es in der neuen Ortsmitte weiter gehen kann.“

Die Freilufthalle kommt auch

Was die Schüler der benachbarten Ludwig-Uhland-Schule freuen wird: Der Gemeinderat beschloss den Bau einer Freilufthalle. Der Gärtringer Bürgermeister Thomas Riesch sieht in dem Bauwerk deutliche Vorteile gegenüber einem offenen Spielfeld, schon allein deswegen, weil die Freilufthalle die Schüler vor Regen und Hitze schützt. Außerdem müssten keine hohen Ballfangitter gebaut werden, was wiederum Vorteile für die Nachbarn hat: Weniger Lärm und weniger Verschattung. Wie der Ortsbaumeister Friedemann Erbele berichtete, sollen die Solarpaneele der Photovoltaik-Anlage nicht klassisch auf das Dach gesetzt werden, sondern sollen selbst das Dach bilden. Die Verkabelung wird durch ein Netz vor Ballwürfen und sonstigen mechanischen Einwirkungen geschützt.

Gärtringen verdichtet nach

Einstimmig passierte auch der Bebauungsplan „Nördlich des Rohrwegs“ den Gemeinderat. Die alte Fassung von 1956 weist nur eine Grundstückstiefe von 45 Metern auf, und daher könnten die Flächen nicht mehr wirtschaftlich bebaut werden, findet die Gemeindeverwaltung. „Es geht um eine maßvolle Nachverdichtung“, sagte der Gärtringer Bürgermeister, vor allem in Richtung der etwa zehn Zuhörer im Ratssaal, die jetzt, nachdem der Bebauungsplan ausliegt, ihre Bedenken und Anregungen äußern können.

Ein Herz für kleine Fraktionen

Die FDP mit ihren zwei Sitzen möchte auch einen Platz im Ältestenrat von Gärtringen. Doch dazu muss die Satzung des Gemeinderates geändert werden. „Das macht Sinn, weil wir dann zeitgleich mit den größeren Fraktionen vom Bürgermeister informiert sind und unnötige Nachfragen entfallen“, begründete der FDP-Fraktionssprecher Uli Zinser den Antrag. Grünes Licht kam von den Freien Wählern. „Wir sehen keinen Nachteil“, sagte der Fraktionssprecher Matthias Bock. Rotes Licht kam von der CDU: „Wir sehen keinen Nachteil, aber auch keinen Vorteil“, kommentierte der CDU-Sprecher Peter Probst. Die Abstimmung war denkbar knapp: Mit zwölf zu acht Stimmen wurde beschlossen, die Geschäftsordnung zu ändern.

Die Gewerbesteuer sprudelt

Gute Nachrichten brachte der Kämmerer Jochen Stiehl beim Finanzzwischenbericht in die Ratsrunde. Statt der geplanten 6,6 Millionen Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer wird die Gemeinde wohl 8,26 Millionen Euro einnehmen. „Eine schöne Entwicklung“, kommentiert der Kämmerer, die für die Wirtschaftsförderung und für die Vorgehensweise der letzten Jahre spreche.

Die alte Holzhütte reicht nicht mehr

Frieder Wickel, der Leiter des Amtes für Forsten am Landratsamt und der Revierförster Daniel Frohnmaier stellten ihren Plan für den Gärtringer Wald vor: Weil die alten Laubbäume mit dem Klimawandel nicht mehr klar kämen, schlugen sie vor, den Wald zu verjüngen und ihn zu einem Mischwald umzubauen. Der Holzmarkt sei im Preis eingebrochen, konstatierte der Revierförster, dennoch wäre die Bilanz leicht im Plus, wenn die Forstverwaltung nicht ein gewichtiges Projekt ins Auge fassen würde: Das ist ein neuer moderner Forstbetriebshof für rund 290 000 Euro. Die alte Holzhütte im Wald reicht heute nicht mehr für eine moderne Forstwirtschaft aus, vor allem weil es dort weder Toiletten noch Duschen gibt, noch eine Werkstatt oder Garagen für die Nutzfahrzeuge.

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