Stickstoffdioxid 2019 in Stuttgart Luftbelastung sinkt, aber über dem Grenzwert

Von  

Die Luftqualität in Baden-Württemberg habe sich 2019 deutlich verbessert, das folgert Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) aus den vorläufigen Ergebnissen der Messungen der Landesanstalt für Umwelt. Auch in Stuttgart sind die Stickstoffdioxidwerte gesunken, liegen aber noch zu hoch.

Die neue Busspur am Neckartor soll den Autoverkehr verringern – und so auch die Luftbelastung senken. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die neue Busspur am Neckartor soll den Autoverkehr verringern – und so auch die Luftbelastung senken. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Stuttgart, Mannheim, Heilbronn und Reutlingen – nur noch in diesen vier Städten in Baden-Württemberg ist 2019 nach den vorläufigen Ergebnissen der Messungen der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid überschritten worden. Im Jahr zuvor waren es noch 14 Städte. In zehn Kommunen wurde also der Grenzwert neu eingehalten, sechs davon liegen in der Region Stuttgart: Backnang, Esslingen, Herrenberg, Leonberg, Ludwigsburg und Sindelfingen; dazu noch Freiburg, Öhringen, Tübingen und Ulm. Beim Feinstaub wurde wie 2018 an allen Messpunkten im Südwesten der Grenzwert eingehalten – auch in Stuttgart.

Überschreitungen in Stuttgart

„Wir kommen der landesweiten Grenzwerteinhaltung greifbar nah“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), „die Luftqualität konnte 2019 deutlich verbessert werden.“ Im Jahresmittel liegt der zulässige Stickstoffdioxid-Grenzwert bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Dieser Grenzwert wird in Stuttgart am Neckartor, am Arnulf-Klett-Platz, an der Hohenheimer Straße, an der Prag- und der Talstraße überschritten. Dort lag der Jahresmittelwert 2019 zwischen 50 und 58 Mikrogramm. Das sind starke Rückgänge gegenüber 2018: am Neckartor um 25 Prozent (18 Mikrogramm), an der Hohenheimer Straße um 23 Prozent (15 Mikrogramm). Landesweit lag der Rückgang bei 13 Prozent. An keiner Straße, so die Landesanstalt, sei ein Anstieg der Belastung registriert worden.

Gerade vor dem Hintergrund der gerichtlichen Auseinandersetzung über ein Fahrverbot ist Ludwigsburg allerdings ein Sonderfall. Dort wurde an der Messstelle Friedrichstraße zwar mit 46 Mikrogramm auch 2019 ein erhöhter Wert festgestellt, die Landesanstalt stuft ihn aber aufgrund von Messungen an anderen Stellen als nicht repräsentativ ein.

Hermann: 2020 wird Grenzwert eingehalten

Hermann geht davon aus, dass die Grenzwerte im Jahr 2020 an allen Messstationen im Land eingehalten werden können. Das wäre eine Voraussetzung dafür, dass in Stuttgart, wo seit 1. Januar ein Fahrverbot für Euro-5-Diesel auf vier Strecken gilt, dieses nicht auf ein größeres Gebiet ausgedehnt werden müsste. „Wir dürfen deshalb nicht nachlassen und müssen unsere Bemühungen noch verstärken“, sagte Hermann. So sind in Stuttgart Busspuren eingerichtet und Filtersäulen aufgestellt worden. Zudem gilt in der gesamten Stadt ein Fahrverbot für Diesel bis einschließlich Euro-4-Norm. Die endgültigen Werte werden im Februar veröffentlicht, die vorläufigen Messergebnisse gibt es unter www.lubw.de.

Sonderthemen